Vor dem Sonntagssturm

Die NZZ am Sonntag geht mit massiv ausgebautem Verkaufsstellennetz an den Start

Die NZZ am Sonntag geht mit massiv ausgebautem Verkaufsstellennetz an den StartVon Daniel Schifferle Die letzten Vorbereitungen zum Start der NZZ am Sonntag laufen auf Hochtouren. Damit die Zeitung reibungslos zum Publikum findet, wurde das Distributionsnetz massiv ausgebaut: Weit über 1000 zusätzliche Verkaufspunkte stehen beim Start zur Verfügung.
Die Werbeplakate hängen, die Kommunikationsmaschine läuft auf Hochtouren. Als eines der letzten Glieder im komplexen Aufbauprozess der NZZ am Sonntag wurde die Distribution auf den benötigten Stand hochgefahren. Dazu gehören 500 neue blaue Boxen, welche die Deutschschweiz in den vergangenen Wochen und Tagen regelrecht überschwemmten. Sie füllen jene Lücken im Vertriebsnetz, wo Verkaufsstellen fehlen.
Zusammen mit den gut 200 normalen Boxen der Werkstagsausgabe, die sonntags ebenfalls die NZZ am Sonntag ausspucken werden, stehen damit total über 700 Zeitungsautomaten zur Verfügung. Damit aber noch nicht genug. Zusätzlich kommt ein Netz weiterer alternativer Verkaufsstellen hinzu, wie etwa sonntags geöffnete Bäckereien. Zu diesem Zweck wurden laut Tobias Trevisan, Verlagsleiter der NZZ am Sonntag, rund 1300 Adressen evaluiert. «Etwa die Hälfte davon wählen wir als weitere Vertriebsstandorte aus.»
Diese Auswahl erfolgte zusammen mit Ringier-Tochterfirma Mediamat, die auch für die Bewirtschaftung sämtlicher Zeitungsboxen der NZZ am Sonntag zuständig ist. Das Schäumchen auf dem Kaffee bildet schliesslich ein Team von rund 20 Kolporteuren. Sie werden an Passantenlagen in den grösseren Städten persönlich dafür sorgen, dass die neue Zeitung an die Leserin und an den Leser kommt. Laut Trevisan werden von der ersten Ausgabe zwischen 220000 und 230000 Exemplare gedruckt. Davon gehen allerdings über 156000 an die Abonnenten der NZZ.
Trevisan ist überzeugt, dass der Start der Sonntagsausgabe keine Zitterpartie wird. «Wir haben alles im Griff.» Nicht ganz ohne Zitterpartie dürfte es indessen für die Konkurrenz abgehen. Bei der SonntagsZeitung (SoZ) macht man sich auf Verluste gefasst. «Die Einnahmen aus dem Lesermarkt werden schrumpfen, das ist allen klar», sagt SoZ-Verlagsleiterin Sandra Geiger. Was die Inseratebuchungen betrifft, stehen die Zeichen aber nicht auf Sturm. Mit Ausnahme der Oster-Ausgabe vom 31. März werde man die Planwerte erreichen.
Definitive Auswirkungen erst im nächsten Jahr sichtbar
Dass die Inseratebuchungen im März generell schwach sind, hat aber weder mit dem neuen Sonntagsblatt noch mit dem Sonntagsmarkt an sich etwas zu tun. «Auch bei den anderen Titeln ist der März nicht der stärkste Monat», sagt Geiger. Keine Auskunft über die Entwicklung der Inseratebuchungen war vom SonntagsBlick erhältlich.
Bereits jetzt von definitiven Auswirkungen im Leser- und Inserentenmarkt zu sprechen, wäre aber ohnehin verfrüht. Bis diese sichtbar werden, wird viel Zeit vergehen. «Erst wenn die Einführungsrabatte vorbei sind und die Empfänger der NZZ am Sonntag für ihr Exemplar auch etwas bezahlen müssen, wird man sehen, was wirklich passiert», wendet Geiger ein. Das wird frühestens ab Anfang nächsten Jahres der Fall sein.
In einer komfortablen Situation in Sachen Werbebuchungen ist freilich die NZZ am Sonntag. Die ersten vier oder fünf Ausgaben sind laut Trevisan aus gebucht. Das ist aber auch nicht verwunderlich. Der ganze Rummel, der Neuheitswert, die zusätzliche Aufmerksamkeit, der Preisvorteil – eine Fülle von Argumenten, die für Buchungen in der NZZ am Sonntag sprechen.

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