Gegenwärtig in der Vergangenheit

Für das Theater an der Winkelwiese blätterte Bonaparte in den Fotoalben von Promis

Für das Theater an der Winkelwiese blätterte Bonaparte in den Fotoalben von PromisDer ersehnte «Marthaler-Effekt» in Zürich ist ausgeblieben. Für die kleineren Bühnen wie das Theater an der Winkelwiese ist es im Rummel um die städtische Schauspielhauspolitik nicht leichter geworden, ins Rampenlicht zu treten. Und obschon Kunst und Kommerz sich mittlerweile vereinen, sind die Theaterkassen heute so leer, dass mehr als Spielplaninformation kaum drinliegt. Heute muss sich jede Bühne aus eigener Kraft in Szene setzen und ihre Identität beim Zielpublikum festigen. Für Uwe Heinrichs, Leiter der Presseabteilung am Theater Neumarkt, besteht Theatermarketing hauptsächlich aus der guten künstlerischen Qualität, die das Publikum praktisch immer erreicht. Der Vorteil gegenüber grossen Bühnen liege im kleinen Ensemble, das Intimität schaffe und das Publikum ans Haus binde. Nur einen geringen Anteil trage die klassische Werbung zum Image und zur Wiedererkennbarkeit bei, weil der Markt regional und zahlenmässig stark begrenzt sei und sich Investitionen in klassische Werbung kaum auszahlten, meint Heinrichs.
Deshalb sind kleinere Bühnen zumeist aufs ehrenamtliche Engagement einer Kommunikationsagentur angewiesen. So auch das Theater an der Winkelwiese, das den Wechsel in der Direktion, den neuen Spielplan und das neue Magazin zum Anlass nahm, auf die eigene Existenz im Schatten von Pfauenbühne und Schiffbau aufmerksam zu machen. In der Villa am Rande der Zürcher Altstadt wird Anfang 2003 Stephan Roppel die Direktion der als Talentschmiede bekannten Bühne übernehmen. Mit dem Spielzeitthema «Present Past», das auf Biografien fokussiert und sie in vielen Facetten beleuchtet, lanciert die Bühne ein 24-seitiges Hausmagazin, das in einer Auflage von 10000 Exemplaren zweimal jährlich erscheinen soll.
Zusammen mit der Plakatkampagne ist es das dominante Instrument im Kommunikationsmix, der weiterhin von Bonaparte betreut wird. Das Motto der Saison setzte CD Guillaume Borel dank «des Sympathiebonus für die kleine renommierte Bühne» mit Zugpferden um. Trotz der negativen Schlagzeilen um die Marthaler-Polemik waren Promis wie Beatrice Tschanz oder Charles Clerc gerne bereit, einen Beitrag für die Bühne zu leisten und kramten schwarzweisse Kinderfotos hervor.
Luca Aloisi
AD–Rating

Theater an der Winkelwiese
Murmeli mit Harndrang bringens nicht, Bier hin oder her. Doch bevor man ins nächste Ad-Rating reinklickt, guckt man sich wohl am besten die eigenen Kinderfotos nochmals an: See you auf www.werbewo che.ch/adrating.
Calanda Viva
Top: 48,07%
Flop: 51,93%
Lob und Tadel der AD-Raters zusammengefasst auf www.werbewoche .ch/adrating/comments

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