Anleitung zum Gesundwerden

Special Interest Mit einer neuen Formel sucht Ringiers Gesundheit Sprechstunde den Erfolg im Werbemarkt.

Special Interest Mit einer neuen Formel sucht Ringiers Gesundheit Sprechstunde den Erfolg im Werbemarkt.Ab dieser Woche ist sie nicht einfach nur eine Zeitschrift: Die Gesundheit Sprechstunde (GeS) wird «zum Beipackzettel, zur Gebrauchsanleitung für die Gesundheit», ist Samuel Stutz überzeugt. Der Arzt und Moderator der «GeS»-Sendung auf SF 2 ist zwar offiziell nur freier Mitarbeiter, als solcher aber der Spiritus rector hinter dem GeS-Medienverbund von Ringier.Gemeinsam mit Redaktionsleiter Theo Uhlir hat Stutz das neue Konzept der Zeitschrift entwickelt, das am 14. Januar lanciert wird. Die Zeitschrift wird näher an die TV-Sendung geführt und befasst sich künftig mit den gleichen Themen. Damit konzentriert sie sich auf die Bereiche Medizin, Prävention und Therapie. Softere Themen wie Wellness und Schönheit werden nur noch dann behandelt, wenn sie einen direkten Bezug zum Thema Gesundheit haben.
«Wir bringen den Leuten die Gesundheit in den Alltag», umreisst Stutz das Ziel: Die Leser erhalten Anleitungen, um eigenverantwortlich mit ihrer Gesundheit umgehen zu können. «Wir drehen die Expertenrolle komplett um: Unsere Leser werden selbst zu den Experten für ihre Probleme.» Stutz sieht sich damit im Trend: Für immer mehr Menschen – auch junge – sei Gesundheit ein Thema, über das sie sich selbst informierten, statt sich an die klassischen Autoritäten zu wenden.
Nullnummer positiv beurteiltDass die neue Formel gut ankommt, hat schon eine qualitative Studie anhand der Nullnummer gezeigt. Mit mehr Platz für wichtige Themen, mehr Infografiken, besserer Leserführung und grösserem Format setzte sich das neue Heft in der Beurteilung der Befragten vom Vorgänger-Magazin ab und punktete laut Stutz besonders im Bereich Authentizität und Nutzwert.
Im ersten Jahr will man vor allem die Auflage festigen und «die Leser bei der Stange halten», so Martin Tamas, kommerzieller Leiter des GeS-Medienverbunds. Neuleser lassen sich vor allem innerhalb der bestehenden Hauptzielgruppe gewinnen, glaubt er: Frauen über 35 Jahre. «Jüngere Leute erreicht man mit dem Thema Gesundheit eher schwieriger», urteilt Tamas. Nur 22 Prozent der GeS-Leser sind laut Mach Basic 2004 unter 35 Jahre alt, 65 Prozent sind Frauen. «So gestaltet sich die Leserschaft schon seit fünf Jahren», bilanziert Tamas.
Grössere Erwartungen setzt Ringier in den Werbemarkt. Durch die klarere Positionierung im Bereich Gesundheit und neue Werbeformen soll die Zeitschrift aus der Verlustzone geführt werden. Einzelne Gefässe der Zeitschrift wie ein regelmässig erscheinendes medizinisches Poster können gesponsert werden. Die Redaktion verfasst für Kunden zudem Broschüren oder Advertorials, die allerdings deutlich als Werbung gekennzeichnet werden sollen.
Vom Medienverbund zum DienstleistungszentrumVergangenen Sommer hat Ringier die Gesundheit Sprechstunde (GeS) aus dem Bereich Zeitschriften ausgegliedert und aus TV-Sendung, Magazin und Website eine «Health Business Unit» gegründet. Dadurch sollen sowohl redaktionelle wie kommerzielle Synergien erzielt werden. Ein Werbekombi von Zeitschrift und TV-Sendung wird es laut dem kommerziellen Leiter Martin Tamas aber nicht geben. Dem stehen die Regeln bei SRG und Presse-TV entgegen. Ringier kann lediglich Sponsorenauftritte verkaufen, während Spots über die Publisuisse zu buchen sind.
Für den Moderator Samuel Stutz geht es bei der «Health Unit» um mehr als Werbeverkauf. «Der alte Traum eines Dienstleistungszentrums ist in Erfüllung gegangen», schwärmt der TV-Arzt. Unter dem Label GeS soll in Zukunft eine Vielzahl von Gesundheitsangeboten lanciert werden. Stutz will für die Leser und Zuschauer «intelligente Packages» schneidern.
Ein erstes zum Thema Abnehmen wird unter anderem ein Buch von Gesundheit Sprechstunde, ein Präparat, einen Schrittzähler sowie ein besonderes Messband umfassen und zusammen mit der Apothekenkette von Galenica lanciert. Weitere Ideen werden zurzeit geprüft. (sm)
Näher an der TV-Sendung: Gesundheit Sprechstunde.
Stefano Monachesi

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