Dem Löwen von Cannes in den Rachen geschaut

Nachwuchsförderung Nina Rentschler und Björn Burkhard heissen die Sieger am Keystone Cannes Open 05.

Nachwuchsförderung Nina Rentschler und Björn Burkhard heissen die Sieger am Keystone Cannes Open 05.«Foti-Schöpplen» wird heute von jungen Kreativen bis zur Perfektion beherrscht. Und mit viel Spass eingesetzt, wie die 70 eingereichten Arbeiten für das Keystone Cannes Open 05 beweisen. «Es wird jedes Jahr besser. Auch der Kundenkreis erweitert sich», meint Walter Grolimund, CEO bei Keystone. Mit dem Keystone Cannes Open bietet die grösste Bildagentur der Schweiz seit nunmehr fünf Jahren eine Plattform für Werbetalente bis 30 Jahre. Bedingung zur Teilnahme am Wettbewerb sind einzig ein reeller Auftraggeber sowie die Verwendung von Keystone-Bildmaterial.
Auch für die Jury zeigte sich ein Fortschritt. «Das Resultat kann sich sehen lassen», meinte Matthias Freuler von Wirz Werbung. «Manchmal fehlt nur wenig zu einer absolut professionellen Arbeit», wertete Markus Ruf von Ruf Lanz. Simone Fennel bewunderte das Niveau im Umgang mit dem Foto-Shop. Daniel Comte von Advico Young & Rubicam bemerkte, dass man fast nicht mehr abstrahieren kann, dass hier der Nachwuchs und nicht die alten Hasen gearbeitet haben.
Sofort klar war für die Jury, wer den ersten Preis gewinnen soll. Nina Rentschler und Björn Burkhard von der Agentur Publicis überzeugten die Fachleute mit ihrem Werk «Smile»: Als Bild diente das Lächeln eines Mannes, die Lachfalten wurden mittels Computer zu den drei Streifen von Adidas geformt. «Simpel, reduziert – aber mit einem Lachen versehen und durch und durch positiv. Eine solche Werbebotschaft wünscht sich jede Firma», zeigte sich auch Walter Grolimund mit dem Entscheid der Jury einverstanden.
Wie das mit Gold prämierte Plakat zeigte, sind in diesem Jahr auffallend viele Arbeiten für grössere und namhafte Labels eingereicht worden. Zwar gefielen nach wie vor auch Bildmontagen rund um «Kunden» wie ein Bestattungsinstitut, ein Holzwurmsanatorium, Sonnenschutzmittel und Sushi-Läden. Die Jury wertete es aber als positiven Trend, dass die jungen Kreativen – so wie es in Wirklichkeit zum Berufsalltag gehört – mit ihren Ideen auch mehr kritische Auftraggeber wie Migros Kulturprozent, das Zoologische Museum, Emmentaler Käse, Coop, Amnesty International oder das Bundesamt für Gesundheit überzeugen konnten.
Mit ihrer Arbeit für Adidas wird das Siegerteam neben einer Flugreise nach Cannes mit der Teilnahme in der Kategorie «Press & Outdoor Award» des internationalen Werbefestivals belohnt und darf dort um die Lions kämpfen.
Die Jury hat in einer ersten Runde 16 der 70 Arbeiten mit einem oder mehreren Punkten gekennzeichnet. Aus dieser ersten Shortlist wurde eine Auswahl von 10 getroffen. Eine «vergessen» gegangene Arbeit hat es dann auch noch mit einer Wildcard in die Top Ten geschafft. Die Jury wollte nicht nur gelungene und damit professionell brauchbare Einreichungen auszeichnen, sondern noch nie gesehene Ideen prämieren. «Wir wollen neue Tendenzen fördern.»
Zum Siegersujet meinte die Jury, dass es «das reduzierteste ist, aber die Botschaft trotzdem sofort verstanden wird». Es wurde auch als «international verständlich» gewertet. Bei anderen Arbeiten fragte man sich, ob man eine ähnliche Umsetzung nicht schon irgendwo gesehen habe. Einige Arbeiten wurden auch mehr als Anzeige als wie gefordert als Plakat eingestuft. Alle 10 Sujets, die die Jury auf die abschliessende Shortlist setzte, sind auf dieser Doppelseite abgebildet. Die Bilder zum Prämierungs-Apéro gibt es auf Seite 23.
Mit über 70 eingereichten Arbeiten ist die Ausbeute gleich gross wie im Vorjahr. Die Zahl der Beteiligten nahm aber deutlich zu, es machten mehr Teams mit weniger Sujets mit. «Es zeugt von Professionalität, dass man nur die besten Ideen an einen Wettbewerb schickt», meinte Alexander Jaggy. Der CD von Jung von Matt/Limmat wirkte bei der Jurierung als Moderator. Seine Agentur hat mit Keystone den Wettbewerb vor fünf Jahren konzipiert und seither kommunikativ betreut.
Das Siegersujet von Nina Rentsch-ler und Björn Burkhard wird auf
F12-Grösse als Plakat in verschiedenen Schweizer Städten gezeigt – in Zürich an der Weinbergstrasse sowie an weiteren prominenten Plätzen in Bern, Basel, Luzern, St. Gallen, Lausanne, Genf und Lugano.
Platz 1: Björn Burkhard und die an der Vernissage nur per Foto präsente Nina Rentschler vor ihrem Siegerplakat für Adidas.
Platz 2: Sebastian Hugelshofer und Daniel Roznovjak für Zippo.
Platz 3: Natasha La Marca und Sabina Meyer für Yooji’s Sushi.
Ebenfalls Platz 3: Marc Schmit und Caspar Heuss für Microsoft.
Die Jury: Aus den Lehrmeistern in den verschiedenen Agenturen sind Simone Fennel, Matthias Freuler, Daniel Comte und Markus Ruf in die Keystone-Jury berufen worden. Sie setzte die unten zu sehenden Plakate auf die abschliessende Shortlist.
Grit Wolany und Torsten Maas für Tesa.
Isabelle Hauser und Simon Sennhauser für Maglite.
Iris Thiede und Corinne Englert für Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind.
Dominic Beyeler und Madeleine Brügger für Furer Schuhmode.
Jota Ziogas und Diana Rossi für Solis.
Andrea Dübendorfer für Ban Song Thai Restaurant.
Per Mausklick in ein Universum von BildernFür das Keystone Cannes Open stand den Wettbewerbsteilnehmern das ganze Archiv der grössten Schweizer Bildagentur zur Verfügung. Auch im wirklichen Markt arbeiten immer mehr Agenturen mit dem Stock von Keystone. Zurzeit wird eine Kampagne für die Basler Zeitung von cR so gestaltet. Auch für Valser Wasser hat Keystone Sujets geliefert. Dank eigenen Webingenieuren werden die Suchzeiten im Archiv ständig kürzer. Keystone investiert viel in die Technik und kann im Verlauf dieses Sommers auch alle ausländischen Partner-agenturen mit weiteren drei
Millionen Bildern softwaremässig in das System integrieren.
Andreas Panzeri

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