Ran an den Speck

Prävention BAG, BASPO, Gesundheitsförderung Schweiz und APG plädieren gemeinsam für mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Prävention BAG, BASPO, Gesundheitsförderung Schweiz und APG plädieren gemeinsam für mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Seit dem dritten Neujahrstag gleicht die Schweiz einem riesigen Fitnessparcours: Auf mehreren tausend Plakatstellen laden Start- und Zieltransparente schweizweit zum Sprinten ein. Absender der nationalen Aktion sind das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Bundesamt für Sport (BASPO), die Gesundheitsförderung Schweiz und die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG). Mit dem Slogan «Mehr Bewegung, besser leben» fordern die Kampagnenpartner die Schweizer Bevölkerung auf, das neue Jahr mit mehr Bewegung und ausgewogener Ernährung zu starten, um an Lebensqualität und Wohlbefinden zu gewinnen. Der Zeitpunkt ist alles andere als zufällig gewählt. Schliesslich haben sich die meisten in den letzten beiden Dezemberwochen ein paar Pfunde zu viel angegessen und sind deshalb besonders empfänglich für gute Vorsätze.
Studien belegen allerdings, dass sich Übermass und mangelnde Ertüchtigung keineswegs auf die Festtage beschränken: Rund 64 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind ungenügend aktiv, gut 19 Prozent sogar gänzlich inaktiv. Dies hat die Schweizerische Gesundheitsbefragung, welche alle fünf Jahre vom Bundesamt für Statistik erhoben wird, im Jahr 2002 ergeben. Die gleiche Studie besagt auch, dass zirka 37 Prozent der Erwachsenenbevölkerung übergewichtig oder fettleibig sind – Tendenz steigend. Hohe Wellen geschlagen hat im vergangenen Jahr auch eine ETH-Studie, wonach hier zu Lande jedes vierte Kind zu viel auf den Rippen hat.
Fast drei Milliarden Folgekosten
Neben der Einbusse an Lebensqualität für die Betroffenen verursachen Übergewicht und Adipositas gemäss BAG auch massive Gesundheitskosten. Fast drei Milliarden Schweizer Franken, so das Bundesamt, würden pro Jahr durch Übergewicht und Fettleibigkeit sowie deren Folgekrankheiten anfallen. Die aktuelle Start-/Ziel-Kampagne soll im diesjährigen internationalen Jahr des Sports dazu beitragen, dass ein gesundes Körpergewicht wieder zur Norm wird. Dafür stellen die Absender neben der Ernährung vor allem die Bewegung im Alltag in den Mittelpunkt.
Initiiert haben die landesweite Plakataktion APG und ihre Agentur Publicis. «Wir möchten ein- bis zweimal im Jahr eine karitative
beziehungsweise nicht kommerzielle Kampagne realisieren», meint APG- PR-Leiter Othmar Casutt und ergänzt: «natürlich auch um aufzuzeigen, dass man mit einer Plakatkampagne eine Botschaft in der ganzen Schweiz rasch vermitteln kann».
Um dies zu demonstrieren, stellt die APG landesweit 6500 Stellen zur Verfügung. Den Druck der Plakate in verschiedenen Formaten finanzieren die Bundesämter. Neben Gesundheitsförderung und Plakatwirkung sollen die Werbemassnahmen auch in der Diskussion über Werbeverbote zwischen APG und dem BAG vermitteln. Dazu Casutt: «Wir wollen zeigen, dass Prävention viel gescheiter ist als Werbeverbote.» Jüngstes Beispiel für eine ähnlich motivierte Aktion ist die Antiraser-Kampagne in Zusammenarbeit mit dem TCS, welche letzten Herbst geschaltet wurde.
Die Schweiz als Fitnessparcours: Plakate laden dazu ein, ein gesundes Körpergewicht anzustreben.

Simone Keller

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