Ein Platz in der ersten Reihe

Viviane Egli will mit ihrer neu gegründeten Primafila AG Corporate Publishing zu besten Resultaten führen.

Viviane Egli will mit ihrer neu gegründeten Primafila AG Corporate Publishing zu besten Resultaten führen.Wenn Kommissar Martin Schneider von der Zürcher Kantonspolizei ermittelt, stösst er in eine Branche vor, «die ihm unheimlich ist». Aalglatte Geschäftsleute und «mit Luftblasen operierende Manager» sind Hauptfiguren in Viviane Eglis Krimi «Finale in Wollishofen». Das Pikante daran: Die «unheimliche» Geschichte spielt in der Zürcher Medienszene. Fühlt sich die Corporate-Publishing-Spezialistin Viviane Egli demnach als «Engel im falschen Zug», wie bereits ein erster Krimi von ihr betitelt war? Die Auflösung des Falls präsentiert sich zum Glück eher undramatisch. «Ich liebe es einfach, Geschichten zu lesen und selbst zu erfinden», verrät die Autorin, die in ihrer Branche bisher eher mit ihrem erheblichen Interesse für Kultur als mit fiktiven Morden aufgefallen ist.
Mit Filmkritiken in St.Gallen und später mit Kulturberichten für die NZZ debütierte Viviane Egli in der Medienszene. Als freie Journalistin finanzierte sie sich das Geschichtsstudium. Tagsüber beugte sie sich über ihre Dissertation «Gebärdensprache und Bedeutung
mittelalterlicher Rittergrabbilder», abends sass sie im Theater und schrieb, kaum war der Vorhang gefallen, noch die Rezension.
Ihr Ton kam gut an. Bald wurde die junge Journalistin auch für PR-Texte angefragt. Die Jubiläumszeitschrift für eine Grossbank und elegante Broschüren für Hotels waren Referenzen genug, die schliesslich zu einem Job bei Andreas Thommen führten. Dieser hatte für Wirz PR eben die neue Firma Frontpage gegründet. Viviane Egli wurde 1989 die erste und für ein Jahr auch einzige Mitarbeiterin, bis 1990 mit dem Gewinn der Swissair Gazette Frontpage markant vergrössert werden musste. Als «Missis Gazette» hat Viviane Egli schliesslich mit Elisabeth Dennler zusammen die Geschäftsleitung übernommen. Mehr als zwei Dutzend Konzepte für verschiedene Kundenzeitschriften sind in dieser Zeit realisiert worden. Zehn Mitarbeitende beschäftigte das Unternehmen zuletzt, bevor sich die beiden Partnerinnen Egli und Dennler jetzt mit Primafila selbstständig machten.
«Ich bin jetzt mit 47 Jahren in einer Phase, in der ich von meinen vielen Erfahrungen profitieren und inskünftig nur noch das Beste machen will», skizziert Viviane Egli das Konzept ihres Unternehmens für Corporate Publishing und Corporate Communications Support. Und der Name ist nicht von ungefähr gewählt worden. Er ist zugleich Programm und Philosophie der Neugründung: Primafila bedeutet erste Reihe, beispielsweise in der Oper.
Neben Egli und Dennler als Geschäftsführerinnen im Zürcher Seefeld ist Horst Moser in München für die Art Direction verantwortlich. Dieser betreibt in Deutschland weiterhin seine Independent Medien-Design mit 15 Beschäftigten. Der Design-Guru ist 2002 international aufgefallen mit seinem Standardwerk «Surprise me» zum Thema Editorial Design. «Es bedeutet mir sehr viel, mit Horst Moser als Partner zusammenarbeiten zu können. Er ist führend im Corporate Publi- shing», erklärt Egli.
Primafila betreut zurzeit vier grosse Kunden – einer davon ist Clariant. Ausserdem ist Egli in einem neuen Projekt, einem internationalen Magazin im Medizinbereich, engagiert. Zudem tritt Primafila mit ihrem Angebot eines Effizienz-Check-ups für Corporate Publishing neu im Markt auf.
Journalistisches Niveau ist Viviane Egli bei ihrer Arbeit im Bereich Corporate Publishing sehr wichtig. Aus diesem Grund ist sie auch im Schweizer Vorstand des länderübergreifenden Verbandes Forum Corporate Publishing. «Es ist mein Anliegen, dass Corporate Publishing als eine eigenständige Disziplin angesehen wird und folglich auch von Spezialisten gemacht werden soll.» Corporate Publishing dürfe nicht zur reinen PR verkommen, sonst interessierten sich die Angesprochenen nicht mehr dafür. In der Schweiz hat allerdings eine Markterhebung des Verbandes gezeigt, dass bisher nur neun Prozent der Arbeiten von Spezialisten gemacht werden.
Ob diese nicht gerade – oder erst recht – ermutigende Tatsache vielleicht eine Inspiration für eine dritte Mordgeschichte von Viviane Egli abgibt, wollte sie noch nicht verraten.
Platziert mit Elisabeth Dennler ihre Primafila-Publishing-Kunden auf besten Plätzen: Viviane Egli.
Andreas Panzeri

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