1000 Boxen fast auf einen Streich

Die Ausschreibungen der SBB für Pendlerzeitungsboxen in Zürich und Basel sind im Gang.

Vertrieb In Basel, Bern und Zürich bieten die SBB und andere Verkehrsbetriebe rund 1000 Zeitungsboxen an.Die Ausschreibungen der SBB für
Pendlerzeitungsboxen in Zürich und Basel sind im Gang, die Eingabefrist
läuft bis zum 20. September. In Bern ist das Verfahren dagegen Mitte
August abgeschlossen worden. Dies bestätigt Beat-Gaudenz Schwarz, bei
SBB Immobilien zuständig für die Ausschreibungen. Welche oder wie viele
Interessenten in Bern eine Offerte eingereicht haben, war nicht zu
erfahren.
Aus den publizierten Unterlagen geht jedoch hervor, dass die SBB im
Einzugsgebiet der S-Bahn Zürich 350 bis 400 Standflächen vermieten, die
Regio S-Bahn Basel hat 75 bis 100 Standflächen zu bieten, und in Bern
sind es 200 bis 250 Plätze, dazu noch rund 50 Standorte in Postautos.
Denn in Bern sind die SBB nicht Alleinanbieterin: Wie schon vor fünf
Jahren schlossen sich dort sechs regionale Transportunternehmen,
darunter die Postauto Schweiz AG und die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn
(BLS), zu einer Arbeitsgruppe zusammen. Ausgeschert ist einzig Bern
Mobil, die Verkehrsbetriebe der Stadt Bern. Das Unternehmen machte für
rund 200 Dispenserboxen in allen Fahrzeugen eine eigene
Offerteinladung, «weil sich die beteiligten Transportunternehmen über
die Aufteilung der Einnahmen nicht einigen konnten», sagt Martin Enz,
Marketingleiter von Bern Mobil.
Ganz anders sieht es in Basel und Zürich aus: Stillschweigend
verlängerten die Verkehrsbetriebe Zürich vor einigen Monaten den
Vertrag mit 20 Minuten für Boxen in den Fahrzeugen, während die Basler
Verkehrsbetriebe Pendlerzeitungen schon vor Jahren aus den Trams und
Bussen verbannten und nun kein neues Angebot machen. Die Baselland
Transport AG (BLT) in Liestal dagegen holt wiederum Offerten ein, will
aber anders als vor fünf Jahren kein Exklusivrecht für Boxen mehr
vergeben. «Auch der Basler Stab kann sich wieder melden», sagt Direktor
Andreas Büttiker in Anspielung auf die medienpolitischen Wellen, die
der BLT-Exklusivzuschlag zu Gunsten von 20 Minuten geworfen hatte:
Matthias Hagemann, Verleger von Basler Stab und Basler Zeitung, hatte
persönlich bei der Baselbieter Baudirektorin Elsbeth Schneider
interveniert, allerdings vergeblich.
Bleiben noch die städtischen Behörden, die keine Ausschreibungen,
jedoch Bewilligungen für Boxenstandorte vergeben. Zahlen dazu sind
weder in Basel noch in Zürich erhältlich, wenigstens ist in Basel aber
der Preis zu erfahren: Die Stadt verlangt 550 Franken pro Standort und
Jahr.

Markus Knöpfli

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