Ethisch korrekte Werbegeschenke

Werbeartikel II Um sich von der breiten Masse abzuheben, bietet ein Werbegeschenkhändler Artikel aus fairen Produktionsstätten an.

Werbeartikel II Um sich von der breiten Masse abzuheben, bietet ein Werbegeschenkhändler Artikel aus fairen Produktionsstätten an. Für Thomas Märki, Inhaber von Promotrading, steht fest: «Billigen Ramsch, der irgendwo in Asien hergestellt wird, gibt es im Werbegeschenk-Markt Unmengen.» Deshalb will er sein Sortiment «in absehbarer Zeit» mit Produkten austauschen, bei denen er «die Garantie hat, dass sie ethisch korrekt hergestellt wurden» und die nicht überall verkauft werden. Dass dies nicht einfach werden wird, hat er bereits zweieinhalb Jahre nach der Gründung seines Werbegeschenk-Geschäfts gemerkt. «Wie kann ich sicher sein, dass alle Produkte, die ich einkaufe, fair produziert werden?» Von jedem Anbieter den Nachweis einzufordern, sei ein Ding der Unmöglichkeit: «Die Hersteller lachen mich als Kleinunternehmer doch nur aus.»
Dieses Problem versuchen Markus Schnelli und sein Team von Wipex so zu lösen, indem sie – wenn immer möglich – Produkte «Made in Europe» einkaufen. «Dabei habe ich die Gewähr, dass die Artikel fair und umweltgerecht produziert werden», sagt Schnelli. Laut seinen Angaben stammen fast 100 Prozent der Wipex-Artikel aus fairen Produktionsstätten. Ein gutes Beispiel dafür sei das Schweizer Unternehmen Switcher, das seine Textilien in Indien und Portugal unter einem strengen Verhaltenskodex produzieren lasse. Oder auch die Firma Schwan Stabilo in Deutschland, die mit Behindertenwerkstätten zusammen arbeite.
Direkteinkäufe als Sicherheit
Eine faire Produktion der vertriebenen Artikel strebt auch Harry Hes von Hesidea.ch an: «Unser Ziel ist es, mittelfristig bei Direkteinkäufen nur noch mit solchen Herstellern zusammenzuarbeiten. Wir haben bereits einige Hersteller auch in Fernost, die diesem Standard gerecht werden.» Eine verbindliche Zahl der Lieferanten zu nennen, die ihre Produkte unter fairen Bedingungen herstellen, «ist nicht möglich. Da wir bei weitem nicht alle unsere Lieferanten überprüfen können», betont Hes.
«Es lohnt sich, den Aufwand zu betreiben», sagt Märki. Auch wenn er sich nicht ganz sicher ist, ob seine Kundschaft ihn auch goutieren wird. «Schliesslich sieht man es den Produkten nicht an, dass die Artikel ethisch korrekt hergestellt wurden», sagt er.
Switcher achtet auf faire Bedingungen in ihren Produktionsstätten.
Annelies Friedli

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