Die Markenstrategin

Sonja Hürlimann will als neue Strategin bei Euro RSCG Switzerland einen klaren Mehrwert bieten.

Sonja Hürlimann will als neue Strategin bei Euro RSCG Switzerland einen klaren Mehrwert bieten.«Wir haben den Stern im Logo», sagt Sonja Hürlimann und lächelt stolz. Das Symbol neben der Eingangstür zur Agentur ist für die 30-jährige Kaderfrau verbindliche Motivation: Sie will als neuer Head of Strategic Planning bei Euro RSCG Switzerland «Marken zu Stars machen».«Creating Results» heisst das im heutigen Werbejargon. Um diese Ziele erreichen zu können, war ein Wechsel von Advico Young & Rubicam zu Euro RSCG für Hürlimann «nach einigem Nachdenken der logische Weg». In einer Turnaround-Situation könne man viel prägen und mitgestalten. Zudem trifft sie an der Gutstrasse in Zürich auf eine «charismatische Führungscrew».
An ihrer vorherigen Stelle in Gockhausen hat Sonja Hürlimann vom ersten Tag an in der Strategie gearbeitet, acht Jahre lang. «Learning by doing» und «Glücksfall» sind für sie die Stichworte jener Zeit, als sie Assistentin von Peter Felser war.
Später hat sie – inzwischen dekoriert mit einem eidgenössischen Diplom als Marketingleiterin der Uni Bern – als Projektleiterin die internationale Y&R-Markenstudie «Brand Asset Valuator» realisiert. Nach dem Wegzug des Managements um Felser war auch für Sonja Hürlimann der Moment gekommen, eine neue Herausforderung anzupacken.
Der neue Job ist erst der zweite im jungen Werberinnenleben von Sonja Hürlimann. Nach einer kaufmännischen Lehre fing sie als Einkäuferin in der Modebranche an. Doch dieses Business hatte ihr bereits nach drei Wechseln von der Winter- zur Sommermode zu viel Routine. An der Werbung hat sie deshalb in erster Linie die grosse Vielseitigkeit der Arbeit fasziniert.
Mit Konsumentendenken innerhalb der Agentur sowie Markendenken gegen aussen will die Strategin einen klaren Mehrwert bieten. Strategische Planung soll helfen, den Prozess vom Briefing zur kreativen Lösung zielgerichteter zu steuern: «Auf effizienterem Weg zu besseren Lösungen kommen».
Was das bedeutet, unterrichtet Hürlimann auch als Dozentin am Polycom sowie regelmässig an verschiedenen Fachtagungen.
Hürlimann ist der Überzeugung, dass für ihre Disziplin eine natürliche Begabung, viel Menschenverstand sowie eine gesunde Neugier nötig sind. «Man muss das Konsumverhalten verstehen. Dazu intern mit kreativen Menschen und extern mit Kunden richtig umgehen können.»
In der Schweiz sei immer noch sehr viel schlechte Werbung zu sehen, bedauert sie. Werbung also, die kontraproduktiv wirkt, weil sie nicht attraktiv genug umgesetzt wird. «Es ist meine Motivation, das zu ändern.»
Bei Euro RSCG heisst die Strategie dazu «Creative Business Idea», CBI. Dieser Leitgedanke wird im ganzen Netzwerk zelebriert. Für den Kunden soll, losgelöst vom reinen Werbe- und Kommunikationsdenken, eine kreative Geschäftsidee gefunden werden. Man will Marketingideen entwickeln, die zusätzliches Business generieren – und nicht nur ein bestehendes Business bewerben.
Das Netzwerk von Euro RSCG hat dazu viele wertvolle Tools und ein sehr gut ausgebautes Intranet, das den Rückgriff auf breite Ressourcen im Headquarter in New York und in Paris ermöglicht. «Das nützt grösseren wie auch kleineren Kunden», ist Hürlimann überzeugt.
Mit ihrem neuen Engagement möchte Sonja Hürlimann «einen substanziellen Beitrag liefern, damit die neue Euro RSCG auf
dem Markt anders wahrgenommen wird». Ihr Ziel: «Die Euro soll so toll erlebt werden, wie sie eigentlich ist.» Die Agentur sei nämlich in der Branche völlig unterdotiert.
Für die neue Strategin ist es jedoch «eine schöne Ausgangslage und Herausforderung, wenn man wie beim Pferderennen der ungesetzte Aussenseiter ist». Zudem: Erst kürzlich hat die Agentur so wichtige Kunden gewonnen wie die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, M Electronic oder das internationale Budget Switzerland Cheese für 7,5 Millionen Dollar. «Wir machen auch Arbeit, die man im Ausland sieht», freut sich Hürlimann.
Für Euro RSCG will Sonja Hürlimann mit effizienteren Prozessen zu besseren Lösungen gelangen.

Andreas Panzeri

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