Die Gurke ist die Botschaft

Krankenkassen Die Berner Werbeagentur Lang Gysi Knoll (LGK) will mit bewusst irritierenden Sujets neugierig machen auf die frisch geschaffene Internetplattform der Krankenkasse KPT.

Krankenkassen Die Berner Werbeagentur Lang Gysi Knoll (LGK) will mit bewusst irritierenden Sujets neugierig machen auf die frisch geschaffene Internetplattform der Krankenkasse KPT.Die Zukunft der Krankenkasse heisst Internet. So jedenfalls sehen das die Verantwortlichen der KPT. Vielfältig sind die Möglichkeiten, zwischen Patient, Arzt und Kasse Informationen auf digitalem Weg auszutauschen. Mit ihrer neuen Internetplattform KPTnet setzt die Berner Krankenkasse deshalb schon jetzt auf Kundenbetreuung per Mausklick. Und denkt dabei laut darüber nach, mittelfristig die Kosten zu senken. Mehr noch: KPT hat mit ihrem neuen Internetauftritt als erste Anbieterin die «elektronische Krankenversicherung» umgesetzt. Die Plattform verbessert die Transparenz und Information gegenüber dem Versicherten massiv. Dieser neue Service wird von der KPT-Hausagentur LGK mit einer nationalen Plakatkampagne bekannt gemacht. Die Berner Agentur wollte dabei explizit mit einer Kampagne arbeiten, die sich «wohltuend vom weich gespülten Brancheneinerlei der anderen Krankenkassen abhebt», wie CD Simone Quast erklärt. Die Kasse wolle mit unkonventionellen Sujets Aufmerksamkeit erregen. Und so auch «die Innovationskraft der KPT deutlich machen», präzisiert Quast die Auswahl der überraschenden Bildmotive.
Keine KundenfängereiDie Plakate dienen somit vorwiegend der Imagewerbung, denn die KPT ist nicht primär auf der Suche nach neuen Kunden, sondern will die bestehende Kundschaft «upgraden» und über neue Dienstleistungen informieren. Qualitätsstrategie statt Expansionsstrategie.
«Wir wollen die führende Kasse sein im Service und im Dienstleistungssektor», erklärt Mathias Marti, Leiter Kommunikation bei der KPT. Diese will auch als Kasse etwas dafür unternehmen, dass ihre Mitglieder «nicht wegen jedes Bobos» zum Arzt gehen, sondern sich zuerst einmal selber auf der Website der Kasse schlau machen. Dort findet sich deshalb auch ein «Krankheitslexikon» sowie Antworten auf 160 Fragen rund um Gesundheit und Gesundheitswesen. Auch witzige «Krankheiten» wie zum Beispiel «Haarausfall» oder «Prüfungsangst» werden thematisiert.
Auf der neuen Homepage finden sich aber nicht nur Tipps zu diesen «Krankheiten». Kunden und Mitarbeiter der KPT arbeiten auf derselben Plattform: Versicherte können die Daten zu ihren Policen jederzeit einsehen, Rechnungen überprüfen, Zahlungsmodalitäten per Internet ändern oder Versicherungen anpassen. «Ähnlich wie beim E-Banking werden auch bei der KPT Kunden zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern», meint Marti. «Das Backoffice wird quasi bis zum Kunden verlagert.»
Gut unterhalten
Für diese kundenorientierte Haltung der KPT hat die Agentur nach einer «überraschenden Umsetzung» gesucht, wie Simone Quast erklärt. Die Botschaft besticht durch ihre Verknappung auf witzige Situationen. Ein fast leeres Gurkenglas soll zum Beispiel Frauen ansprechen, die mit ihrer Krankenkasse aktuell eine Frage rund um das Thema Schwangerschaft besprechen möchten. Quast: «Wir wollen dem Betrachter das Gefühl geben, dass die KPT einen konstruktiven Beitrag zur Kostensenkung leistet. Wenn wir ihn darüber hinaus auch gut unterhalten, dürfen wir für unseren Kunden einige Pluspunkte auf der Imageskala erwarten.»
Die gesamtschweizerische Plakatkampagne mit B12 und B200 ist Ende Januar gestartet.
Auf ungewöhnliche Sujets reduziert: LGK-Imagekampagne für die E-Krankenversicherung von KPT.
Andreas Panzeri

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