Kontrolliert schmelzende Gaumenfreude
Käse Der Walliser Milchverband kämpft mit der Briger Agentur Visucom für eine AOC-Auszeichnung ihres Raclettekäses.
Käse Der Walliser Milchverband kämpft mit der Briger Agentur Visucom für eine AOC-Auszeichnung ihres Raclettekäses.Heilig sind Kühe nicht nur in Indien, sondern auch im Wallis – zumindest in der Werbung. Mit demselben Kampfgeist, den die Paarhufer jeweils an den traditionellen Ringkuh-Kämpfen zeigen, setzt sich auch die Marketingkommission für Walliser Käse gemeinsam mit dem Walliser Milchverband für eine geschützte Bezeichnung (AOC) von Raclette ein. Denn dieser Käse habe seinen Ursprung im Wallis, ist Maurice Chevrier, Präsident des Walliser Milchverbands, überzeugt. Dort wird das Originalprodukt aus unbehandelter Rohmilch nach traditioneller Überlieferung hergestellt.
Die damit verbundenen hohen Produktionskosten machen es dem Raclette du Valais aber schwer, mit den industriell hergestellten Raclette-Produkten zu konkurrieren. Neben dem Walliser Käse stehen Konsumenten nämlich diverse weitere Bratkäsemarken zur Verfügung – Raccard von Migros oder Racletto von Coop sind nur zwei davon.
Nationale Marktumfragen hätten ergeben, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung Raclette spontan mit dem Wallis verbinde, so Chevrier. Und das eben auch, wenn der angebotene Käse nicht im Bergkanton verarbeitet wurde. «Diese Verwechslung kommt vor allem daher, weil die Produzenten ausserhalb des Kantons Wallis während Jahrzehnten ihr Produkt mit Walliser Namen und Begriffen oder Bildern vermarktet haben», ist der Milchverbandspräsident überzeugt. Mit einer nationalen Kampagne der Briger Agentur Visucom will die Marketingkommission für Walliser Käse nun Klarheit schaffen.
Das Kreativ-Team hat die Eringer-Kühe als Key Visual gewählt und ihnen zum Teil provokative Headlines zur Seite gestellt. Aussagen wie «Charakter und Einzigartigkeit sind uns Wallisern heilig» oder «Bei der Echtheit haben wir ganz klar die Nase vorn» sollen das Wallis als Ursprungsregion für Raclette bei den Konsumenten Top of mind setzen.
Rückeroberung einer Käsesorte
Auf Widerstand stösst das AOC-Gesuch der Walliser unter anderen bei Raclette Suisse. Der Verein, der rund 95 Prozent aller Raclette-Produzenten vertritt, steht zwar einer «regionalen AOC ‹Walliser Raclette› positiv» gegenüber. Dass aber der Begriff Raclette nur noch entsprechenden Erzeugnissen aus dem Wallis offen stehen soll, darauf reagiert der Verein mit Befremden. Schliesslich habe man in den Sechzigerjahren Käsereien ausserhalb des Wallis mit der Raclette-Produktion betraut, da die grosse Nachfrage nicht mehr gedeckt werden konnte. Mit rund zwei Kilogramm weist Raclette gemeinsam mit Mozzarella heute den höchsten einheimischen Pro-Kopf-Verbrauch beim Käse auf. Rund 14 Prozent der jährlichen Nachfrage werden von Walliser Raclettekäse abgedeckt.
Dem Ringkampf ums Raclette will das Bundesamt für Landwirtschaft noch diesen Oktober ein Ende setzen. Dann nämlich soll über das bereits seit sechs Jahren deponierte Dossier «Walliser Raclette» entschieden werden.
Simone Keller
Die damit verbundenen hohen Produktionskosten machen es dem Raclette du Valais aber schwer, mit den industriell hergestellten Raclette-Produkten zu konkurrieren. Neben dem Walliser Käse stehen Konsumenten nämlich diverse weitere Bratkäsemarken zur Verfügung – Raccard von Migros oder Racletto von Coop sind nur zwei davon.
Nationale Marktumfragen hätten ergeben, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung Raclette spontan mit dem Wallis verbinde, so Chevrier. Und das eben auch, wenn der angebotene Käse nicht im Bergkanton verarbeitet wurde. «Diese Verwechslung kommt vor allem daher, weil die Produzenten ausserhalb des Kantons Wallis während Jahrzehnten ihr Produkt mit Walliser Namen und Begriffen oder Bildern vermarktet haben», ist der Milchverbandspräsident überzeugt. Mit einer nationalen Kampagne der Briger Agentur Visucom will die Marketingkommission für Walliser Käse nun Klarheit schaffen.
Das Kreativ-Team hat die Eringer-Kühe als Key Visual gewählt und ihnen zum Teil provokative Headlines zur Seite gestellt. Aussagen wie «Charakter und Einzigartigkeit sind uns Wallisern heilig» oder «Bei der Echtheit haben wir ganz klar die Nase vorn» sollen das Wallis als Ursprungsregion für Raclette bei den Konsumenten Top of mind setzen.
Rückeroberung einer Käsesorte
Auf Widerstand stösst das AOC-Gesuch der Walliser unter anderen bei Raclette Suisse. Der Verein, der rund 95 Prozent aller Raclette-Produzenten vertritt, steht zwar einer «regionalen AOC ‹Walliser Raclette› positiv» gegenüber. Dass aber der Begriff Raclette nur noch entsprechenden Erzeugnissen aus dem Wallis offen stehen soll, darauf reagiert der Verein mit Befremden. Schliesslich habe man in den Sechzigerjahren Käsereien ausserhalb des Wallis mit der Raclette-Produktion betraut, da die grosse Nachfrage nicht mehr gedeckt werden konnte. Mit rund zwei Kilogramm weist Raclette gemeinsam mit Mozzarella heute den höchsten einheimischen Pro-Kopf-Verbrauch beim Käse auf. Rund 14 Prozent der jährlichen Nachfrage werden von Walliser Raclettekäse abgedeckt.
Dem Ringkampf ums Raclette will das Bundesamt für Landwirtschaft noch diesen Oktober ein Ende setzen. Dann nämlich soll über das bereits seit sechs Jahren deponierte Dossier «Walliser Raclette» entschieden werden.
Simone Keller
