Immer im Dialog

Daniel Bruengger wird Managing Director bei Lowe Direct und setzt auf die dialogorientierte Kommunikation.

Daniel Bruengger wird Managing Director bei Lowe Direct und setzt auf die dialogorientierte Kommunikation. Am selben Tag, als er bei OgilvyOne als Mitinhaber und Co-Geschäftsführer ausgestiegen ist, konnte Daniel Bruengger bereits als neuer Managing Director bei Lowe Direct das Steuer übernehmen. «Ein solcher Wechsel war nicht geplant», erklärt er. Weil der Dialogmarketing-Spezialist an der Zürcher Talstrasse aber seinen «Traumjob» angeboten bekam, blieb Bruengger keine Zeit für grosse Ferien oder gar eine Neubesinnung, wie sie bei solchen Jobwechseln gerne eingeschoben werden. Die Kunden wie auch die Mitarbeiter bei Lowe Direct wünschten sich «einen nahtlosen Übergang», als der bisherige Chef Christian Hansen nach fünf erfolgreichen Jahren bei Lowe eine neue Herausforderung annehmen wollte. Zu dem, was Bruengger bei Lowe Direct heute machen kann, hätte es ohnehin «gar keine besseren Alternativen geben können». Seine Vision und jetzt auch Aufgabe bei Lowe ist das Zusammenführen von dialogorientierter Kommunikation mit klassischer Werbung. Dieses doppelte Verständnis sieht er als eine seiner wichtigsten Stärken.
Daniel Bruengger hat 1987 bei Datron in Dübendorf und St. Gallen angefangen. Dieses Unternehmen war auf Datenbanken spezialisiert und entwickelte unter anderem europaweit Versandhandelssysteme für Quelle oder den damaligen Kurfürst-Warenversand. Hier hat er gelernt, wie man eine Datenbank nutzen kann, um Kommunikation zu machen, und was verkaufsorientiertes Dialogmarketing ist.
Mit einem «tollen Projekt» wollte er sich dann selbstständig machen. Es war aber noch nicht der richtige Zeitpunkt dazu. «Die Ideen waren da, es fehlten aber die Kunden.» So hat Bruengger stattdessen neuartige Immobilienmarketing- Projekte entwickelt. Bei AT&T NCR hat er das Profit-Center Direct Marketing geleitet und dabei die Kunden – und Interessentendaten so genutzt, dass die Anwender segmentspezifische Kommunikation betreiben konnten. In dieser Produktionsagentur wurden jährlich Millionen von Mailings realisiert.
Dann war die Zeit endlich reif für die Selbstständigkeit. Mit dem Branchenkollegen und damaligen Gründer Guido Wietlisbach hat er 1997 Wietlisbach Bruengger Dialog aufgebaut, das über verschiedene Namen und Stationen zu OgilvyOne geworden ist.
In den 18 Jahren, in denen er als Direkt Marketer tätig ist, hat sich vieles verändert. Mit neuen Technologien sind grosse Auflagen von Mailings ständig günstiger geworden. Gleichzeitig sind solche Fluten von Mailings immer mehr auf Ablehnung gestossen.
Genauere Definition der Zielgruppen und relevante Botschaften sind für Bruengger die Herausforderung in dieser Entwicklung. «Von einem reinen Massen-Dialogmarketing will man heute zu einem vertieften Dialog mit Weiterführung finden.» Und war früher ein hauptgewichtiges Thema die Neukundengewinnung oder heute CRM («ein strapazierter Begriff, unter dem viele nur Software verstehen»), wird es morgen die Ausgewogenheit dieser Zielkonflikte sein, welche den Unternehmen langfristigen Erfolg sichern.
Für Bruengger heisst das Konzept: Dialog aufbauen, um das Geschäft nachhaltig zu entwickeln und zu sichern. Um das zu erreichen, müssen die verschiedenen Kommunikationsdisziplinen besser integriert werden. Ein neuer Weg wird sein, dass Direct Marketing in Zukunft und in bestimmten Märkten als Permission Kommunikation behandelt wird.
Um bei solchen und weiteren Entwicklungen immer an vorderster Front dabei zu sein, unterrichtet Daniel Bruengger am Sawi als Fachdozent für Produktion im Dialogmarketing. «Dank meinen Schülerinnen und Schülern bleibe ich am Puls», ist er überzeugt.
Daniel Bruengger, Managing Director bei Lowe Direct, fühlt den Puls in Sachen Dialogmarketing.
Andreas Panzeri

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