Schweiz putzt sich heraus für Die Klappe

Mit 10 Prozent mehr Einreichungen als im Vorjahr präsentierte sich die 30. Ausgabe des Filmwettbewerbs Die Klappe in Hamburg als ein starker Jahrgang. Unter den Erfolgreichen auch zweimal die Schweiz mit Spillmann Felser Leo Burnett sowie Grayling.

«Die Schweizer, so wie wir sie kennen und lieben», meinte man in der Jury, als der Spot «Berghütte» diskutiert wurde. Im Film von SFLB putzen die Bergler ihre Alp liebevoll säuberlich heraus, bevor zum Saisonstart wieder die ersten Touristen kommen. Die Idee für Schweiz Tourismus wurde mit einer silbernen Klappe belohnt. Nur ganz knapp hat es der Produktion von Michi Fueter für Condor im Schlussgang nicht mehr für Gold gereicht. Eine weitere silberne Klappe holte sich Grayling – bis vor kurzem noch bekannt als Trimedia – mit drei Kurzspots für Microsoft Schweiz und Windows 7.
327 Arbeiten wurden insgesamt eingereicht, 35 davon mit einer Klappe ausgezeichnet. Aus der Schweiz waren ausser den prämierten Filmen fast keine weiteren mehr dabei. Zum grossen Abräumer des Wettbewerbs für Bewegtbild – wie es genau heisst – wurde eine «Hymne» für den Baumarkt Hornbach. Das kreativ bebilderte Gedicht gewann drei von vier goldenen Klappen. Der Film von Nico Beyer und der Heimat Werbeagentur macht Mut, dass man Projekte, von denen man träumt, auch durchziehen soll. Zum Beispiel seine Wohnung umbauen. Gold gab es auch für eine Eigenwerbung der Agentur Lukas Lindemann Rosinski. Der quer durch alle Zeitepochen ideenreiche Film wurde aus Anlass der Auszeichnung zur Newcomer-Agentur des Jahres realisiert. Die neue Agentur LLR ist von drei ehemaligen Geschäftsführern der Gruppe Jung von Matt gegeründet worden. Silber gab es für eine weitere Eigenwerbung. Kolle Rebbe lies zum 15-Jahr-Jubiläum ihrer Agentur 15-jährige und damit ziemlich pubertierende Teenager die eingetroffenen Glückwunschkarten vorlesen, was zu witzigen Kommentaren und Versprechern führte.
Bei den zweitägigen Diskussionen der internationalen Jury war man der Meinung, dass bei vielen Produktionen der Mut zu Neuem fehlte. Die wohl vielerorts etwas knapperen Budgets lassen wenig Raum für Experimente. Bei der Awardshow am Freitag war das Publikum aber schliesslich trotzdem begeistert von «sehr viel handwerklicher Qualität». Etwas Erstaunen löste in der Jury die Tatsache aus, dass 80 Prozent der eingereichten Arbeiten im Bereich «Social Media“ ganz konventionelle Filme mit karitativem Inhalt waren. Da muss sich bei einigen Werbeagenturen zuerst wohl noch herumtwittern, dass Facebook und Co. heute die bereits nicht mehr ganz neusten Medien für Bewegtbild sind…

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Andreas Panzeri

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