Mehr Wahl statt pauschal
Reisebranche Bei den Badeferien schafft Hotelplan ab sofort die fixe Angebotsform ab.
Reisebranche Bei den Badeferien schafft Hotelplan ab sofort die fixe Angebotsform ab. Das Freizeitverhalten von Herrn und Frau Schweizer hat die Reisebranche zum Blühen gebracht. Dank Spezialisierung geniessen die grossen Schweizer Touroperators auch im Ausland einen sehr guten Ruf – wenn auch zu einem hohen Preis. Wie reif der Schweizer Reisemarkt ist, erkennt man nicht nur an den Expansionsversuchen der grossen Reiseanbieter über die Grenzen hinaus, sondern ebenso an Eckwerten wie den Werbeinvestitionen. So gehört die Reisebranche als grösstes Segment in der Produktgruppe Reisen-Freizeit-Hotels-Sanatorien zu den intensivsten und am stärksten wachsenden Werbern: 2004 investierte sie, laut Media Focus, 55 Millionen Franken in die Werbung, elf Prozent mehr als 2003.Selbst im Krisenjahr 2002 – nach 9/11, Irak-Krieg und Sars – und trotz schlechter konjunktureller Entwicklung gab die Schweizer Wohnbevölkerung immer noch rund 23 Milliarden Franken für Reisen aus (– 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Transportkosten sind in dieser Schätzung der Fremdenverkehrs-Bilanzstatistik noch nicht enthalten. Dies entspricht jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben von gut 3300 Franken. Gemäss Umfragen wird jede zweite Reise beim Reisebüro gebucht, wenn man den Geschäftstourismus mit berücksichtigt.
Umbruch im Reise-BusinessTrotz Umsatzplus und hoher Zuwachsraten der Buchungen haben die verschärften Wettbewerbsbedingungen die Erträge stark schrumpfen lassen. Der Reisehandel befindet sich im Umbruch: Überkapazitäten und bröckelnde Margen bei den Reiseanbietern, denen durch die neuen Preismodelle verschiedener Airlines die Vermittlungskommission gestrichen wurden, unberechenbare Reaktionen der Konsumenten auf Kalamitäten, Billigflieger, die Städtereisen so billig wie nie machen, und immer mehr Schweizer, die ihre Reisen direkt via Internet buchen. All diese Entwicklungen zwingen die Reisebüros zu Anpassungen und Umstrukturierungen. Nach erbitterten Konzentrationskämpfen sahen viele in einem forschen Preiskampf den strategischen Ausweg aus der Stagnation, brachten aber Volumen und Kapazitäten aus dem Gleichgewicht und die ganze Branche noch mehr in die Bredouille.
Hotelplan, die Nummer zwei der Schweizer Reiseveranstalter, reagiert auf das veränderte Konsumverhalten mit der Abschaffung von Fixpreisen für Badeferien. Künftig will Hotelplan die Konsumenten auch im wichtigen Bereich Badeferien als VIPs – «Very Individual Passengers» wahrnehmen. «Die beruflichen und privaten Rahmenbedingungen der Kunden setzen mehr denn je die Ansprüche an das Ferienangebot», erklärt Röne Bertschi, Berater und Konzepter bei der Winterthurer Agentur Dachcom. Es werde mittlerweile mehr Flexibilität gefordert, als es Pauschalreisen bieten könnten. Das Ergebnis der jährlich vom Link-Institut durchgeführten Elvia-Umfrage zum Reise- und Buchungsverhalten der Schweizer gibt ihm Recht. Die gestiegene Anzahl Personen, die drei und mehr Ferienreisen jährlich machen, verstärken den Trend zu mehreren und kürzeren Reisen. Der Konsument verlange mehr Transparenz in der Kostengestaltung und ist nur mehr bereit, das zu bezahlen, was er auch wirklich nutzen will, sagt Thomas Christen, Leiter Marketing bei Hotelplan.
Mehr IndividualitätDie Einführung der flexiblen Preisgestaltung im neuen Badeferienkatalog «Ferien am Meer» soll auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet sein und mehr Wahlfreiheit bringen. Da gemäss der Elvia-Umfrage in den letzten drei Jahren mehr als jeder vierte Befragte bei Hotelplan mindestens einmal eine Buchung vorgenommen hat, dürfte die Individualisierung gut ankommen. Im ersten Schritt galt es, den Reisehandel in die Produktneuerung einzubinden, weil der Verkaufserfolg in hohem Masse von der Marken- und Produktloyalität des Reiseberaters abhängt. Zugleich muss der Endkunde über die neue Form der Badeferien informiert sein. Zurzeit steht das Online-Buchungsportal noch in der Realisationsphase.
Wettbewerb für KundenDie Aufgabe für Dachcom bestand darin, neben der neuen Angebotsform auch die neue Freiheit zu kommunizieren. Dazu entwickelte die Agentur ein Konzept, das den Badeferienkatalog und die Kernaussage «keine Kompromisse» mit einem Wettbewerb in den Mittelpunkt stellt. «Konkret wurde der Anfang Februar erschienene Katalog mit einem Booklet auf der Titelseite bestückt. Darin wird nebst neuer Dienstleistung und neuem Tarifsystem auch der Wettbewerb erklärt», sagt Röne Bertschi. Umrahmt wird diese Massnahme von einem breit angelegten Plakataushang als zentrales Werbemittel des Hotelplan-Auftritts. Für die Umsetzung der vier Plakatsujets haben die Kreativen Andrea Grabher und Alan Castioni die ironische Zuspitzung gewählt, um die Headline auf den Punkt zu bringen: die Neid schaffende Sandburg, der Wasserskifahrer, dem gerade mal ein Highspeed-Boot genügt, oder Kinder mit einem Rieseneis.
Die Botschaftsvertiefung erfolgt mittels Anzeigenkampagne in Sonntagsmedien und Qualitätstiteln. Ergänzend verdichten Massnahmen wie Fachpresseanzeigen und -beikleber, Händler-Mailing sowie Schaufensterdisplays die Pflege der Reisebüros.
Die Hotelplan AGDie 100%-Tochter des Migros-Genossenschafts-Bundes Hotelplan AG wurde vor 70 Jahren gegründet. Dem Reisekonzern gehören unter anderem Unternehmen und Marken wie Easy, Esco Reisen, Escolette, First Business Travel, M-Travel, Dornbierer Reisen, der Ferienwohnungsvermittler Interhome und die Chartergesellschaft Belair sowie die Horizonte-Hotels und -Ferienanlagen und Auslandgesellschaften in Holland, England, Italien und Spanien. Weltweit sind über 3800 Mitarbeitende beschäftigt, die im Geschäftsjahr 2002/ 2003 einen Konzerngewinn nach Steuern von 13,5 Mio. Franken (– 32,5 Prozent gegenüber 2001/ 2002) erwirtschaftet hatten. (la)
Hotelplan behandelt seine Kunden in den Ferien als «Very Individual Passengers».
Luca Aloisi
Umbruch im Reise-BusinessTrotz Umsatzplus und hoher Zuwachsraten der Buchungen haben die verschärften Wettbewerbsbedingungen die Erträge stark schrumpfen lassen. Der Reisehandel befindet sich im Umbruch: Überkapazitäten und bröckelnde Margen bei den Reiseanbietern, denen durch die neuen Preismodelle verschiedener Airlines die Vermittlungskommission gestrichen wurden, unberechenbare Reaktionen der Konsumenten auf Kalamitäten, Billigflieger, die Städtereisen so billig wie nie machen, und immer mehr Schweizer, die ihre Reisen direkt via Internet buchen. All diese Entwicklungen zwingen die Reisebüros zu Anpassungen und Umstrukturierungen. Nach erbitterten Konzentrationskämpfen sahen viele in einem forschen Preiskampf den strategischen Ausweg aus der Stagnation, brachten aber Volumen und Kapazitäten aus dem Gleichgewicht und die ganze Branche noch mehr in die Bredouille.
Hotelplan, die Nummer zwei der Schweizer Reiseveranstalter, reagiert auf das veränderte Konsumverhalten mit der Abschaffung von Fixpreisen für Badeferien. Künftig will Hotelplan die Konsumenten auch im wichtigen Bereich Badeferien als VIPs – «Very Individual Passengers» wahrnehmen. «Die beruflichen und privaten Rahmenbedingungen der Kunden setzen mehr denn je die Ansprüche an das Ferienangebot», erklärt Röne Bertschi, Berater und Konzepter bei der Winterthurer Agentur Dachcom. Es werde mittlerweile mehr Flexibilität gefordert, als es Pauschalreisen bieten könnten. Das Ergebnis der jährlich vom Link-Institut durchgeführten Elvia-Umfrage zum Reise- und Buchungsverhalten der Schweizer gibt ihm Recht. Die gestiegene Anzahl Personen, die drei und mehr Ferienreisen jährlich machen, verstärken den Trend zu mehreren und kürzeren Reisen. Der Konsument verlange mehr Transparenz in der Kostengestaltung und ist nur mehr bereit, das zu bezahlen, was er auch wirklich nutzen will, sagt Thomas Christen, Leiter Marketing bei Hotelplan.
Mehr IndividualitätDie Einführung der flexiblen Preisgestaltung im neuen Badeferienkatalog «Ferien am Meer» soll auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet sein und mehr Wahlfreiheit bringen. Da gemäss der Elvia-Umfrage in den letzten drei Jahren mehr als jeder vierte Befragte bei Hotelplan mindestens einmal eine Buchung vorgenommen hat, dürfte die Individualisierung gut ankommen. Im ersten Schritt galt es, den Reisehandel in die Produktneuerung einzubinden, weil der Verkaufserfolg in hohem Masse von der Marken- und Produktloyalität des Reiseberaters abhängt. Zugleich muss der Endkunde über die neue Form der Badeferien informiert sein. Zurzeit steht das Online-Buchungsportal noch in der Realisationsphase.
Wettbewerb für KundenDie Aufgabe für Dachcom bestand darin, neben der neuen Angebotsform auch die neue Freiheit zu kommunizieren. Dazu entwickelte die Agentur ein Konzept, das den Badeferienkatalog und die Kernaussage «keine Kompromisse» mit einem Wettbewerb in den Mittelpunkt stellt. «Konkret wurde der Anfang Februar erschienene Katalog mit einem Booklet auf der Titelseite bestückt. Darin wird nebst neuer Dienstleistung und neuem Tarifsystem auch der Wettbewerb erklärt», sagt Röne Bertschi. Umrahmt wird diese Massnahme von einem breit angelegten Plakataushang als zentrales Werbemittel des Hotelplan-Auftritts. Für die Umsetzung der vier Plakatsujets haben die Kreativen Andrea Grabher und Alan Castioni die ironische Zuspitzung gewählt, um die Headline auf den Punkt zu bringen: die Neid schaffende Sandburg, der Wasserskifahrer, dem gerade mal ein Highspeed-Boot genügt, oder Kinder mit einem Rieseneis.
Die Botschaftsvertiefung erfolgt mittels Anzeigenkampagne in Sonntagsmedien und Qualitätstiteln. Ergänzend verdichten Massnahmen wie Fachpresseanzeigen und -beikleber, Händler-Mailing sowie Schaufensterdisplays die Pflege der Reisebüros.
Die Hotelplan AGDie 100%-Tochter des Migros-Genossenschafts-Bundes Hotelplan AG wurde vor 70 Jahren gegründet. Dem Reisekonzern gehören unter anderem Unternehmen und Marken wie Easy, Esco Reisen, Escolette, First Business Travel, M-Travel, Dornbierer Reisen, der Ferienwohnungsvermittler Interhome und die Chartergesellschaft Belair sowie die Horizonte-Hotels und -Ferienanlagen und Auslandgesellschaften in Holland, England, Italien und Spanien. Weltweit sind über 3800 Mitarbeitende beschäftigt, die im Geschäftsjahr 2002/ 2003 einen Konzerngewinn nach Steuern von 13,5 Mio. Franken (– 32,5 Prozent gegenüber 2001/ 2002) erwirtschaftet hatten. (la)
Hotelplan behandelt seine Kunden in den Ferien als «Very Individual Passengers».
Luca Aloisi
