Sorgenfalten schwinden

PubliGroupe In der Schweiz sank der Umsatz erneut, dem Gesamtunternehmen geht es wieder besser.

PubliGroupe In der Schweiz sank der Umsatz erneut, dem Gesamtunternehmen geht es wieder besser.Zwar kann die PubliGroupe für das erste Halbjahr 2004 erstmals seit drei Jahren wieder eine leicht positive Umsatzentwicklung und eine noch erfreulichere Steigerung des Betriebsergebnisses ausweisen, dennoch geben die Zahlen selbst PubliGroupe-intern nur zu vorsichtigem Optimismus Anlass. CEO Hanspeter Rohner sagte denn auch an der Pressekonferenz vom 30. August, dass wohl verschiedene Anzeichen auf eine Konjunktur-«Stabilisierung» hindeuten. Doch er betonte: «Die Zukunft punkto Werbeausgaben bleibt unberechenbar. Gerade die kommerzielle Werbung scheint den Unternehmen als Manipuliermasse zu dienen: Man bucht kurzfristiger, und genauso kurzfristig wird verschoben oder sistiert.»PubliPresse mit weniger Umsatz
Der Umsatz fiel denn mit 986,4 Millionen Franken nur gerade um 2,7 Millionen Franken besser aus als im ersten Halbjahr 2003. Und das um 62 Prozent verbesserte Betriebsergebnis von 36 Millionen Franken liess sich primär über weitere Einsparungen – nicht zuletzt beim Personal – realisieren. Jedenfalls verzeichnete die Division PubliPresse, die das Inserategeschäft in der Schweiz beinhaltet und das Hauptstandbein der PubliGroupe darstellt, einen erneuten Umsatzrückgang, wenn auch nur um 2 Prozent. Demgegenüber erzielte das internationale Netzwerk Publicitas Promotion Network (PPN) ein Umsatzplus von 8 Prozent, allerdings verlief die Entwicklung in den verschiedenen Märkten höchst unterschiedlich: In Europa betrug das Umsatzplus 11, in Asien 17 Prozent, während das Geschäft in Nord- und Südamerika mit minus 5 Prozent negativ ausfiel. Ein Grund für den Abwärtstrend in Amerika: In den USA hat PPN zwei gewichtige Vermarktungsaufträge verloren – die US-Vertretung der Financial Times und zwei Kundenzeitschriften von American Express Corp. «Mit einem neuen Management sind wir in den USA nun daran, eine Strategie einzufädeln, die stärker auf den Tageszeitungsmarkt fokussiert», sagte Rohner. Im 2004 bleibe die USA negativ, ab 2005 sollte es dort aber wieder aufwärts gehen.
Nachwehen bei Gelben Seiten
Die Division PubliDirect (Gelbe Seiten) entwickelte sich mit 6 Prozent mehr Umsatz ebenfalls positiv, dennoch erwartet man in diesem Bereich selbst bei anziehender Konjunktur spürbare Nachwehen der Rezession. Die im Juli erworbene 30-Prozent-Beteiligung an The Guide Company in Zürich ermögliche aber den qualitativen Ausbau der Gelben Seiten, hiess es.
Auf die Frage, ob die PubliGroupe nun primär bei den elektronischen Medien Wachstumspotenzial sehe, sagte Rohner, dass die Presse kurzfristig wieder stärker wachsen werde, da sie nach seiner Einschätzung das in den letzten drei Jahren verlorene Werbevolumen von 800 Millionen Franken zu 60 bis 70 Prozent zurückgewinnen werde. «Aber den Höchststand von 2000 erreichen wir nicht mehr», stellte Rohner klar. Danach würden vorab Radio und TV zulegen. Mit der Cinecom habe die PubliGroupe deshalb einen ersten Schritt in den TV- und Kinomarkt getan, der Entscheid, auch beim Radio einzusteigen, stehe hingegen noch aus. «Radio ist aber sowohl in der Schweiz als auch im Ausland ein Thema», sagte er.
Noch keine Entwarnung, sondern erst vorsichtiger Optimismus: Hanspeter Rohner, CEO PubliGroupe.

Die Zahlen trügen: Zum Betriebsergebnis führte vor allem Sparen.
Silberstreifen: In der Tagespresse steigen die Werbeausgaben leicht.
Markus Knöpfli

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