Lets read Violet

Eine neue englischsprachige Monatszeitschrift für Expatriates

Eine neue englischsprachige Monatszeitschrift für ExpatriatesEnde dieses Jahres soll erstmals das in englischer Sprache geschriebene Magazin Violet, The Swiss International Magazine, erscheinen. Die Herausgeber publizieren auch die Onlinezeitung largeur .com, die monatlich 600000 Pageviews verzeichnet, wie Gabriel Sigrist der WerbeWoche erklärte. Er und Pierre Grosjean rechnen mit einer Auflage von 35000 bis 40000 Exemplaren für Violet. Zur Hauptsache soll das Magazin über Abos verkauft werden. Ziel sei eine Abonnentenzahl von 20000, ergänzt Sigrist. Violet soll aber auch am Kiosk erhältlich sein und über Botschaften, anglofone Klubs und Mitarbeiter multinationaler Firmen mit Sitz in der Schweiz vertrieben werden. Diese würden mit gezielten Mailings angeschrieben, sagt der Mitherausgeber weiter.
Der Vorgänger scheiterte an seiner Positionierung
Dem Vorgänger von Violet, der Geneva Post, war wenig Glück beschieden. Der 1994 vom Genfer Anwalt Jacques Werner als Tageszeitung lancierte Titel musste bereits kurz nach der Lancierung in eine Wochenzeitung umgewandelt werden. Nur zwei Jahre später kam das definitive Aus für das Blatt.
Mediaplaner warfen seinerzeit dem Produkt und seinen Machern vor, es sei schlecht positioniert und die Anzeigenpreise viel zu hoch. Doch Herausgeber Werner mochte damals die Stimmen der Mediaspezialisten nicht hören. Man brauche den Segen dieser Leute nicht, um eine Zeitung zu machen, liess er sich damals in der WerbeWoche vernehmen.
Expatriates interessieren sich vermehrt fürs Gastland
Violet wird im Kreise der Mediaspezialisten indes weit positiver bewertet. Ein englischsprachiges Magazin für die über eine Million Menschen in der Schweiz, die täglich Englisch sprechen, mache durchaus Sinn. Die Werbeauftraggeber wünschten heute vermehrt als noch vor sechs oder zehn Jahren ein breites und vielschichtiges Medienangebot. Das Monatsmagazin Violet mit nationaler Streuung sei deshalb ein willkommenes Zusatzangebot für die nationa-len und internationalen Werbeauftraggeber.
Voraussetzung für das Gelingen des Magazins seien allerdings vernünftige Anzeigenpreise und ein hohes redaktionelles Niveau. Das Verhalten der anglofonen Expatriates habe sich ebenfalls geändert. Diese interessierten sich vermehrt für das Geschehen im Gastland, weiss man bei den Mediaspezialisten ausserdem.
Dies bestätigt auch Gabriel Sigrist, Mitbegründer von Violet. Wer in seiner Firma, aber auch im Freundeskreis kompetent mitreden wolle, sähe sich vermehrt verpflichtet, sich mit der Umwelt auseinander zu setzen, meint er. Gegenüber dem Vorgängerprojekt Geneva Post sieht Sigrist zudem gewichtige Unterschiede. Nebst der nationalen Verbreitung werde die monatlich erscheinende Zeitschrift von einem Onlineauftritt begleitet. Damit könne auf die Tagesaktualität eingegangen und der Servicecharakter verstärkt werden. Diesem werde in Violet viel Bedeutung zugemessen.
Erst war Violet ein Arbeitstitel, nun wird er definitiv
Für ein hohes Niveau im Redaktionsteil sollen englischsprachige Journalisten sorgen, die in der Schweiz als Korrespondenten für ausländische Zeitschriften schreiben. Diese reissen sich offenbar um einen Job bei Violet. Er habe bereits zahlreiche interessante Bewerbungen erhalten, bestätigt Gabriel Sigrist gegenüber der WerbeWoche weiter.
Berichten wolle man über Bereiche, welche die internationale Gemeinschaft interessierten. Nebst der Redaktion in Genf ist auch ein Redaktions- und Verkaufsbüro in Zürich geplant. Das genaue Erscheinungsdatum der ersten Ausgabe von Violet ist noch nicht festgelegt, doch rechnen Sigrist und Grosjean mit dem Monat Dezember.
Der Name Violet sei erst nur Arbeitstitel für das Projekt gewesen, sagt Sigrist. Weil aber Violett die Farbe der Zukunft sei und der Name gefallen habe, sei das Magazin jetzt definitiv so getauft worden. Auf die Farbe der Zukunft hatte seinerzeit schon der inzwischen wegfusionierte Le Nouveau Quotidien in seinem Layout gesetzt.
Anita Vaucher

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