Rundengewinn ohne Ende
Von Beat Fritsch
Von Beat FritschDer Spruch hat sich beim TV längst als Running Gag etabliert: Die langweiligen Serien und Spielfilme füllen die Lücken zwischen den spannenden Werbeblöcken. Gleiches gilt je länger, je mehr auch bei den Privatradios. Eine Analyse der ausgezeichneten Spots beim Wettbewerb ums Goldene Ohr im Miller’s Studio im Zürcher Seefeld, aber auch des morgendlichen Radiokonsums, stützt jedenfalls diese unschöne Vermutung.Bestanden früher Radiospotblöcke aus einer Anhäufung ges(t)ammelter Peinlichkeiten, schreiben heute die meisten Kunden ihre Spots nicht mehr selbst. Auch wenn Spot-Texter noch nicht der angestrebte Werbe-Traumberuf ist, so hat sich die Qualität der Commercials markant verbessert.
Dafür wird das Rahmenprogramm um die Werbung herum immer öder, ganz zu schweigen von der noch einfältigeren Moderation. Indes: Der musikalische Einheitsbrei mit morgendlichem Scherztelefon-Terror und anderen Sauglattismen stinkt dem Vernehmen nach nicht mehr nur den Durchschnittshörern unter den Werbern, wie eine fast repräsentative Umfrage unter den Gästen des Goldenen Ohrs ergab.
Bruno Oetterli beispielsweise, Chef von Radiotele und damit immerhin oberster Vermarkter der Schweizer Privatradios, höre frühmorgens vorzugsweise DRS 1, verlautete aus zuverlässiger, aber sehr diskreter Quelle. Der Shortlisttipp für besseren Hörgenuss wiederum lautet: auf Sender mit einer 3 am Schluss ausweichen, egal, ob sie nun das Präfix Couleur, SWF, Ö oder B im Namen tragen. Fast schon Kultstatus erreicht, wer morgens DRS 2 hört.
Kübelweise Häme hätte man im Vorfeld auch über die Preisträger der diesjährigen Stocks-Awards-Verleihung ausschütten können, die im Lake Side Casino Zürichhorn über die Bühne ging. Die Aktie, der Analyst und die Research-Bank des Jahres wurden dort gekürt. «Die beste Aktie wird diejenige sein, welche den geringsten Kursrückgang innert eines Jahres verzeichnet hat, und der beste Analyst derjenige, welcher mit seinen Voraussagen nur in 50 Prozent aller Fälle falsch lag», lautete denn auch das Voraus-Verdikt der Stammtisch-Finanzpropheten. Weit gefehlt: Geprügelt gehörten eigentlich viel mehr diese «Börsenprofis» unter den «Putzfrauen-Anlegern». Sie sind nämlich noch immer der irrigen Ansicht, die Börse habe in erster Linie eine Einbahnstrasse nach oben zu sein, seit ihre Sparbatzen in Aktien und Fonds gebunden sind.
Wie an den weltweiten Finanzmärkten war auch die Stimmung an den Stocks-Awards schon besser. Früher konnte man noch mit den tags zuvor realisierten Traumgewinnen klotzen, statt Probleme wie schwindendes Vertrauen oder rückläufige Wirtschaftszahlen zu wälzen. Ganz so schlimm wars dann aber doch nicht: Mit zunehmendem Champagnerkonsum – dafür reicht das Geld noch – besserte sich auch die Stimmung.
Einmal mehr war das abendliche Highlight die Moderation der Eventverantwortlichen Bettina Möhr und von Stocks-Chefredaktor Reto Lipp. Sie führten fulminant durchs Programm und müssen wohl bald einmal mit höheren Löhnen geködert werden. Sonst wandern sie zu einem TV-Sender oder ins Showbusiness ab. Manch einer jedenfalls, der sich professioneller Moderator nennt, könnte sich bei den beiden eine Scheibe abschneiden.
Bei der Edi.02-Verleihung im alten Tramdepot Oerlikon lautete das Jury-Motto wohl «Auszeichnungen an die üblichen Verdächtigen». Zu Siegerehren kamen jene, die auch auf anderen Treppchen zu finden sind, sei es auf der Cannes-Shortlist, beim ADC oder weiteren Kreativausmarchungen. Unter den Namen der verantwortlichen Agenturen finden sich Ruf Lanz, Advico Young & Rubicam oder Spillmann Felser Leo Burnett, bei Produktion und Postproduktion sind es Firmen wie Condor, Pumpkin, Frame Eleven, Absolutturnus oder Das Werk.
Die Edi-Party lief eigentlich ganz gut an. Hingegen leerte sich der Saal für einen Werberevent unanständig früh und lange vor Mitternacht, was damit zu tun haben könnte, dass man die Getränke selbst berappen musste. Die Party war zwar besser als die der letzten Edi-Verleihung, wo durch Galabestuhlung eine breit abgestützte Kommunikation schon im Ansatz abgewürgt wurde. Doch an die erste Austragung vor zwei Jahren kam man trotzdem nicht heran. Der damalige Austragungsort Schiffbau strahlt halt einfach mehr urbanen Charme aus als eine profane Tramwerkstatt.
Schnelle Runden zu drehen, war Ende Woche in Spreitenbach angesagt. Unter der Regie des Touring-Magazins und dessen Marketingleiters Reto Kammermann durfte man sich auf Mini-Boliden wie ein kleiner Schumi fühlen. Angesagt war die 2. Rock ’n’ Race Night, die nach dem letztjährigen Erfolg geradezu nach einer Wiederholung brüllte. Im Übrigen aber hielt sich das Gebrüll in Grenzen, denn die elektrisch angetriebenen Go-karts in Spreitenbach schnurrten eher wie leicht vergreiste Hauskatzen – nirgendwo eine Spur von Tiger im Tank. Eher vom Kater in der Batterie…und vom Wurm im Computersystem, um die Tierwelt weiter zu würdigen: Nach den ersten Ausscheidungsläufen gingen nämlich auf Grund einer PC-Panne sämtliche Rundenzeiten verloren. Das System musste neu gestartet werden, und die bereits von Trainings- und Quali-Läufen ausgepowerten Kart-Piloten wurden nochmals aufgeboten. Mag Gokarting von aussen so locker und leicht aussehen – untrainierten Zeitgenossen fährt das Ganze doch nachhaltig in die Muskeln!
Beat Fritsch
Dafür wird das Rahmenprogramm um die Werbung herum immer öder, ganz zu schweigen von der noch einfältigeren Moderation. Indes: Der musikalische Einheitsbrei mit morgendlichem Scherztelefon-Terror und anderen Sauglattismen stinkt dem Vernehmen nach nicht mehr nur den Durchschnittshörern unter den Werbern, wie eine fast repräsentative Umfrage unter den Gästen des Goldenen Ohrs ergab.
Bruno Oetterli beispielsweise, Chef von Radiotele und damit immerhin oberster Vermarkter der Schweizer Privatradios, höre frühmorgens vorzugsweise DRS 1, verlautete aus zuverlässiger, aber sehr diskreter Quelle. Der Shortlisttipp für besseren Hörgenuss wiederum lautet: auf Sender mit einer 3 am Schluss ausweichen, egal, ob sie nun das Präfix Couleur, SWF, Ö oder B im Namen tragen. Fast schon Kultstatus erreicht, wer morgens DRS 2 hört.
Kübelweise Häme hätte man im Vorfeld auch über die Preisträger der diesjährigen Stocks-Awards-Verleihung ausschütten können, die im Lake Side Casino Zürichhorn über die Bühne ging. Die Aktie, der Analyst und die Research-Bank des Jahres wurden dort gekürt. «Die beste Aktie wird diejenige sein, welche den geringsten Kursrückgang innert eines Jahres verzeichnet hat, und der beste Analyst derjenige, welcher mit seinen Voraussagen nur in 50 Prozent aller Fälle falsch lag», lautete denn auch das Voraus-Verdikt der Stammtisch-Finanzpropheten. Weit gefehlt: Geprügelt gehörten eigentlich viel mehr diese «Börsenprofis» unter den «Putzfrauen-Anlegern». Sie sind nämlich noch immer der irrigen Ansicht, die Börse habe in erster Linie eine Einbahnstrasse nach oben zu sein, seit ihre Sparbatzen in Aktien und Fonds gebunden sind.
Wie an den weltweiten Finanzmärkten war auch die Stimmung an den Stocks-Awards schon besser. Früher konnte man noch mit den tags zuvor realisierten Traumgewinnen klotzen, statt Probleme wie schwindendes Vertrauen oder rückläufige Wirtschaftszahlen zu wälzen. Ganz so schlimm wars dann aber doch nicht: Mit zunehmendem Champagnerkonsum – dafür reicht das Geld noch – besserte sich auch die Stimmung.
Einmal mehr war das abendliche Highlight die Moderation der Eventverantwortlichen Bettina Möhr und von Stocks-Chefredaktor Reto Lipp. Sie führten fulminant durchs Programm und müssen wohl bald einmal mit höheren Löhnen geködert werden. Sonst wandern sie zu einem TV-Sender oder ins Showbusiness ab. Manch einer jedenfalls, der sich professioneller Moderator nennt, könnte sich bei den beiden eine Scheibe abschneiden.
Bei der Edi.02-Verleihung im alten Tramdepot Oerlikon lautete das Jury-Motto wohl «Auszeichnungen an die üblichen Verdächtigen». Zu Siegerehren kamen jene, die auch auf anderen Treppchen zu finden sind, sei es auf der Cannes-Shortlist, beim ADC oder weiteren Kreativausmarchungen. Unter den Namen der verantwortlichen Agenturen finden sich Ruf Lanz, Advico Young & Rubicam oder Spillmann Felser Leo Burnett, bei Produktion und Postproduktion sind es Firmen wie Condor, Pumpkin, Frame Eleven, Absolutturnus oder Das Werk.
Die Edi-Party lief eigentlich ganz gut an. Hingegen leerte sich der Saal für einen Werberevent unanständig früh und lange vor Mitternacht, was damit zu tun haben könnte, dass man die Getränke selbst berappen musste. Die Party war zwar besser als die der letzten Edi-Verleihung, wo durch Galabestuhlung eine breit abgestützte Kommunikation schon im Ansatz abgewürgt wurde. Doch an die erste Austragung vor zwei Jahren kam man trotzdem nicht heran. Der damalige Austragungsort Schiffbau strahlt halt einfach mehr urbanen Charme aus als eine profane Tramwerkstatt.
Schnelle Runden zu drehen, war Ende Woche in Spreitenbach angesagt. Unter der Regie des Touring-Magazins und dessen Marketingleiters Reto Kammermann durfte man sich auf Mini-Boliden wie ein kleiner Schumi fühlen. Angesagt war die 2. Rock ’n’ Race Night, die nach dem letztjährigen Erfolg geradezu nach einer Wiederholung brüllte. Im Übrigen aber hielt sich das Gebrüll in Grenzen, denn die elektrisch angetriebenen Go-karts in Spreitenbach schnurrten eher wie leicht vergreiste Hauskatzen – nirgendwo eine Spur von Tiger im Tank. Eher vom Kater in der Batterie…und vom Wurm im Computersystem, um die Tierwelt weiter zu würdigen: Nach den ersten Ausscheidungsläufen gingen nämlich auf Grund einer PC-Panne sämtliche Rundenzeiten verloren. Das System musste neu gestartet werden, und die bereits von Trainings- und Quali-Läufen ausgepowerten Kart-Piloten wurden nochmals aufgeboten. Mag Gokarting von aussen so locker und leicht aussehen – untrainierten Zeitgenossen fährt das Ganze doch nachhaltig in die Muskeln!
Beat Fritsch
ging an den unzähligen Events der letzten Woche auf die Suche nach besonders erwähnenswerten Bestleistungen. Solche wurden vergeben vom Verein Goldenes Ohr für die besten Radiospots, vom Anlegermagazin Stocks für die Aktie und den Analysten des Jahres, von der Swissfilm Association für die besten Schweizer Werbe- und Auftragsfilme und vom Magazin Touring für die besten Gokart-Piloten.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Partys und Apéros trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder: www .werbewoche.ch
