Gerührt, nicht geschüttelt

Heinz Bischof ist seit Anfang April neuer Geschäftsführer bei der Mediaagentur Universal McCann in Zürich.

Heinz Bischof ist seit Anfang April neuer Geschäftsführer bei der Mediaagentur Universal McCann in Zürich.Was unterscheidet Heinz Bischof von Ian Flemings Romanhelden James Bond? Klar, der neue Geschäftsführer von Universal McCann würde einen Dry Martini nie geschüttelt bestellen. Ob er den jeweils zu sich nimmt, wenn die Geschäfte rund laufen, bleibt seine Sache. Dass er mit Shaker und Barlöffel zu hantieren weiss, gehört jedenfalls zur Laufbahn dieses Mannes.
Doch der Reihe nach: Der neue Managing Director bei Universal McCann in Zürich wählte gezielt Mosse-Annoncen als Lehrbetrieb für seine kaufmännische Ausbildung. «Leider keine Agenturerfahrung», war zuerst einmal die enttäuschende Absage, als er später in eine richtige Werbeagentur einsteigen wollte. Bischof entschloss sich deshalb zu einem gut zweijährigen «Ausflug in die Gastronomie». Nach einem Umschulungskurs beim Schweizerischen Wirteverband und einem Weiterbildungskurs zum Barman folgte schliesslich eine kurzweilige Zeit als Barkeeper in Genf. Dort hat er in langen Nächten beim stundenlangen Zuhören an der Bar «Menschenkenntnis erworben». Eine Eigenschaft, die ihm in Kundengesprächen noch heute zugute kommt. «Herausspüren, auf was es der anderen Seite ankommt», fasst er seine Erfahrungen zusammen.
1979 kehrte Bischof in die Werbung zurück. Nachdem er sich als Beratungsassistent bei Gisler und Gisler beworben hatte, landete er in dieser Werbeagentur «eher per Zufall» in der Mediaabteilung, wo er während fünf Jahren als Mediaplaner arbeitete. «Doch bald merkte ich, dass dieser Job nicht nur mein Beruf, sondern meine Berufung ist». Als Nebenjob unterrichtete Bischof zuerst am KV Zürich (Werbeassistenten-Ausbildung) und später auch am Sawi.
Danach wechselte er als Medialeiter zu Young & Rubicam, die damals noch in Bern domiziliert war, wo er die Führung der Mediaabteilung übernahm. Gleichzeitig kümmerte er sich um den Aufbau der Mediaabteilung in der immer wichtiger werdenden Filiale in Zürich.
Auf Ende 2001 wollte sich der damalige Geschäftsführer von Innomedia und später Media Planning nach fast zwölf Jahren wieder einmal neu orientieren. Mediaforschung oder auch der Wechsel auf die Medienseite wären die Optionen gewesen, bevor ihn die Aufbauarbeit für die neue Kommunikationsschule Polycom schliesslich am meisten begeistern konnte. Für diese erste gesamtheitliche Kommunikationsausbildung in der Schweiz, die vom Sawi und SPRI gemeinsam in Lausanne und Zürich angeboten wird, hat Bischof in seiner kurzen Phase der Selbstständigkeit die Schulungsleitung übernommen. Er baute den Kontakt zu potenziellen Studenten und Dozenten auf, informierte die Berufsberater, suchte Schulungsräume und erstellte schliesslich das ganze Kommunikationskonzept.
«Es ist etwas Angenehmes und Interessantes, mit Leuten zusammenzukommen, die tiefer in die Materie eindringen wollen. Man muss ständig an vorderster Front der Entwicklung dabei sein», meint Bischof heute zu seinen Nebenbeschäftigungen als Dozent.
Bei seinem Hauptjob als Geschäftsführer bei Universal McCann locken ihn «so interessante Budgets» wie Camel, Unilever, Coca-Cola, XL Capital und Roche. Nachdem er viele Jahre in eher kleineren Agenturen gearbeitet hat, gefällt ihm jetzt die Tatsache, dass die Führung der Mitarbeiter zu einer grösseren Herausforderung geworden ist.
Bischof hat sich bei Universal McCann auch fürs New Business ehrgeizige Ziele gesetzt. Zwar drehe sich im Moment das Karussell der Budgets nicht so schnell wie auch schon. «Es gibt aber auch jetzt sehr spannende Jobs, um die wir uns bewerben werden.»
Jongliert gekonnt mit Zahlen und Eiswürfeln: Heinz Bischof.
Andreas Panzeri

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