Einigkeit, Kraft und Preise

Ganz in der Nähe der Rivella-Produktionsstätte fand letzte Woche die ASW-GV statt. Rund siebzig Mitgliedervertreter und knapp fünfzig Gäste folgten dem Ruf der Allianz und pilgerten ins solothurnische Rothrist.

Ganz in der Nähe der Rivella-Produktionsstätte fand letzte Woche die ASW-GV statt. Rund siebzig Mitgliedervertreter und knapp fünfzig Gäste folgten dem Ruf der Allianz und pilgerten ins solothurnische Rothrist.Von Beat Fritsch Beim Apéro vor der GV freute man sich über diverse Zusammentreffen, darunter auch eine eher kritische Konstellation. Zwischen Fredi Schwab, der beim SWA (Schweizer Werbeauftraggeber) hinauskomplimentiert worden ist, und dem neuen SWA-Direktor Siegrist Jürg, hätte man eigentlich gerne eine Begegnung gesehen (SWA-Präsident Stalder Gérard tauchte nur in der Rubrik entschuldigte Gäste auf). Doch schien man sehr darum bemüht, die beiden nicht mit denselben Grüppchen zu mischen. Gleichentags wurde nämlich noch bekannt, dass gegen die Neubesetzung des SWA-Direktoriums ein Rekurs zu Stande kam und eine ausserordentliche GV einberufen wird (die WerbeWoche berichtete über den SWA-Knatsch ausführlich). Man zeigte beim ASW diplomatisches Geschick und achtete denn auch darauf, dass die beiden Exponenten nicht am selben Tisch sassen.
Im Gegensatz zum SWA herrscht bei der ASW eitel Einigkeit und Freude. Die Vorstandsmitglieder wurden allesamt bestätigt, Carmelo A. Buffoli wurde mit breitester Zustimmung neuer Vize, und mit Diego Bally bekam die Allianz einen neuen alten Präsidenten. Bally lebt das Rotationsprinzip in Reinkultur. Zur Erinnerung: Das Präsidium bilden drei Leute, welche die Titel President elect, President und Past-President für je ein Jahr tragen und sich so drei Jahre engagieren. Bally befindet sich bereits in der zweiten Dreierrunde.
Das Budget ist ausgeglichen und schloss mit einem kleinen Plus ab. Auf Grund der wiederum verbreiterten Kapitalbasis äusserte Benno Frick den Wunsch, nicht in diesen Spalten lesen zu müssen, dass die ASW im Geld schwimme. Also: Die ASW hat zwar jetzt ein bisschen mehr Flüssiges, aber sie schwimmt noch lange nicht drin! Allenfalls reichts für ein Sitzbad … zufrieden, Benno?
Nur kurz versuchten zwei Mitglieder Agents provocateurs zu spielen und etwas Leben in die Sache zu bringen. Schon an der letzten GV plädierte Jörg Suter für einen einmaligen Obolus von 1500 Franken je Mitglied fürs ASW-Kommunikationsbudget.
Der Vorstand versuchte die erhöhten Ansprüche an die Verbandskommunikation ohne Kostenfolgen durchzuführen, was auch in weiten Teilen gelang. Dennoch schien Suter mit dem Erreichten noch nicht zufrieden. Hans-Ruedi Tanner wiederum ist die momentane ASW-Kampagne «Die Perlen unter den Werbern» zu überkandidelt.
Bally verwies auf die Freiwilligenarbeit, die der Vorstand im Milizsystem leiste, und lud die Provokateure gleich zur Mitarbeit ein. Es erhoben sich darauf auch einige Mitglieder zu kurzen Wortmeldungen, um die ASW-Leitung für ihre Arbeit zu loben und sich zu bedanken. Und es ist ja auch nicht so, dass Suter und Tanner so richtig unzufrieden wären, sie versuchten einfach ein bisschen Pep reinzubringen. Das bestätigte auch Bally: «Der Jörg und ich, wir verstehen uns blendend.»
Kurzfristig abgemeldet hatte sich SW-Präsident Carlo Schmid Sutter, Geschäftsleiterin Monika Luck vertrat die Dachorganisation der Schweizer Werber. Wer nachts zuvor die News gesehen hatte, wusste warum. Schmid steckt irgendwie am Gotthard fest. Er beisst sich momentan in seinem zweiten Präsidentenamt – demjenigen bei der Astag, wo sich die Brummis organisieren – die Zähne am bundesrätlichen Verkehrsregime aus. Ein Zusammentreffen nicht ohne Zündstoff dürfte deshalb auch der Tag der Werbung gebracht haben, der einen Tag vor Erscheinen, aber erst nach Redaktionsschluss dieser WerbeWoche in Bern über die Bühne ging. Vorausgesetzt, niemand wurde krank. Der traditionelle bundesrätliche Ehrengast dieses Jahr sollte Verkehrsminister Moritz Leuenberger sein. Jener Magistrat also, der dem SW-Präsidenten momentan schlaflose Nächte bereitet.
Eine (fast) schlaflose Nacht gabs auch für viele Direktwerber, die sich im Zürcher Kongresshaus zur vierten DM-Award-Night einfanden. Nach dem offiziellen Ende verlustierten sich sehr viele Gäste mit sehr vielen Getränken bis sehr spät an der Bar.
Die ganze Sache hätte übrigens auch DM-Award by Fisch Meier Direkt lauten können. Die zur Publicis-Gruppe gehörende Agentur veranstaltete nicht nur erstmals den Event, sondern holte mit acht Awards auch gleich die meisten Preise. Den zweiten Platz belegten Lowe/Lowe Direct, und mit Matter und Partner landete eine so genannt klassische Agentur mit fünf Auszeichnungen auf Platz drei.
Die Award Night wurde nach den diversen Misstönen bei der letztjährigen Austragung neu von Fisch Meier Direkt organisiert. Nach der Kritik, der Anlass sei überdimensioniert, die Dramaturgie langsam und langweilig, die Location schlecht und so weiter und so weiter, die üblichen Kritikpunkte also, wollte man dem entgegensteuern.
Die Preisübergabe wurde extrem zügig abgewickelt, Sandra Studer als Moderatorin sorgte für den nötigen Glamour, mit Kisha und René Rindlisbacher im Showblock setzte man auf Bewährtes. Vor allem Komiker Rindlisbacher sorgte für Erheiterung. Zuerst hiess er die Gäste herzlich willkommen zum Werber des Jahres, bis er von Sandra Studer aufgeklärt wurde. «Dialogmarketing! Das sind doch die mit den überfüllten Briefkästen», hob der Komiker unweigerlich zu einer viertelstündigen Branchenschelte an, die zu Lachtränen rührte. Vor allem Gilbert Fisch musste sich einige ganz persönliche Seitenhiebe gefallen lassen. Easy. Er hat sie locker weggesteckt.
Beat Fritsch

vor dem Zürcher Kongresshaus, wo die vierte DM-Award-Night über die Bühne ging. Zuvor besuchte das Shortlistteam noch die GV der Allianz Schweizer Werbeagenturen in Rothrist, wo man unter anderem den neuen Trink-dich-gesund-Saft von Michel (Rivella) verköstigte, was dem Shortlistautor nicht bekam, weshalb er gleich zur Kur in die Berge fuhr.
Wer sich in der Szene versammelt oder awarded, orten wir an verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

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