Drillen für neun Prozent
Recycling Igora und ViznerBorel engagieren sich mit einer neuen Kampagne für mehr Alurecycling. Angepeilt werden weltmeisterliche 100 Prozent.
Recycling Igora und ViznerBorel engagieren sich mit einer neuen Kampagne für mehr Alurecycling. Angepeilt werden weltmeisterliche 100 Prozent.Dem Kaffeekapselboom zum Trotz, die Schweiz ist im Recyclen von Aluminiumverpackungen unangefochtener Weltmeister. Die höchste Rücklaufquote erreichen seit Jahren die Getränkedosen mit über 90 Prozent. Selbst die Empa hat Igora, der Genossenschaft für Alurecycling, in einer Studie gute Noten gegeben. «Das tatsächliche Verhalten der Konsumenten entspricht in sehr hohem Masse jenen argumentativ vorgetragenen Empfehlungen, welche die Igora seit Jahren kommuniziert», heisst es in der Studie. An diese Leistung erinnerten Igora und ihre Hausagentur ViznerBorel in der Plakatkampagne 2004: «Spenden Sie uns kein Geld, spenden Sie uns Ihr Alu» oder «Die Volksgesundheit liegt uns am Herzen. Joggen Sie zum Alu-Sammelcontainer» witzelte man.Bereits da prognostizierte das Sujet – «100% Wirtschaftswachstum ist nicht möglich. 100% Alu-Recycling-Quote schon» – das hehre Ziel, das sich die 1989 gegründete Genossenschaft gesetzt hatte. Nimmt man die Sammeldisziplin der Schweizer genauer unter die Lupe, stellt man fest, dass das Potenzial bei den Aluschalen und vor allem Alutuben, bei denen es keine Verordnung gibt, noch sehr gross ist (siehe Grafik). Andererseits ist der Druck auf die Unternehmen der Lebensmittel-, Tiernahrungs- und Aluindustrie nicht so gross wie 1989, als der Bundesrat mit einem Verbot der Alugetränkedosen drohte.
Immerhin: Seit Igora auf Initiative der Hersteller und Vertreiber nicht mehr nur zu Getränkedosen kommuniziert, steigt auch bei anderen Verpackungstypen die Wiederverwertung – wenn auch bei den Tuben deutlich weniger stark. Das überrascht Markus Tavernier, Geschäftsführer von Igora, kaum: «Alutuben landen wegen ihrer geringen Grösse im gebührenpflichtigen Abfallsack statt im Sammelcontainer.»
Trotzdem hoffen die Verantwortlichen, dass sich das Konsumentenverhalten dem Sammelsystem noch besser anpasst. Und so geht Igora aufs Ganze. Erstmals auch im TV. Im gleichen ironischen Duktus wie die bisherigen Kampagnen hat Igora «eine Partei gegründet», die sich für eine Alurecyclingquote von 100 Prozent einsetzt. In den drei TV-Spots veranstaltet Igora für die Schweizerinnen und Schweizer Lektionen, in denen sie lernen, wie man das Alusammeln zur Perfektion treiben kann.
Das Ziel – ein vollständiges Alu-recycling – gibt dort der Lehrer in konservativer Drillform durch. Denn um das zu erreichen, muss sich die ganze Bevölkerung noch mächtig anstrengen. Das heisst: Üben, üben, üben bis zum Umfallen. Mit witzig überdrehten Übungen à la «Spiel
ohne Grenzen» und einer gehörigen Portion Turnhallenmief will Regisseur Charley Stadler den Betrachtern das Alusammeln und -entsorgen noch näher bringen. Begleitet werden die TV-Spots von neuen Plakaten, bei denen Werbebotschaft und Aktualitätsaspekte mit subtilem Humor verwoben wurden.
Luca Aloisi
Immerhin: Seit Igora auf Initiative der Hersteller und Vertreiber nicht mehr nur zu Getränkedosen kommuniziert, steigt auch bei anderen Verpackungstypen die Wiederverwertung – wenn auch bei den Tuben deutlich weniger stark. Das überrascht Markus Tavernier, Geschäftsführer von Igora, kaum: «Alutuben landen wegen ihrer geringen Grösse im gebührenpflichtigen Abfallsack statt im Sammelcontainer.»
Trotzdem hoffen die Verantwortlichen, dass sich das Konsumentenverhalten dem Sammelsystem noch besser anpasst. Und so geht Igora aufs Ganze. Erstmals auch im TV. Im gleichen ironischen Duktus wie die bisherigen Kampagnen hat Igora «eine Partei gegründet», die sich für eine Alurecyclingquote von 100 Prozent einsetzt. In den drei TV-Spots veranstaltet Igora für die Schweizerinnen und Schweizer Lektionen, in denen sie lernen, wie man das Alusammeln zur Perfektion treiben kann.
Das Ziel – ein vollständiges Alu-recycling – gibt dort der Lehrer in konservativer Drillform durch. Denn um das zu erreichen, muss sich die ganze Bevölkerung noch mächtig anstrengen. Das heisst: Üben, üben, üben bis zum Umfallen. Mit witzig überdrehten Übungen à la «Spiel
ohne Grenzen» und einer gehörigen Portion Turnhallenmief will Regisseur Charley Stadler den Betrachtern das Alusammeln und -entsorgen noch näher bringen. Begleitet werden die TV-Spots von neuen Plakaten, bei denen Werbebotschaft und Aktualitätsaspekte mit subtilem Humor verwoben wurden.
Luca Aloisi
