Inzest im Liftschacht
Im neuen Zürcher Stadtmagazin Lift feiert die Szene vor allem sich selber
Im neuen Zürcher Stadtmagazin Lift feiert die Szene vor allem sich selberVon Oliver Classen Es kommt aus dem trendigen «Chreis Chaib» und widmet sich den drei magischen K: Kultur, Kommunikation und Kunst. Dieser Urbanitätsmix soll das neue, serviceorientierte Szeneblatt Lift davor bewahren, im Altpapierstapel stecken zu bleiben.
Nach Basel, Luzern, St.Gallen und Aarau hat nun auch Downtown Switzerland seine «regionale Kulturz(w)eitschrift». Oder besser: soll haben. Denn noch sei die Finanzierung des als Info- und Meinungsplattform konzipierten Magazins im A4-Format nicht restlos gesichert, sagt Projektleiter und Journalist Markus «Punky» Kenner.
Zwecks Animation weiterer Gönner und Sponsoren, aber auch «um das Leserecho mal auszuloten» hat der umtriebige
Ex-DRS-3-Musikredaktor zusammen mit einer ganzen Armada von Freunden und Freundesfreunden eine 66-seitige Probenummer produziert. Ab 2003 soll der vom verlagsunabhängigen Verein Panorama Produktion herausgegebene Lift zehnmal jährlich in einer Auflage von 11000 Exemplaren erscheinen.
Die redaktionelle Verantwortung für das unaufwändig, aber ansprechend gestaltete Magazin liegt bei der AZ-Journalistin Gabriela Schenker, aus deren Feder auch die Coverstory über «Die Kanzleistrasse» stammt. Dort ist nicht nur die WerbeWoche, sondern nun auch Lift domiziliert. Grund genug für das bislang von Starthilfe (Migros Kulturprozent, Präsidialabteilung der Stadt Zürich und andere Geldgeber), ehrenamtlichen Mitarbeitern und (diesmal 14 bezahlten) Anzeigenseiten lebende Blatt, dieser Zentralachse des Kultkreises 4 eine achtseitige Reportage mit allerlei Lokalprominenz zu widmen.
Kooperation mit Schwesterblättern ratsam
Neben solch seichter Nabelschau, einigen Kulturkritiken und Kolumnen finden sich in der gratis in Szenelokalen und In-Läden aufliegenden Nullnummer auch drei kleine Mediengeschichten. In jener über den Verlagsstandort Zürich mahnt die Autorin zu weniger Autis-mus und mehr zwinglianischer Bescheidenheit – eine Attitüde, die auch den etwas selbst verliebten Lift-Konstrukteuren gut anstünde.
Erklärtes Ziel von Kenner und Konsorten ist es, dass ihr «Netzwerkprojekt», das neben dem Printprodukt eine schöne und zudem funktionale Website beinhaltet (www.liftonline.ch), «innert zwei Jahren» selbst tragend wird. Ein Mittel zu diesem Zweck könnte die Teilnahme am «Medienpool Kultur» sein, den die Basler Programmzeitung, das Luzerner Kulturmagazin und die St.Galler Saiten vergangenen November ins Leben riefen. Gegen Lift als viertes Rad am Wagen der Deutschschweizer Kulturmagazine könnten einzig Bedenken der Schwesterblätter sprechen, dass der Zürcher Nachzügler alleine mehr als halb so viel auf die Waage bringt wie das bisherige Trio zusammen (akkumulierte Auflage 21000 Exemplare).
Vorderhand aber hoffen die neuen Nachbarn von der Kanzleistrasse erst mal auf konstruktive Kritik von Publikum und Branche. Letztere dürfte vor allem von der linksalternativen Zürcher Konkurrenz kommen. Schliesslich lebt Lift letztlich vom gleichen Inserentenstamm wie die (rote) FabrikZeitung, das SP-Organ PS oder auch die WoZ. Wer weiss, vielleicht schlummert hier bislang noch unentdecktes Pool-Potenzial.
Nach Basel, Luzern, St.Gallen und Aarau hat nun auch Downtown Switzerland seine «regionale Kulturz(w)eitschrift». Oder besser: soll haben. Denn noch sei die Finanzierung des als Info- und Meinungsplattform konzipierten Magazins im A4-Format nicht restlos gesichert, sagt Projektleiter und Journalist Markus «Punky» Kenner.
Zwecks Animation weiterer Gönner und Sponsoren, aber auch «um das Leserecho mal auszuloten» hat der umtriebige
Ex-DRS-3-Musikredaktor zusammen mit einer ganzen Armada von Freunden und Freundesfreunden eine 66-seitige Probenummer produziert. Ab 2003 soll der vom verlagsunabhängigen Verein Panorama Produktion herausgegebene Lift zehnmal jährlich in einer Auflage von 11000 Exemplaren erscheinen.
Die redaktionelle Verantwortung für das unaufwändig, aber ansprechend gestaltete Magazin liegt bei der AZ-Journalistin Gabriela Schenker, aus deren Feder auch die Coverstory über «Die Kanzleistrasse» stammt. Dort ist nicht nur die WerbeWoche, sondern nun auch Lift domiziliert. Grund genug für das bislang von Starthilfe (Migros Kulturprozent, Präsidialabteilung der Stadt Zürich und andere Geldgeber), ehrenamtlichen Mitarbeitern und (diesmal 14 bezahlten) Anzeigenseiten lebende Blatt, dieser Zentralachse des Kultkreises 4 eine achtseitige Reportage mit allerlei Lokalprominenz zu widmen.
Kooperation mit Schwesterblättern ratsam
Neben solch seichter Nabelschau, einigen Kulturkritiken und Kolumnen finden sich in der gratis in Szenelokalen und In-Läden aufliegenden Nullnummer auch drei kleine Mediengeschichten. In jener über den Verlagsstandort Zürich mahnt die Autorin zu weniger Autis-mus und mehr zwinglianischer Bescheidenheit – eine Attitüde, die auch den etwas selbst verliebten Lift-Konstrukteuren gut anstünde.
Erklärtes Ziel von Kenner und Konsorten ist es, dass ihr «Netzwerkprojekt», das neben dem Printprodukt eine schöne und zudem funktionale Website beinhaltet (www.liftonline.ch), «innert zwei Jahren» selbst tragend wird. Ein Mittel zu diesem Zweck könnte die Teilnahme am «Medienpool Kultur» sein, den die Basler Programmzeitung, das Luzerner Kulturmagazin und die St.Galler Saiten vergangenen November ins Leben riefen. Gegen Lift als viertes Rad am Wagen der Deutschschweizer Kulturmagazine könnten einzig Bedenken der Schwesterblätter sprechen, dass der Zürcher Nachzügler alleine mehr als halb so viel auf die Waage bringt wie das bisherige Trio zusammen (akkumulierte Auflage 21000 Exemplare).
Vorderhand aber hoffen die neuen Nachbarn von der Kanzleistrasse erst mal auf konstruktive Kritik von Publikum und Branche. Letztere dürfte vor allem von der linksalternativen Zürcher Konkurrenz kommen. Schliesslich lebt Lift letztlich vom gleichen Inserentenstamm wie die (rote) FabrikZeitung, das SP-Organ PS oder auch die WoZ. Wer weiss, vielleicht schlummert hier bislang noch unentdecktes Pool-Potenzial.
