Schön, schön blüht das Edelweiss
Basler Mediengruppe holt Jean-Frey-Richterich in den Verwaltungsrat des Privatradios
Basler Mediengruppe holt Jean-Frey-Richterich in den Verwaltungsrat des PrivatradiosVon Markus Knöpfli Kaum in neuen Händen, strebt Radio Edelweiss nun die Marktführerschaft in der Region Basel an. Ein grosses Ziel, denn nach sechs Sanierungsjahren steht das Radio der Basler Mediengruppe noch weit hinter dem Tamedia-Sender Basilisk zurück.
Die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates (VR) der Radio Edelweiss AG birgt mit den Namen Christoph Richterich und Francis Rivollet gleich zwei Überraschungen: Richterich hatte im letzten Frühjahr im Auftrag der Swissfirst für die Neupositionierung der Jean-Frey-Aktien gesorgt und wurde als Mitinhaber einer Marketing- und Kommunikationsagentur von der Basler Mediengruppe (BM) in den Edelweiss-VR berufen. Er werde bei der Neupositionierung des Senders mithelfen, sagte er.
Der Name Rivollet hingegen erstaunt, weil mit ihm die französische NRJ Group erstmals im VR Einsitz nimmt. Ein Sitz steht der europaweit tätigen NRJ zwar schon zu, seit sie vor zwei Jahren den Edelweiss-Aktionär Radio Nostalgie (24%) geschluckt hat – doch besetzt hat sie ihn nie. Nun scheint es, dass mit dem BM-Einstieg das Baselbieter Radio auch für NRJ an Attraktivität gewonnen hat. In der Medienmitteilung teilt die BM denn auch mit, dass sie ihrem jüngsten Baby künftig das NRJ-Know-how zukommen lassen will.
Auch wenn NRJ den VR-Sitz vakant liess, ihren übrigen Pflichten als Aktionärin kam sie nach. So bezahlte sie jährlich ihren Anteil an den Sanierungskosten von ingesamt 1,15 Millionen Franken – bis 2001. In jenem Jahr waren erstmals keine Beiträge nötig, das Radio schrieb nach sechs Jahren endlich schwarze Zahlen.
Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Als 1996 die Sanierer Bernhard Burgener, VR-Präsident der Highlight Communications AG mit Sitz in Pfäffikon, und Alois Ehrat, Inhaber eines Transportunternehmens in Basel, beim damaligen Radio Raurach das Steuer übernahmen, lag der Sender am Boden. Bei der Tagesreichweite kam er auf knapp 26000 Hörer, der Jahresumsatz betrug 887000 Franken und das Defizit 837000 Franken. Sechs Jahre später betrug der Umsatz 2,86 Millionen Franken, der erste Gewinn 28000 Franken (trotz Investitionen in ein digitales Studio), und die Tagesreichweiten hatten sich – bis zum Ende der alten Messart – auf 50700 Hörer verdoppelt. Noch höher, nämlich bei 79000 Hörern, startete Edelweiss 2001 in die Radiocontrolära, mittlerweile ist es aber auf 69400 zurückgefallen, derweil Konkurrent Basilisk etwa das Doppelte erreicht.
Auch die Einnahmen im lau-fenden Jahr sehen nicht mehr so gut aus wie 2001. Zwar war ein ähnlich hoher Gewinn budgetiert, angesichts der Wirtschaftslage wird aber wohl eher ein Defizit in entsprechender Höhe herausschauen (siehe Interview). Dennoch hat Radio Edelweiss unter Burgener und Ehrat zweifellos den richtigen Weg eingeschlagen.
Der neue Edelweiss-VR
Die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates (VR) der Radio Edelweiss AG birgt mit den Namen Christoph Richterich und Francis Rivollet gleich zwei Überraschungen: Richterich hatte im letzten Frühjahr im Auftrag der Swissfirst für die Neupositionierung der Jean-Frey-Aktien gesorgt und wurde als Mitinhaber einer Marketing- und Kommunikationsagentur von der Basler Mediengruppe (BM) in den Edelweiss-VR berufen. Er werde bei der Neupositionierung des Senders mithelfen, sagte er.
Der Name Rivollet hingegen erstaunt, weil mit ihm die französische NRJ Group erstmals im VR Einsitz nimmt. Ein Sitz steht der europaweit tätigen NRJ zwar schon zu, seit sie vor zwei Jahren den Edelweiss-Aktionär Radio Nostalgie (24%) geschluckt hat – doch besetzt hat sie ihn nie. Nun scheint es, dass mit dem BM-Einstieg das Baselbieter Radio auch für NRJ an Attraktivität gewonnen hat. In der Medienmitteilung teilt die BM denn auch mit, dass sie ihrem jüngsten Baby künftig das NRJ-Know-how zukommen lassen will.
Auch wenn NRJ den VR-Sitz vakant liess, ihren übrigen Pflichten als Aktionärin kam sie nach. So bezahlte sie jährlich ihren Anteil an den Sanierungskosten von ingesamt 1,15 Millionen Franken – bis 2001. In jenem Jahr waren erstmals keine Beiträge nötig, das Radio schrieb nach sechs Jahren endlich schwarze Zahlen.
Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Als 1996 die Sanierer Bernhard Burgener, VR-Präsident der Highlight Communications AG mit Sitz in Pfäffikon, und Alois Ehrat, Inhaber eines Transportunternehmens in Basel, beim damaligen Radio Raurach das Steuer übernahmen, lag der Sender am Boden. Bei der Tagesreichweite kam er auf knapp 26000 Hörer, der Jahresumsatz betrug 887000 Franken und das Defizit 837000 Franken. Sechs Jahre später betrug der Umsatz 2,86 Millionen Franken, der erste Gewinn 28000 Franken (trotz Investitionen in ein digitales Studio), und die Tagesreichweiten hatten sich – bis zum Ende der alten Messart – auf 50700 Hörer verdoppelt. Noch höher, nämlich bei 79000 Hörern, startete Edelweiss 2001 in die Radiocontrolära, mittlerweile ist es aber auf 69400 zurückgefallen, derweil Konkurrent Basilisk etwa das Doppelte erreicht.
Auch die Einnahmen im lau-fenden Jahr sehen nicht mehr so gut aus wie 2001. Zwar war ein ähnlich hoher Gewinn budgetiert, angesichts der Wirtschaftslage wird aber wohl eher ein Defizit in entsprechender Höhe herausschauen (siehe Interview). Dennoch hat Radio Edelweiss unter Burgener und Ehrat zweifellos den richtigen Weg eingeschlagen.
Der neue Edelweiss-VR
Edelweiss-Hauptaktionär ist die BM mit 55%, die NRJ Group hält 24%, der Edelweiss-Club (Förderverein) 8%, und mehrere Kleinaktionäre kommen auf insgesamt 13%. Die Funktion des VR-Präsidenten hat seit dem 28. Oktober BM-CEO Beat Meyer inne, weitere Mitglieder sind BM-Verwaltungsrätin Ruth Ludwig-Hagemann, BM-Finanzchef Peter Wyss, Tanja Schmidt, bei der BM Leiterin audiovisuelle Medien, Edelweiss-Geschäftsführer Daniel von Wattenwyl, Christoph Richterich (Richterich + Partner, ohne Aktien) und Francis Rivollet (NRJ Group). Im VR der Radio Edelweiss Werbe AG (Rewag, zu 100% bei der BM) werden Meyer, Wyss und Ludwig-Hagemann Einsitz nehmen. (mk)
