Viele Gewinner und ein neuer Millionär
Radio Das erste Halb-jahr 2004 brachte den meisten Sendern mehr Reichweite, aber auch eine tiefere Hördauer.
Radio Das erste Halb-jahr 2004 brachte den meisten Sendern mehr Reichweite, aber auch eine tiefere Hördauer.Die per 1. Januar 2004 eingeführten Neuerungen bei der Radioforschung (siehe Kasten) haben Folgen. Der Grund ist der Einbezug peripherer Hörerschaften, die bisher gar nicht mitgezählt wurden. Geschehen ist dies mit dem Wechsel vom Empfangsgebiet (EG) zum Verbreitungsgebiet (VG). Da Letzteres bei den meisten Stationen deutlich grösser ist als das EG, resultiert daraus automatisch auch eine Ausweitung des Publikums. Weil sich die «gewonnenen» Hörer aber tendenziell durch eine unterdurchschnittliche Nutzungsintensität auszeichnen, drücken diese die Hördauer insgesamt nach unten. Dies zeigt sich bereits bei den globalen Zahlen zu den drei Landesteilen, die allesamt zurück- buchstabierten. In der deutschen Schweiz sank die Netto-Hördauer von 123 Minuten auf 114,7 Minuten. In der Romandie schrumpfte sie von 117 auf 110 Minuten, und im Tessin ging sie von 118 auf 113,3 Minuten zurück.
Derselbe Trend findet sich auch bei den einzelnen Stationen. Bei vielen unter ihnen ist die durchschnittliche Hördauer um einige Minuten tiefer ausgefallen. Andererseits verzeichnet aber die grosse Mehrheit der Radios steigende Hörerzahlen, nur wenige müssen mit Abstrichen leben. Von diesen Veränderungen sind allerdings nur gerade ein halbes Dutzend statistisch signifikant.
DRS 3 erreicht 1 032 700 Hörer
In der Deutschschweiz reiht sich DRS 3 unter die Gewinner. Der SRG-Sender vergrössert sein Publikum um 8,1 Prozent auf 1032700.
Beim anderen Gewinner handelt es sich um Argovia, dem der Wechsel vom EG zum VG einen signifikanten Zuwachs beschert. Und dies nicht zu knapp: Das Aargauer Radio steigert sich um rekordverdächtige 22 Prozent auf neu 183300 Hörer.
Ein schlechtes 1. Halbjahr 2004 hat hingegen MW 531 hinter sich. Deren Hörerzahlen sanken signifikant um 23 Prozent auf 211 100. Unschön sieht zwar auch das Resultat von Rottu aus, das 21 Prozent weniger Hörer ausweist als im vorangegangenen Semester. Doch der Walliser Sender gehört zusammen mit Grischa, Fréquence Jura und Jura Bernois zu jenen Radios, deren Reichweiten auf Grund einer Vergrösserung der Anzahl Radiocontrol-Uhren in ihrem Gebiet markant schrumpften.
Während drei der genannten Stationen die Kröte schluckten und ihre Hörerzahlen nach einem Unterbruch nun wieder freigegeben haben, fehlen diejenigen von Grischa immer noch. Hanspeter Lebrument, Chef der Südostschweizer Mediengruppe, welchem der Sender mehrheitlich gehört, rechnet aber damit, dass dies noch in diesem Monat nachgeholt wird. «Ich möchte von der Publica Data zuerst eine Erklärung, wie es überhaupt zu so grossen Schwankungen kommen kann», so Lebrument.
Virus-Problem ist gelöstDefinitiv gelöst sind indessen die Schwierigkeiten, mit denen die Radioforschung bei Virus konfrontiert war. Seit der zeitgleichen Übernahme der DRS-3-Programme «Hitparade» und «Sounds» war es Radiocontrol nämlich nicht mehr möglich, den Sender zweifelsfrei zuzuordnen.
Gelöst hat man das Problem, indem diese Sendungen auf Virus um fünf Minuten verzögert ausgestrahlt werden.
Radio Fribourg wuchs tüchtig
Auch die Radios der Romandie waren mehrheitlich im Aufwind. Signifikantes Ausmass hatte dieser aber nur bei der französischsprachigen Variante von Radio Fribourg, das mit einem Sprung von 65200 auf 82 100 Hörer (+ 26%) kräftig zulegte. Die Werte der beiden an-deren Westschweizer Sender mit deutlich tieferen Hörerzahlen, Jura Bernois und Fréquence Jura, sind wie bereits erwähnt nicht mit dem vorangegangenen Semester vergleichbar.
Im Tessin hat der Sender 3iii Publikumszuwachs erhalten, wenn auch nicht in grossem Ausmass. Eine signifikante Veränderung hat sich hingegen beim Schlusslicht unter den Südschweizer Radios ergeben. Während sich der italienische Sender Studio Star im vorangegangenen Semester noch bei den grossen Verlierern einreihte, hat sich das Blatt nun gewendet. Allerdings kommt der Sender auch mit dem aktuellen Zuwachs um mehr als 240 Prozent nur gerade auf bescheidene 4100 Hörerinnen und Hörer.
Die Röhren glühen weniger lang: Die durchschnittliche Hördauer beim Radio hat abgenommen.
Eingeschränkte VergleichbarkeitVergleiche mit dem vorangegangenen Semester sind dieses Mal nur bedingt statthaft. Der Grund sind die Neuerungen, welche die Publica Data per 1. Januar 2004 eingeführt hat: Einerseits erfolgte der Wechsel vom Empfangsgebiet zum (grösseren) Verbreitungsgebiet (siehe WW 02/04). Andererseits wurde in einigen Gebieten die Zahl der Radiocontrol-Uhren aufgestockt, womit die Vergleichbarkeit mit früheren Hörerzahlen nicht mehr gegeben ist. (dse)
Daniel Schifferle
Derselbe Trend findet sich auch bei den einzelnen Stationen. Bei vielen unter ihnen ist die durchschnittliche Hördauer um einige Minuten tiefer ausgefallen. Andererseits verzeichnet aber die grosse Mehrheit der Radios steigende Hörerzahlen, nur wenige müssen mit Abstrichen leben. Von diesen Veränderungen sind allerdings nur gerade ein halbes Dutzend statistisch signifikant.
DRS 3 erreicht 1 032 700 Hörer
In der Deutschschweiz reiht sich DRS 3 unter die Gewinner. Der SRG-Sender vergrössert sein Publikum um 8,1 Prozent auf 1032700.
Beim anderen Gewinner handelt es sich um Argovia, dem der Wechsel vom EG zum VG einen signifikanten Zuwachs beschert. Und dies nicht zu knapp: Das Aargauer Radio steigert sich um rekordverdächtige 22 Prozent auf neu 183300 Hörer.
Ein schlechtes 1. Halbjahr 2004 hat hingegen MW 531 hinter sich. Deren Hörerzahlen sanken signifikant um 23 Prozent auf 211 100. Unschön sieht zwar auch das Resultat von Rottu aus, das 21 Prozent weniger Hörer ausweist als im vorangegangenen Semester. Doch der Walliser Sender gehört zusammen mit Grischa, Fréquence Jura und Jura Bernois zu jenen Radios, deren Reichweiten auf Grund einer Vergrösserung der Anzahl Radiocontrol-Uhren in ihrem Gebiet markant schrumpften.
Während drei der genannten Stationen die Kröte schluckten und ihre Hörerzahlen nach einem Unterbruch nun wieder freigegeben haben, fehlen diejenigen von Grischa immer noch. Hanspeter Lebrument, Chef der Südostschweizer Mediengruppe, welchem der Sender mehrheitlich gehört, rechnet aber damit, dass dies noch in diesem Monat nachgeholt wird. «Ich möchte von der Publica Data zuerst eine Erklärung, wie es überhaupt zu so grossen Schwankungen kommen kann», so Lebrument.
Virus-Problem ist gelöstDefinitiv gelöst sind indessen die Schwierigkeiten, mit denen die Radioforschung bei Virus konfrontiert war. Seit der zeitgleichen Übernahme der DRS-3-Programme «Hitparade» und «Sounds» war es Radiocontrol nämlich nicht mehr möglich, den Sender zweifelsfrei zuzuordnen.
Gelöst hat man das Problem, indem diese Sendungen auf Virus um fünf Minuten verzögert ausgestrahlt werden.
Radio Fribourg wuchs tüchtig
Auch die Radios der Romandie waren mehrheitlich im Aufwind. Signifikantes Ausmass hatte dieser aber nur bei der französischsprachigen Variante von Radio Fribourg, das mit einem Sprung von 65200 auf 82 100 Hörer (+ 26%) kräftig zulegte. Die Werte der beiden an-deren Westschweizer Sender mit deutlich tieferen Hörerzahlen, Jura Bernois und Fréquence Jura, sind wie bereits erwähnt nicht mit dem vorangegangenen Semester vergleichbar.
Im Tessin hat der Sender 3iii Publikumszuwachs erhalten, wenn auch nicht in grossem Ausmass. Eine signifikante Veränderung hat sich hingegen beim Schlusslicht unter den Südschweizer Radios ergeben. Während sich der italienische Sender Studio Star im vorangegangenen Semester noch bei den grossen Verlierern einreihte, hat sich das Blatt nun gewendet. Allerdings kommt der Sender auch mit dem aktuellen Zuwachs um mehr als 240 Prozent nur gerade auf bescheidene 4100 Hörerinnen und Hörer.
Die Röhren glühen weniger lang: Die durchschnittliche Hördauer beim Radio hat abgenommen.
Eingeschränkte VergleichbarkeitVergleiche mit dem vorangegangenen Semester sind dieses Mal nur bedingt statthaft. Der Grund sind die Neuerungen, welche die Publica Data per 1. Januar 2004 eingeführt hat: Einerseits erfolgte der Wechsel vom Empfangsgebiet zum (grösseren) Verbreitungsgebiet (siehe WW 02/04). Andererseits wurde in einigen Gebieten die Zahl der Radiocontrol-Uhren aufgestockt, womit die Vergleichbarkeit mit früheren Hörerzahlen nicht mehr gegeben ist. (dse)
Daniel Schifferle
