Frühjahrsmüdigkeit

Die Inseratestatistik zeigt im Februar massive Einbrüche

Die Inseratestatistik zeigt im Februar massive EinbrücheVon Bruno Amstutz Auch wenn das Jahr noch jung ist, hat sich der Werbemarkt noch nicht zu erholen vermocht. Vor allem die Printmedien verzeichnen weiterhin grosse Verluste. Zur Hauptsache betroffen ist der Bereich Stelleninserate.
Allerdings sind die konkreten prozentualen Veränderungen, die die aktuelle Inseratestatistik der Schweizer Presse ausweist, mit Vorsicht zu geniessen. Die Daten werden seit Anfang Jahr nach neuen Regeln und teilweise veränderten Definitionen erhoben. Vergleiche mit dem Vorjahr sind nur noch bedingt möglich.
Zeitungen können neu auch das Inseratevolumen ihrer Lokalausgaben melden, was die Repräsentativität der Statistik erhöhen soll. Ausserdem werden Tageszeitungen gemäss einem neuen Auflagenschlüssel differenziert: Als kleinste Kategorie gelten neu Tageszeitungen mit einer Auflage bis zu 20000 Exemplaren. Bisher lag die Grenze bei 10000 Exemplaren.
Die kommerziellen Inserate werden künftig nach den Kriterien schwarzweiss oder vierfarbig unterschieden, während die Rubrikeninserate stärker als bisher unterteilt werden, und zwar nach den Kategorien Stellen, Immobilien und Übrige. Auf dieser Basis weisen die Schweizer Zeitungen einen Rückgang des gesamten Inseratevolumens um 17,7 Prozent aus. Die Stelleninserate verloren sogar 41,1 Prozent ihres Umfangs.
Am stärksten mussten einmal mehr die grössten Tageszeitungen der Deutschschweiz leiden: Sie verloren gegenüber dem Vorjahresmonat gesamthaft 25,4 Prozent Inseratevolumen, die Stelleninserate schwanden sogar um minus 49,6 Prozent.
Die Wochenzeitungen büssten zwar gesamthaft nur 17,8 Prozent ihres Inseratevolumens ein. Sie tauchten aber im Bereich Stelleninserate in traurige Tiefen. Total verbuchten sie einen neuen Verlustrekord und meldeten ein Anzeigenminus von 67,2 Prozent.
Geradezu bescheiden präsentieren sich dagegen die Rückgänge der Gratiszeitungen: Mit minus 2,9 Prozent Gesamtvolumen und minus 37,8 Prozent Stelleninserate stehen sie praktisch als Gewinner des Monats da.
Auch der Publicitas-Index der Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse stürzt weiter ab. Im Februar sank er um 2,3 Punkte auf 121,4 Punkte. Der Index der Stelleninserate verlor drastische 14,8 Punkte und steht neu bei 261,3 Zählern.

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