3000 Kilometer Erinnerungen
Öffentlicher Verkehr Jung von Matt/Limmat emotionalisiert die Marke SBB mit stimmigen Plakatsujets.
Öffentlicher Verkehr Jung von Matt/Limmat emotionalisiert die Marke SBB mit stimmigen Plakatsujets.
Im vergangenen Jahr rollten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nicht immer reibungslos über die Schienen: Pannen, Verspätungen und Unfälle überschatteten das Betriebsjahr. Trotzdem erzielten die SBB in einer Cash-Umfrage vom Dezember eine Kundenzufriedenheit von über 80 Prozent. Diese hohe Zufriedenheit bestätigt auch Ruth Mathias, Leiterin Marketingkommunikation bei den SBB. Lebens-Stationen
Noch besser schneidet die Bahn hinsichtlich des Bekanntheitsgrades ab: Alle, also rund 100 Prozent, kennen die SBB. Dies verwundert nicht weiter, transportiert die Bundesbahn doch jährlich über 300 Millionen Fahrgäste. Gemessen an dem mit 3000 Kilometern eher bescheidenen Anteil am öffentlichen Verkehrsnetz – 22000 Kilometer sind es insgesamt –, ist dies eine starke Leistung: Rund 87 Prozent der gefahrenen Personenkilometer entfallen auf die Züge der SBB.
Dass sicher jeder, der in der Schweiz lebt, schon einmal in einem SBB-Wagon gesessen hat und damit ganz persönliche Erinnerungen verbindet, hat sich die Kreativagentur Jung von Matt/Limmat (JvM) für die aktuelle Imagekampagne zu Nutzen gemacht. «Wir lassen Haltestellen zu Lebensstationen werden, denn jeder hat eine ganz eigene Verbindung zu den SBB», erklärt Rolf Helfenstein, JvM-Beratungsgruppenleiter. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die Bahn in der Schweiz sehr stark verankert und eng mit den blauen Bahnhofsschildern verquickt.
Egal, ob auf der ersten Schulreise, der Fahrt zum Openair-Konzert oder zum romantischen Urlaub in den Bergen: Die blauen Schilder mit rot-weissem Logo begleiten Reisende durch die Schweiz. Für den Ende Januar anlaufenden Plakataushang hat das Kreativ-Team genau diese Schilder als Key Visual eingesetzt. Darauf stehen statt SBB-Haltestellen Lebensstationen, wie «Entdeckung», «Flucht» oder «Anfang». Diese sind der einzige Hinweis auf die SBB als Absender. Dass das Key Visual «unweigerlich der Bahn zugeordnet» wird, davon sind die Verantwortlichen überzeugt und verzichten
deshalb auf Headline, Copy oder Absender.
Von und für Menschen«Wir möchten den Menschen ins Zentrum rücken», sagt Ruth Mathias und präzisiert: «Sowohl Menschen, also unsere Mitarbeiter, stehen hinter den SBB, und Menschen sind es auch, die wir transportieren.» Die nationale Imagekampagne soll bis zum dritten Quartal 2004 die Marke SBB emotional stimulieren.
Im letzten Viertel dieses Jahres wird eine Fortsetzung im Hinblick auf die Fertigstellung der ersten Etappe der Bahn 2000 (siehe Kasten) zum Einsatz kommen. Dabei sollen die emotionalen Werte durch «harte Facts» über die Angebotserweiterung ersetzt werden.
Bahn 2000Das Konzept Bahn 2000, das 1987 mit Bundesbeschluss in Kraft gesetzt wurde, strebt eine landesweite Verbesserung des Angebotes im
öffentlichen Personenverkehr an: Kürzere Reisezeiten, weniger Umsteigen, Halbstundentakt im Intercityverkehr, neue Züge und Bahnhöfe. 1994 wurde auf Grund des unterschätzten Budgets eine Aufteilung des
Projektes vorgenommen. Die erste Etappe soll Ende 2004 abgeschlossen sein. Darin enthalten sind unter anderen die zweite Doppelspur
Zürich–Thalwil, Um- und Ausbau des Bahnhofs Zürich sowie die Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist.
Die Kosten belaufen sich auf rund 5,5 Milliarden Franken, 1,5 Milliarden weniger als budgetiert. Das Angebotskonzept der zweiten Etappe wird zurzeit vom Bundesamt für Verkehr und den SBB erarbeitet und soll voraussichtlich 2005 in die Vernehmlassung gehen. (sk)
Grosser Bahnhof für SBB-Passagiere: Die neue SBB-Kampagne will die Sympathie der Bevölkerung weiter festigen.
Öffentlicher Verkehr Lebens-Stationen: Mit ihrer neuen Kampagne fährt die SBB voll auf der romantischen Schiene >> Seite 13
Simone Keller
Im vergangenen Jahr rollten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nicht immer reibungslos über die Schienen: Pannen, Verspätungen und Unfälle überschatteten das Betriebsjahr. Trotzdem erzielten die SBB in einer Cash-Umfrage vom Dezember eine Kundenzufriedenheit von über 80 Prozent. Diese hohe Zufriedenheit bestätigt auch Ruth Mathias, Leiterin Marketingkommunikation bei den SBB. Lebens-Stationen
Noch besser schneidet die Bahn hinsichtlich des Bekanntheitsgrades ab: Alle, also rund 100 Prozent, kennen die SBB. Dies verwundert nicht weiter, transportiert die Bundesbahn doch jährlich über 300 Millionen Fahrgäste. Gemessen an dem mit 3000 Kilometern eher bescheidenen Anteil am öffentlichen Verkehrsnetz – 22000 Kilometer sind es insgesamt –, ist dies eine starke Leistung: Rund 87 Prozent der gefahrenen Personenkilometer entfallen auf die Züge der SBB.
Dass sicher jeder, der in der Schweiz lebt, schon einmal in einem SBB-Wagon gesessen hat und damit ganz persönliche Erinnerungen verbindet, hat sich die Kreativagentur Jung von Matt/Limmat (JvM) für die aktuelle Imagekampagne zu Nutzen gemacht. «Wir lassen Haltestellen zu Lebensstationen werden, denn jeder hat eine ganz eigene Verbindung zu den SBB», erklärt Rolf Helfenstein, JvM-Beratungsgruppenleiter. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die Bahn in der Schweiz sehr stark verankert und eng mit den blauen Bahnhofsschildern verquickt.
Egal, ob auf der ersten Schulreise, der Fahrt zum Openair-Konzert oder zum romantischen Urlaub in den Bergen: Die blauen Schilder mit rot-weissem Logo begleiten Reisende durch die Schweiz. Für den Ende Januar anlaufenden Plakataushang hat das Kreativ-Team genau diese Schilder als Key Visual eingesetzt. Darauf stehen statt SBB-Haltestellen Lebensstationen, wie «Entdeckung», «Flucht» oder «Anfang». Diese sind der einzige Hinweis auf die SBB als Absender. Dass das Key Visual «unweigerlich der Bahn zugeordnet» wird, davon sind die Verantwortlichen überzeugt und verzichten
deshalb auf Headline, Copy oder Absender.
Von und für Menschen«Wir möchten den Menschen ins Zentrum rücken», sagt Ruth Mathias und präzisiert: «Sowohl Menschen, also unsere Mitarbeiter, stehen hinter den SBB, und Menschen sind es auch, die wir transportieren.» Die nationale Imagekampagne soll bis zum dritten Quartal 2004 die Marke SBB emotional stimulieren.
Im letzten Viertel dieses Jahres wird eine Fortsetzung im Hinblick auf die Fertigstellung der ersten Etappe der Bahn 2000 (siehe Kasten) zum Einsatz kommen. Dabei sollen die emotionalen Werte durch «harte Facts» über die Angebotserweiterung ersetzt werden.
Bahn 2000Das Konzept Bahn 2000, das 1987 mit Bundesbeschluss in Kraft gesetzt wurde, strebt eine landesweite Verbesserung des Angebotes im
öffentlichen Personenverkehr an: Kürzere Reisezeiten, weniger Umsteigen, Halbstundentakt im Intercityverkehr, neue Züge und Bahnhöfe. 1994 wurde auf Grund des unterschätzten Budgets eine Aufteilung des
Projektes vorgenommen. Die erste Etappe soll Ende 2004 abgeschlossen sein. Darin enthalten sind unter anderen die zweite Doppelspur
Zürich–Thalwil, Um- und Ausbau des Bahnhofs Zürich sowie die Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist.
Die Kosten belaufen sich auf rund 5,5 Milliarden Franken, 1,5 Milliarden weniger als budgetiert. Das Angebotskonzept der zweiten Etappe wird zurzeit vom Bundesamt für Verkehr und den SBB erarbeitet und soll voraussichtlich 2005 in die Vernehmlassung gehen. (sk)
Grosser Bahnhof für SBB-Passagiere: Die neue SBB-Kampagne will die Sympathie der Bevölkerung weiter festigen.
Öffentlicher Verkehr Lebens-Stationen: Mit ihrer neuen Kampagne fährt die SBB voll auf der romantischen Schiene >> Seite 13
Simone Keller
