«Whassup in Geneva?»

Die Westschweiz hat einen weiteren Jungverleger mit einem Riecher für die englischsprachige Nische:

Die Westschweiz hat einen weiteren Jungverleger mit einem Riecher für die englischsprachige Nische:Addison Holmes stellte fest, dass die Bewohner Genfs mit Muttersprache Englisch zu wenig Informationen über das lokale Geschehen bekommen – sowohl im politischen als auch im kulturellen Bereich. Sein Geneva English Speaking Magazine (GEM) sieht er zudem als Plattform der Begegnung zwischen den Genfern und ihren englischsprachigen Mitbürgern. Die erste Ausgabe im Januar 2003 werde sich zum Beispiel mit den verschiedenen Religionen auseinander setzen, die in der Rhonestadt praktiziert würden, sagt der Verleger. Von GEM sind zehn Ausgaben pro Jahr geplant. Die Startauflage werde 5000 Exemplare betragen, später soll auf 15000 aufgestockt werden. Die Zeitschrift will geplante 60 Seiten umfassen, vier Franken kosten und auch am Kiosk erhältlich sein. Holmes zählt auf 60000 bis 100000 potenzielle Leserinnen und Leser in Genf, deren Hunger nach Lokalinfos er mit seinem Blatt stillen will.
Dass schon andere Verlage auf dem Platz Genf vergeblich ihr Glück mit englischsprachigen Titeln versucht haben, schreckt Holmes nicht ab. Noch nicht lange ists her, dass die Geneva Post ihr Erscheinen einstellen musste. Sie hatte die gleichen Zielsetzungen und das gleiche Publikum im Visier. Holmes indessen glaubt an sein Konzept und ist auch zuversichtlich, dass GEM für die lokalen Inserenten eine willkommene Alternative sein werde. Jedenfalls habe dies eine erste Vorabklärung ergeben, sagte er gegenüber der WerbeWoche.
Noble Zurückhaltung, wenns ums Geld geht
Nicht ganz so optimistisch sieht Charly Schwarz von XL Media die Chancen für neue Printprodukte in diesem Lesersegment. Weil die Lokal-TVs und Lokalradiostationen bei den Zuschauer- und Hörerzahlen enorm zugelegt hätten, sei die Konkurrenzsituation ungleich schärfer geworden. Viel hänge auch davon ab, ob ein neues Produkt über Mittel für die notwendigerweise hohen Investitionen verfüge, gibt er zu bedenken.
Holmes mag allerdings nicht darüber reden. Fragt man ihn, wie viel Geld er in die Hand nehmen will, um seinem jüngsten Baby die ersten Schritte in die Genfer Zeitungslandschaft zu ermöglichen, schweigt er beharrlich. Freilich, der 33-jährige Australier hat bereits in Melbourne diverse Magazine lanciert und in Genf für die Vereinten Nationen gearbeitet. Er ist alles andere als ein Greenhorn aus dem Aussie-Dschungel. In der Branche wird er als smart und intelligent bezeichnet.
So sagt etwa Gabriel Sigrist, Mitherausgeber des Magazins Violet, ebenfalls eine Neugründung auf der Suche nach dem englischsprachigen Leser in der Schweiz, über den Jungverleger: «Addison Holmes ist ein brillanter Typ. Wir schliessen auch eine punktuelle Zusammenarbeit mit ihm nicht aus.» Konkrete Pläne dafür gebe es allerdings noch nicht. Anita Vaucher

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