Travolta im Trauma-Tunnel
Aufgefallen Wer Ende der siebziger Jahre in der Pubertät steckte, hat nicht vergessen, wie sich Schlaghosen anfühlen und wie sich der Soundtrack von «Saturday Night Fever» anhört.
Computer Wer Ende der siebziger Jahre in der Pubertät steckte, hat nicht vergessen, wie sich Schlaghosen anfühlen und wie sich der Soundtrack von «Saturday Night Fever» anhört.Solche ästhetischen respektive akustischen Traumata wirken nach, auch in der Werbung. Grausam ist sie, die kommerzielle Rache des Generationengedächtnisses. Und provinziell-ironisch obendrein. Als ob ein Westentaschen-Travolta mit Nackenspoiler und Karussellbremser-Schnauz die Pein(lichkeit) retrospektiv erträglicher machen würde!Angesichts so übler Reminiszenzen geht die Botschaft der augenscheinlichen Inhouse-Kampagne glatt verloren. Aber die virtuelle Discokugel in der Gepäckablage ist nun wirklich kein Blickfang. Und der Name ihres Trägermediums «Joybook» verhöhnt das Martyrium einer ganzen Altersklasse. So viel Gefühlskälte vermag auch das kuschlige Setting eines Sechserzugabteils nicht wettzumachen. Dass der BenQ-Zug so im Tunnel feststeckt, wie wir damals im Erwachsenwerden, ist also nur ausgleichende Gerechtigkeit.
(oc)
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