Kopf der Woche: «Im Bauch war die Wahl schnell getroffen»
Geri Aebi kehrte nach fünfzehn Jahren in die Schweiz zurück und übernahm die Leitung von Wirz Werbung
Geri Aebi kehrte nach fünfzehn Jahren in die Schweiz zurück und übernahm die Leitung von Wirz WerbungKopf der Woche «Im Bauch war die Wahl schnell getroffen»
Zuerst habe ich nur gelacht und spontan abgelehnt», erinnert sich Geri Aebi an die erste Anfrage, ob er bei Wirz Werbung als CEO einsteigen wolle. Zu diesem Zeitpunkt sass er in Wien und leitete die Geschäfte von Lowe GGK. Mittlerweile hat er die Meinung jedoch geändert.
Nach 15 Jahren hat Aebi die Donaustadt verlassen, in die er auszog, sein Werberglück zu finden. Nach einem abgeschlossenen Wirtschaftsstudium und vier Jahren als Texter in der damaligen Agentur seines Bruders Jean Etienne, Aebi & Partner, befand er 1987, dass die Zeit reif sei für einen Auslandaufenthalt. Er verliess die Schweiz aber mit der Vorstellung, ihr nur für ein, zwei Jahre den Rücken zu kehren. Geri Aebi heuerte bei Demner & Merlicek an. Zwei Jahre und eine Weltreise später wechselte er zu GGK Wien. «Dann ist es irgendwie dumm gelaufen, und ich bin dort hängen geblieben», untertreibt der 43-Jährige seinen Aufstieg zum CD und schliesslich zum Geschäftsführer der Agentur.
Eine Rivalität zwischen werbenden Brüdern war kein Grund für ihn, die Schweiz zu verlassen, ist aber auch kein Hindernis zurückzukehren: «Aus meiner Warte gab es nie eine Konkurrenz. Wir verstehen uns bestens. Und Jean Etienne ist 14 Jahre älter als ich, das ist ja fast schon eine andere Generation.» Anlass für eine Profilierungsneurose sieht der jüngere Bruder nicht, und der Ältere muss wohl auch nicht fürchten, dem Frieden zuliebe seinerseits das Land verlassen zu müssen.
Den Zeitpunkt für eine Rückkehr in die Heimatstadt sieht Aebi als optimal: «Meine beiden Söhne sind 6 und 9 Jahre alt, jetzt können wir sie noch relativ problemlos verpflanzen. Das war für mich eines der Zeichen an der Wand.» Ein weiteres sah er im Umzug der Wirz Werbung in ein brandneues Gebäude, das für die Agentur den Beginn einer neuen Ära markiert. Für Aebi hiess es «jetzt oder nie», und nach Gesprächen mit Jost Wirz und Hans-Ueli Schweizer entschied sich der Werber fürs «Jetzt».
Leicht ist ihm der Auszug aus Österreich nicht gefallen: «Im Bauch war die Wahl schnell getroffen, aber der Schädel brauchte eine Weile, um nachzuziehen.» Der Reiz, sich nochmals in den Hintern zu kneifen und neu anzufangen, statt bequem sitzen zu bleiben, überwog.
Ans enge, überschaubare Zürich muss er sich erst wieder gewöhnen. Aber auch fürs Nachbarland findet er kritische Worte: «In Österreich bemühen sich die Agenturen weniger um kreative Exzellenz, man gibt sich schneller zufrieden, und das ist gefährlich.» Der härtere Wettbewerb in der Schweiz reizt ihn, und Wirz in diesem Umfeld als kreative Marke weiter zu profilieren, setzt er sich zum Ziel.
Auch über die Solidarität unter helvetischen Agenturen ist er nicht unglücklich: «Es ist nichts als vernünftig, wenn sie sich nicht dauernd gegenseitig schaden wollen. Wir sitzen alle im gleichen Boot namens Werbung, und die See ist momentan rau genug.»
Bruno Amstutz
Zuerst habe ich nur gelacht und spontan abgelehnt», erinnert sich Geri Aebi an die erste Anfrage, ob er bei Wirz Werbung als CEO einsteigen wolle. Zu diesem Zeitpunkt sass er in Wien und leitete die Geschäfte von Lowe GGK. Mittlerweile hat er die Meinung jedoch geändert.
Nach 15 Jahren hat Aebi die Donaustadt verlassen, in die er auszog, sein Werberglück zu finden. Nach einem abgeschlossenen Wirtschaftsstudium und vier Jahren als Texter in der damaligen Agentur seines Bruders Jean Etienne, Aebi & Partner, befand er 1987, dass die Zeit reif sei für einen Auslandaufenthalt. Er verliess die Schweiz aber mit der Vorstellung, ihr nur für ein, zwei Jahre den Rücken zu kehren. Geri Aebi heuerte bei Demner & Merlicek an. Zwei Jahre und eine Weltreise später wechselte er zu GGK Wien. «Dann ist es irgendwie dumm gelaufen, und ich bin dort hängen geblieben», untertreibt der 43-Jährige seinen Aufstieg zum CD und schliesslich zum Geschäftsführer der Agentur.
Eine Rivalität zwischen werbenden Brüdern war kein Grund für ihn, die Schweiz zu verlassen, ist aber auch kein Hindernis zurückzukehren: «Aus meiner Warte gab es nie eine Konkurrenz. Wir verstehen uns bestens. Und Jean Etienne ist 14 Jahre älter als ich, das ist ja fast schon eine andere Generation.» Anlass für eine Profilierungsneurose sieht der jüngere Bruder nicht, und der Ältere muss wohl auch nicht fürchten, dem Frieden zuliebe seinerseits das Land verlassen zu müssen.
Den Zeitpunkt für eine Rückkehr in die Heimatstadt sieht Aebi als optimal: «Meine beiden Söhne sind 6 und 9 Jahre alt, jetzt können wir sie noch relativ problemlos verpflanzen. Das war für mich eines der Zeichen an der Wand.» Ein weiteres sah er im Umzug der Wirz Werbung in ein brandneues Gebäude, das für die Agentur den Beginn einer neuen Ära markiert. Für Aebi hiess es «jetzt oder nie», und nach Gesprächen mit Jost Wirz und Hans-Ueli Schweizer entschied sich der Werber fürs «Jetzt».
Leicht ist ihm der Auszug aus Österreich nicht gefallen: «Im Bauch war die Wahl schnell getroffen, aber der Schädel brauchte eine Weile, um nachzuziehen.» Der Reiz, sich nochmals in den Hintern zu kneifen und neu anzufangen, statt bequem sitzen zu bleiben, überwog.
Ans enge, überschaubare Zürich muss er sich erst wieder gewöhnen. Aber auch fürs Nachbarland findet er kritische Worte: «In Österreich bemühen sich die Agenturen weniger um kreative Exzellenz, man gibt sich schneller zufrieden, und das ist gefährlich.» Der härtere Wettbewerb in der Schweiz reizt ihn, und Wirz in diesem Umfeld als kreative Marke weiter zu profilieren, setzt er sich zum Ziel.
Auch über die Solidarität unter helvetischen Agenturen ist er nicht unglücklich: «Es ist nichts als vernünftig, wenn sie sich nicht dauernd gegenseitig schaden wollen. Wir sitzen alle im gleichen Boot namens Werbung, und die See ist momentan rau genug.»
Bruno Amstutz
