Drucken ohne Druckform
Digitaldruck Tintentstrahl vs. Laserdruck – Versuch einer Abgrenzung der beiden Verfahren.
nicht. Was man im Allgemeinen und in der grafischen Industrie darunter
versteht, ist die digitale Druckdatenaufbereitung für eine Bebilderung
von Fotoleitertrommeln bzw. Übertragsriemen in Toner-Drucksystemen
(Laserdruck) oder eine Ansteuerung von mit Tinte gefüllten Nadeln in
Tinten-Drucksystemen (Inkjetdruck). Dazu gehört noch die anschliessende
Übertragung des Toners/der Tinte auf einen Bedruckstoff. Leider sind
die Begriffe schlecht abgegrenzt, die Bebilderung und der Farbstoff
werden vermischt – man spricht von Tinten-, nicht aber von
Tonerdruckern.
Tinte gegen Toner
Genau wie im Privatbereich bevorzugen auch bei der professionellen
Ausgabe die einen Anwender die Inkjetdrucker und die anderen die
Laserdrucker. Das hängt mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen auf
beiden Seiten zusammen. Im professionellen Umfeld (Produktionsdruck)
hat sich der Laserdruck vor allem dank Kostenvorteilen bei den
Verbrauchsmaterialien bei Druckereien oder Inhouse-Druckereien
durchgesetzt: Eine mit Toner bedruckte Seite ist ab einem gewissen
Druckvolumen billiger als eine mit Tinte bedruckte Seite. Anders im
grossformatigen Digitaldruck: Dort sind ausschliesslich
Tintenstrahldrucker vorzufinden, weil sich bislang in der Breite nur
das Inkjetprinzip auf grosse Formate übertragen lässt – und weil
die Länge eines Drucks beim Laserdruck durch den Durchmesser der
Fotoleitertrommel/des Transfertbelts begrenzt ist.
Jürgen Franck
