Auch St. Gallen will ein Pendlerblatt

Printmedien Die St. Galler Tagblatt AG möchte ihren Gratis-anzeiger an die Bahnhöfe bringen.

Printmedien Die St. Galler Tagblatt AG möchte ihren Gratis-anzeiger an die Bahnhöfe bringen.«Wir haben bei den SBB angefragt», bestätigt Daniel Ehrat, Verlagsleiter vom St. Galler Tagblatt und vom Ostschweizer Gratiswochenblatt Anzeiger. Ehrat will den Anzeiger, der seit Anfang Jahr mit neuem Konzept im Tabloidformat erscheint und in einer Auflage von 200 000 Exemplaren an alle Haushalte verteilt wird, auch unter die Bahnpendler bringen.Die SBB zeigen Zurückhaltung. «Eine Pendlerzeitung ist kein Wochentitel, der primär aus Werbung besteht, sondern ein mindestens fünfmal wöchentlich erscheinendes Blatt mit aktuellen Kurzinformationen», so Beat-Gaudenz Schwarz von SBB-Immobilien – und schrieb dies auch nach St. Gallen.
Ehrat sieht es anders. «Dass die SBB ein Blatt nach dem Schema von 20 Minuten erwarten, finden wir nicht ganz fair.» Der Anzeiger erfülle das Anforderungsprofil einer Pendlerzeitung sehr wohl, habe er doch den Informationsteil ausgebaut, biete Ausgehtipps, Lebenshilfe und Peoplestorys aus der Ostschweiz. Ehrat: «Wir erhalten äusserst positive Reaktionen aus dem Lesermarkt.»
Schwarz aber bleibt dabei: «Der Ostschweizer Anzeiger erfüllt unsere Bedingungen noch nicht.» Dennoch teilte er Ehrat letzte Woche mit, dass die SBB nun eine Boxenausschreibung in St. Gallen erwägen – aber «kaum vor Ende Sommer 2004». Die St. Galler Tagblatt AG werde selbstverständlich mit eingeladen.
Überlegt sich Ehrat, den Anzeiger tagesaktuell zu machen? «Das würde sich nicht rechnen», sagt er. «Zudem soll der Anzeiger nicht unser Flaggschiff konkurrenzieren.»
Und wie reagiert man bei 20 Minuten? «St. Gallen ist bei uns noch kein Traktandum», sagt Verlagsleiter Rolf Bollmann bloss.
Markus Knöpfli

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