Gerne gross

Claudia Gutknecht will das Stutz Image Center als Leader positionieren.

Claudia Gutknecht will das Stutz Image Center als Leader positionieren.Ob Fassadenreklame oder ein ganzes Gebäude einpacken: «Wir können sämtliche Grossflächenwerbung abdecken, mit den verschiedensten Materialien und allen möglichen Montagen», erklärt Claudia Gutknecht. Seit zwei Monaten wirkt die «Unternehmerin aus Leidenschaft» als neue Geschäftsleiterin beim Stutz Image Center in Bremgarten.Das Unternehmen ist heute Allrounder im Bereich digitale Bildbearbeitung. Die Firma ist als eine der ersten der Schweiz in das digitale Zeitalter eingestiegen und hat bereits vor acht Jahren die erste Maschine für fünf Meter breite Digitalprints in Betrieb genommen.
Alois Stutz hat sich seit der Gründung 1961 als Trendsetter im Markt behauptet. Nach seinem Rücktritt ist sein Werk nach einer Zwischenzeit bei der Valora-Gruppe an das Management übergegangen. Dieses hat in Claudia Gutknecht die richtige Powerfrau für ihre neuen Ziele gefunden. «Stutz soll im Bereich der digitalen Bildbearbeitung und des Grossformat-Inkjetdrucks als führendes Unternehmen in der Schweiz positioniert werden.»
Die neue Chefin hat ein höheres Wirtschaftsdiplom, die Ausbildung als Marketingplaner sowie die «Unternehmerschule» absolviert. Als solche bezeichnet sie ihren Weg, selber ein eigenes Unternehmen gegründet zu haben. «Ich hätte auch ein MBA machen können. Aber in der Praxis lernt man mehr als in der Theorie.»
Gutknecht hat bereits zwei eigene Firmen aufgebaut. «Etwas bewirken können» motiviert sie zum Arbeiten. Sie liebt es, den «Überblick über etwas Grosses» zu haben. Jetzt reizt sie die Herausforderung, eine Firma in schwieriger Situation zu stabilisieren, zusammen mit den neuen Besitzern, welche sie mit ihren Plänen «überzeugt haben».
Claudia Gutknecht hat sich gründlich über Risiken und Chancen informiert. «Ich war sehr zufrieden als selbstständige Geschäftsleiterin des Zürcher Büros der Schweizer AG in Hölstein und hätte in zwei Jahren diesen führenden Händler für professionelle Video- und Filmtechnik übernehmen können.»
Als zweite eigene Firma hat Gutknecht 1999 die Profevi für professionelle Fernseh- und Videoausbildung gegründet. Die Idee ist entstanden, als die neuen Privatsender wie Tele 24, TV 3 oder Pro 7 Schweiz in Aktion getreten sind. «Es war ein Boom und es gab keine Leute.» In Zusammenarbeit mit dem TPC des Schweizer Fernsehens sowie Sony in Schlieren und Apple als Ausbildungspartner hat Gutknecht Lehrgänge und Seminare erarbeitet, ähnlich dem deutschen Modell der Schule für Rundfunktechnik in Nürnberg. «Wir haben alle unser Geld zusammengekratzt, 700 Quadratmeter Bürofläche gemietet und diese mit Schnittplätzen für die Kurse ausgerüstet.» Stolz ist Gutknecht, dass fast alle Schüler einen Job gefunden hätten. Die Schule hat sie letztes Jahr verkauft.
Dank vielseitiger Erfahrung kann die neue Geschäftsleiterin in Bremgarten kompetent mit ihren Kunden reden und «technische Lösungen
für kreative Leute anbieten». Das sei spannend: «Wie bringe ich das hin, was der Kunde will?» Stutz soll wieder Trendsetter werden und neue Produkte auf den Markt bringen – was auch Investieren in neue Maschinen bedeutet.
Damit meint Gutknecht viel mehr als die neue Kaffeemaschine, die sie als Erstes für die Kantine angeschafft hat. Sie ist überzeugt: Mit solchen kleinen Veränderungen für das Betriebsklima kann sie den Mitarbeitenden wieder das Gefühl geben, «dass der Laden Zukunft hat».
Dank ihrer Erfahrung kann Claudia Gutknecht «technische Lösungen für kreative Leute anbieten.»
Andreas Panzeri

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