Für Geld friert ein Skistar im Sommer

Sponsoringkampagne Amüsierte Fussballer in engen Skidresses, ein gelungenes Fotoshooting auf einem 3882 Meter hohen Gletscher und ein begeisterter Marketingchef: Spillmann Felser Leo Burnetts Werbefeldzug für Swisscom hat die Feuerprobe bestanden.

Sponsoringkampagne Amüsierte Fussballer in engen Skidresses, ein gelungenes Fotoshooting auf einem 3882 Meter hohen Gletscher und ein begeisterter Marketingchef: Spillmann Felser Leo Burnetts Werbefeldzug für Swisscom hat die Feuerprobe bestanden.
Dass Fussballprofis einmal den Dress der Schweizer Ski-Nationalmannschaft tragen würden, daran hätte Andreas Zuber, Vizedirektor und Marketingchef des Schweizer Skiverbands (SSV), nicht im Traum gedacht. Schliesslich wurde der blaue Anzug mit dem Swisscom-Logo von der Zürcher Agentur für Kommunikation und Design Trümpi&Partner extra für die Schweizer Skifahrer auf die Saison 2003 designt. Die Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) hat die engen Rennanzüge für die neuste Swisscom-Werbekampagne zweckentfremdet. Die Spieler der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, eine Tennisspielerin, ein wohl beleibter Mann (als Wirtschaftsboss) und ein süsser, dreijähriger Fratz haben den blauen Dress für ein Fotoshooting übergestreift. Daraus entstanden fünf Sujets mit der Schlagzeile «Wir unterstützen nicht nur die Skinati». Geworben wird unter anderem für das Fussball-Sponsoring, das Wirtschafts-Sponsoring, das Ski-Sponsoring, das Kultur-Sponsoring und die Nachwuchsförderung des Telecomkonzerns.
Weitere Sujets sollen folgen. «Die Kampagne lässt sich beliebig ausbauen. An Ideen fehlt es weder dem Kreativteam von SFLB noch uns», sagt Roland Ehrler, Head of Marketing Communication und Media Swisscom AG. Wie viele Sujets es am Ende sein werden, steht noch nicht fest. Ebenso offen sind die Werbemittel. «Noch ist kein TV-Spot in der Pipeline, wir könnten uns aber gute Bildgeschichten vorstellen», erklärt Ehrler.
Vorerst setzt Swisscom auf Inserate, Onlinewerbung, Auftritte vor Ort und Aussenwerbung. Höhepunkt der Kampagne soll der Start der Skisaison im Oktober sein. Bei Swisscom freut man sich bereits jetzt darauf. «Die Kampagne ist gelungen. Sie beweist, wie tief Swisscom in der Schweiz verankert ist und wie wichtig es uns ist, Leistung auf allen Ebenen zu fördern», sagt Ehrler.
Brennpunkt SportWie viele Millionen Swisscom pro Jahr für Sponsoring ausgibt, will beim Telecomriesen niemand verraten. Bekannt ist hingegen die Aufteilung der Sponsorengelder: Zwei Drittel fliessen in den Sport, mit einem Drittel werden wirtschaftliche, kulturelle und soziale Aktivitäten unterstützt (siehe Kasten). Die grösste Breitenwirkung erzielt dabei das Sponsoring der Schweizer Ski-Nationalmannschaft.
Für SFLB lag es deshalb auf der Hand, mit dem Renndress zu werben. «Der Dress ist wie geschaffen, um darauf eine Kampagne aufzubauen. Schliesslich gibt es nur wenige Dinge, die in der Schweiz einen so hohen Wiedererkennungswert haben wie der Skidress der Schweizer Ski-Nationalmannschaft. Jedes Kind kennt ihn», sagt Christian Baertschi, Berater von SFLB.
Beim Schweizer Skiverband war man von der Kampagne von Beginn an angetan. «Die Idee ist super. Mit den Sujets wird die Verbindung zu den verschiedenen Sponsoringengagements auf einfache Art klar gemacht», sagt Zuber. Ohne lange zu überlegen, holten die Verantwortlichen des Schweizer Skiverbands denn auch vor wenigen Wochen die blauen Skidresses hervor und schickten sie an die Zürcher Agentur, wo die Anzüge für die Fotoshootings vorbereitet wurden.
«Die Dresses mussten ziemlich angepasst werden», sagt Baertschi. Auch deshalb, weil einige Fussballer den Anzug über die Fussballerhosen trugen, das Model für den «Wirtschaftsboss» mollig und der Bub für das Nachwuchsförderungs-Sujet erst drei Jahre alt ist.
Beim Schweizer Skiverband hofft man, dass die Anzüge so zurückgeschickt werden, wie SFLB sie erhielt. Nämlich in tadellosem Zustand. «Immerhin sind dies unsere offiziellen Trainingsanzüge», sagt Zuber. Dies allerdings dürfte SFLB noch einige Probleme bereiten. «Ansonsten klappte alles hervorragend», sagt Baertschi.
Fototermin auf 3882 Metern
Die verwöhnten Fussballer hatten laut Swisscom sogar am Shooting Spass. Für den Blick, Le Matin, das Schweizer Fernsehen und die Schweizer Illustrierte war der Aufmarsch vor der Linse Anlass genug, darüber zu berichten. Und selbst beim Fototermin der Schweizer Ski-Nationalmannschaft auf dem Gletscher des kleinen Matterhorns, auf 3882 Metern, verlief alles nach Drehbuch. Die Skifahrer trugen dort allerdings nicht wie gewohnt ihren hautengen Skidress, sondern standen in kurzen Fussballerhosen und dem Leibchen der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft auf ewigem Eis. Was ihnen – bei der Kälte – merklich weniger Freude bereitete als den Fussballern ihr Renndress-Abenteuer.
Fotoshooting für eines der Sujets: die Natifussballer mussten die engen Skidress anziehen.
Wohin die Swisscom ihr Geld verteiltAusser der Schweizer Ski-Nationalmannschaft Alpin und der Nationalmannschaft Nordisch sponsert die Swisscom im Bereich Sport das Fussball-Nationalteam, das Frauen-Tennis-Turnier Swisscom Challenge, den Schweizer Tennisverband und neu den Schweizer Fussball-Cup, der sich nun Swisscom Cup nennt. Im Kulturbereich unterstützt der Telecomriese das Filmfestival Locarno und die AVO Konzerte. Vom
sozialen Engagement profitieren der WWF, der Nationalpark und die
Initiative «Schulen ans Internet». Weiter gehören ins Sponsoring-Portfolio der Schweizer Qualitätspreis für Business Excellence Esprix, das Swiss Economic Forum. Daneben engagieren sich die drei Swisscom-Gruppengesellschaften Fixnet, Mobile und Directories unter anderem als Partner von Good News, als Sponsor einiger Openair-Konzerte und als Sponsor des Berner Fussballklubs BSC Young Boys. (af)
Annelies Friedli

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