Pointierter Transport

NPO Der Transportdienst für Behinderte, Tixi, will mit einem schrägen TV-Spot von Ruf Lanz die Spendengunst steigern.

NPO Der Transportdienst für Behinderte, Tixi, will mit einem schrägen TV-Spot von Ruf Lanz die Spendengunst steigern.Tixi ist ein Transportdienst für alle mobilitätsbehinderten Menschen, welche die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen nutzen können. Mit seinem Service will er den behinderten Menschen den sozialen Kontakt nach aussen und damit die Integration in das gesellschaftliche Leben erleichtern. Dank finanziellen Beiträgen von Gönnern und Partnern wie Bank Morgan Stanley, ETH Zürich, Shell und Siemens Schweiz entsprechen die Tixi-Tarife annähernd jenen des öffentlichen Verkehrs. Doch trotz des ehrenamtlichen Dienstes von über 400 Fahrern, Fahrerinnen und anderen plagen die 22-jährige Zürcher Organisation Geldsorgen. Ganze 25 Prozent des Betriebsaufwands müssen durch gemeinnützige Zuwendungen gedeckt werden.
Wie für andere lokale und regionale Hilfsorganisationen ist die Herstellung von Öffentlichkeit und Steigerung der Bekanntheit auch für Tixi mit überproportional hohem Aufwand verbunden. Bisher beschränkten sich die Kommunikationsmassnahmen auf Standaktionen an Märkten, Tag der offenen Tür, PR und die Visibilität der Fahrzeugflotte. Um dies zu verbessern, ist Stefan Del Fabro vor rund einem Jahr als Leiter Fundraising und Kommunikation bei Tixi eingestiegen. Was fehlt, ist ein prägnanter Auftritt, der die fehlenden Mittel kompensieren kann. Mit der Konzeption und der Realisation einer Fundraising-Kampagne hat er die Agentur Ruf Lanz beauftragt, die mit verschiedenen Kampagnen das Blindenwohnheim Mühlehalde landesweit bekannt gemacht hat und die Spendeneinnahmen stark steigern konnte.
Das Resultat für Tixi – ein Low-Budget-TV-Spot – überzeugt von neuem, weil es sich stark von der herkömmlichen Spendenwerbung unterscheidet. Mit bissigem Humor, fast schon ein Markenzeichen der Agentur, dramatisiert der Streifen, wie schwierig die Fortbewegung für behinderte Menschen ohne den Tixi-Transportdienst werden könnte.
Grosszügiges Entgegenkommen aller am Spot BeteiligtenDer TV-Spot zeigt einen coolen, unbekümmerten Taxifahrer, der eine behinderte Frau im Rollstuhl mit seinem herkömmlichen Fahrzeug transportiert. Mangels Unterbringungsmöglichkeit im Taxi hat er die Frau mitsamt Rollstuhl kurzerhand aufs Dach gebunden und fährt mit seiner Fracht durch ein Wohnquartier mit Verkehrsschwellen – was den Transport auf dem Dach nicht eben bequemer macht. Ungerührt biegt der Fahrer schliesslich Richtung Autobahn ab. Die Auflösung wird mit dieser letzten Einstellung eingeblendet: Normale Taxis sind nicht für Behinderte eingerichtet. Darum braucht es Tixi, den Transportdienst für Behinderte.
«Genauso wenig wie der TV-Spot dürften die Inserate und Plakate zu übersehen sein, die auf der gleichen Idee basieren», sagt Markus Ruf. Möglich sei die Umsetzung und Platzierung der verschiedenen Werbemittel nur dank dem grosszügigen Entgegenkommen aller Beteiligten – von der Filmproduktion Rosas ’n’ Co, bis hin zu den Stuntleuten und TeleZüri, wo der Spot zur besten Sendezeit ab Mitte September gesendet wird. «Für die Tixi-Kampagne wurden keine Spendengelder verwendet», sagt Danielle Lanz stolz.
Der Spot macht klar, dass ein normales Taxi nicht allen gerecht wird.

Luca Aloisi

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