Von Nagel- und anderen Köpfen
Luca Aloisi über das ADC-Bild einiger seiner deutschen Mitglieder.
Luca Aloisi über das ADC-Bild einiger seiner deutschen Mitglieder. Pressekonferenzen von Kreativjurys sind für die Medien oft ein gefundenes Fressen. Auf diesem Spielfeld der Narzissten liegen nach tagelangen Debatten die Nerven oft so blank, dass Animositäten riesige Gräben aufreissen und allzu Menschliches zum Vorschein tritt.Keine Ausnahme bildet da der ADC Deutschland, der seine Nägel für die kreativsten Werbearbeiten heuer sinnigerweise wenige Tage vor Karfreitag verliehen hat. Der Eklat blieb nicht aus: Wegen eines publik gewordenen Insiderfalls drohte ein ADC-Juryvorsitzender den Journalisten an, dass der Club sie künftig ausschliessen würde und ganz gut ohne sie leben könne.
Dass diese Respektbekundung allen die Sprache verschlug, dürfte auf die absurde Drohung zurückzuführen sein. Und darauf, dass sich den aus ganz Europa eingeflogenen Journalisten eine Fratze offenbarte, die unser Nachbarland nach Kräften abzuschütteln versucht. In seiner Einprägsamkeit überschattete das unbeherrschte ADC-Mitglied eine weltweit anlaufende Imagekampagne für Deutschland, welche die Agenturgruppe Scholz & Friends kurz zuvor den Journalisten vorgestellt hatte: Deutschland soll als «Land der Ideen» positioniert werden. Es brauchte jedoch nur einen Hitzkopf, um das von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie angepeilte Image aufgesetzt wirken zu lassen.
Den Ausrutscher will ich dem Urheber nicht übelnehmen und vermute, dass in seinem ADC-Bild einiges im Argen liegt. Denn: Obwohl die deutschen Werber an internationalen Wettbewerben glänzen, sieht ihr Alltag völlig anders aus. Solange fast jeder zweite TV-Zuschauer bei den Werbeblöcken konsequent wegzappt, ist Überheblichkeit fehl am Platz. Erst recht gegenüber den Medien, welche die ADC-Botschaft der lohnenden Kreativität verstärken.
Da lobt man sich die Worte des ADC-Vorstandssprechers Michael Preiswerk, der für mehr Spass und weniger Ernst in den eigenen Reihen plädiert.
> Luca Aloisi, Ressortleiter Marketing & Kommunikation
Dass diese Respektbekundung allen die Sprache verschlug, dürfte auf die absurde Drohung zurückzuführen sein. Und darauf, dass sich den aus ganz Europa eingeflogenen Journalisten eine Fratze offenbarte, die unser Nachbarland nach Kräften abzuschütteln versucht. In seiner Einprägsamkeit überschattete das unbeherrschte ADC-Mitglied eine weltweit anlaufende Imagekampagne für Deutschland, welche die Agenturgruppe Scholz & Friends kurz zuvor den Journalisten vorgestellt hatte: Deutschland soll als «Land der Ideen» positioniert werden. Es brauchte jedoch nur einen Hitzkopf, um das von der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie angepeilte Image aufgesetzt wirken zu lassen.
Den Ausrutscher will ich dem Urheber nicht übelnehmen und vermute, dass in seinem ADC-Bild einiges im Argen liegt. Denn: Obwohl die deutschen Werber an internationalen Wettbewerben glänzen, sieht ihr Alltag völlig anders aus. Solange fast jeder zweite TV-Zuschauer bei den Werbeblöcken konsequent wegzappt, ist Überheblichkeit fehl am Platz. Erst recht gegenüber den Medien, welche die ADC-Botschaft der lohnenden Kreativität verstärken.
Da lobt man sich die Worte des ADC-Vorstandssprechers Michael Preiswerk, der für mehr Spass und weniger Ernst in den eigenen Reihen plädiert.
> Luca Aloisi, Ressortleiter Marketing & Kommunikation
