Kein Bund fürs Leben
Potenzielle Partner des Berner Traditionsblatts winken ab
Potenzielle Partner des Berner Traditionsblatts winken abSpätestens in drei Monaten möchte (oder eher: muss) Beat Lauber seinem Verwaltungsrat ein entscheidungsreifes Sanierungskonzept für den Bund vorlegen. Mehr als diesen Zeithorizont wollte der Regionalzeitungsboss der NZZ-Gruppe, die 80 Prozent an der maroden Hauptstadtzeitung hält, auf Anfrage der WerbeWoche jedoch nicht preisgeben. Kein Wunder, zeigen ihm doch alle Kandidaten für eine Partnerschaft bislang die kalte Schulter. Eine Kooperation wird aber auf Grund stetig steigender Verluste offenbar dringend gesucht. Für Georges von Csernatony, Chefstratege der heute bereits mit 20 Prozent beteiligten Publicitas, kommt eine Aufstockung ebenso wenig in Frage wie eine etwaige Verlegertätigkeit. Die «P» habe bei ihrem ältesten Pachttitel zwar immer gerne ausgeholfen. «Jedes weitere Engagement müsste jedoch auf soliden finanziellen Argumenten fussen, und die existieren meines Wissens nicht.»
Ins gleiche Horn stösst der CEO der Basler Mediengruppe, die kürzlich von Cash als potenzielle NZZ-Lokalpartnerin ins Gespräch gebracht wurde. Auch wenn man stets die Augen offen halte für Investitionsmöglichkeiten des Jean-Frey-Erlöses: «Wir haben unsere Lehren aus dem Zürich-Abenteuer gezogen; eine Neuauflage in Bern steht derzeit nicht zur Diskussion», stellt Beat Meyer klar. Und Peter Wanner, Verleger der Mittelland Zeitung, fühlt sich von den NZZ-Nöten gar so wenig betroffen, dass er eine Stellungnahme von vorne herein als überflüssig erachtet.
Zürcher Schulterschluss in Bern als Alternative?
Vielleicht ist die Partnersuche aber bloss eine raffinierte Finte, die von näher liegenderen und zugleich weit reichenderen Allianz-plänen ablenken soll. Wäre es für die unter Sparzwang stehende NZZ beispielsweise nicht plausibel, den Bund bei der zu 49 Prozent von Tamedia kontrollierten Berner Zeitung einzubringen, um so längerfristig wenigstens einen Fuss im Berner Markt zu behalten? Beat Lauber meint jedenfalls nicht zufällig, dass derzeit «fast alles denkbar» sei.
Oliver Classen
Ins gleiche Horn stösst der CEO der Basler Mediengruppe, die kürzlich von Cash als potenzielle NZZ-Lokalpartnerin ins Gespräch gebracht wurde. Auch wenn man stets die Augen offen halte für Investitionsmöglichkeiten des Jean-Frey-Erlöses: «Wir haben unsere Lehren aus dem Zürich-Abenteuer gezogen; eine Neuauflage in Bern steht derzeit nicht zur Diskussion», stellt Beat Meyer klar. Und Peter Wanner, Verleger der Mittelland Zeitung, fühlt sich von den NZZ-Nöten gar so wenig betroffen, dass er eine Stellungnahme von vorne herein als überflüssig erachtet.
Zürcher Schulterschluss in Bern als Alternative?
Vielleicht ist die Partnersuche aber bloss eine raffinierte Finte, die von näher liegenderen und zugleich weit reichenderen Allianz-plänen ablenken soll. Wäre es für die unter Sparzwang stehende NZZ beispielsweise nicht plausibel, den Bund bei der zu 49 Prozent von Tamedia kontrollierten Berner Zeitung einzubringen, um so längerfristig wenigstens einen Fuss im Berner Markt zu behalten? Beat Lauber meint jedenfalls nicht zufällig, dass derzeit «fast alles denkbar» sei.
Oliver Classen
