Grünes Papier nützt Natur und Unternehmen

Papier Auch in der Druckindustrie ist die Nachhaltigkeit ein Faktor, der neben dem Gewisssen immer stärker auch die Kosten entlastet.

Papier FSC-zertifizierte Druckereien bekennen sich zu umweltfreundlich produzierten Papieren.Auch in der Druckindustrie ist die
Nachhaltigkeit ein Faktor, der neben dem Gewisssen immer stärker auch
die Kosten entlastet. Nicht zuletzt deshalb setzen immer mehr
Druckereien auf ein neues Umweltlabel: Druckereien, die
FSC-zertifiziert sind, signalisieren damit, dass sie für die
Herstellung von Drucksachen nach FSC-Vorgaben produzierte Papiere
einsetzen können respektive dürfen und damit auch die Verwendung dieser
aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammenden Bedruckstoffe nachweisen
können.

So erhielt im Juni 2005 auch die Sticher Printing AG das FSC-Zertifikat
des «Forest Stewardship Council» (Weltforstrat) und erweitert damit
sein Engagement als «grüne» Akzidenzdruckerei. Mit der Zertifizierung
setzt sich die Luzerner Offsetdruckerei das Ziel, ihren Kunden wenn
immer möglich den Druck auf FSC-Papieren anzubieten und das FSC-Signet
mit dem Baum auf den Drucksachen mitzudrucken. Damit signalisieren die
Abnehmer von Druckerzeugnissen, dass ihnen die Ausweitung einer
nachhaltigen Forstwirtschaft ein ebenso grosses Anliegen ist wie ihrem
Drucker.

Für Forstbetriebe und Handel
Das Zertifizierungsverfahren garantiert durch eine lückenlose
Kontrolle, dass das FSC-Papier mit Zellstoff hergestellt wurde, der zu
mindestens 50 Prozent Fasern aus FSC-zertifizierten Wäldern enthält.
Deshalb werden für die Zertifizierung die beiden Bereiche Wald und
Verarbeitung unterschieden, für die jeweils spezifische Anforderungen
bestehen. Die Kontrolle der Forstbetriebe weist die Erfüllung der
Richtlinien für die Waldbewirtschaftung nach, die Überprüfung der
Produktions- und Handelskette verfolgt den Weg des Holzes vom Erzeuger
zum Verbraucher. Die Verarbeitungskontrolle schliesslich prüft den
Warenfluss und dokumentiert diesen.
Der Handel, das letzte Glied in der Produktionskette, arbeitet im
Regelfall mit fertig bezeichneten Produkten, an denen keine
Veränderungen vorgenommen werden. In der Schweiz werden die FSC-Papiere
inzwischen von allen führenden Papiergrosshändlern angeboten. Gegenüber
dem Kunden tragen diese auch die Verantwortung dafür, dass die
verkaufte Ware tatsächlich die zugesicherten Eigenschaften – sprich:
die nach FSC-Richtlinien produzierte Qualität – aufweist.
Druckereien müssen über ein FSC-Zertifikat verfügen, wenn sie auf dem
Markt mit dem FSC-Logo auftreten wollen. Das Zertifikat verpflichtet
sie sicherzustellen, dass es keine Vermischung mit anderen Papieren
geben kann – und zwar vom Einkauf der Papiere über die Lieferung, den
Druck und die Ausrüsterei bis zur Auslieferung. Diese Kontrollen sind
nötig, weil die FSC-Papiere sich von «normalen» Papieren nur schwer
oder gar nicht unterscheiden. Sie weisen etwa den gleichen Weissgrad
auf und ermöglichen damit auch die gleiche Druckqualität – im
Gegensatz etwa zu Recyclingpapieren, die an ihrem Grauton zu erkennen
sind.

Die Einrichtung eines solchen getrennten Materialflusses ist Teil des
Zertifizierungsprozesses und wird nach Erteilung des Zertifikats
regelmässig überprüft. Von jedem Auftrag, wo FSC-Papier verwendet
wurde, muss die Druckerei alle Unterlagen mindestens fünf Jahre
archivieren: den Lieferschein des Papierlieferanten mit der FSC-Nummer,
die Lauftasche mit der FSC-Nummer, den Lieferschein der Druckerei und
die Computerdaten des Auftrags. Zusätzlich wird eine Mengenkontrolle
durchgeführt, die periodisch Einkauf und Produktion zertifizierter Ware
nach Menge und Sorten vergleicht.

FSC-Papier ist positive Werbung
Sticher wirbt nicht nur im direkten Verkauf, sondern auch mit
Kundeneinladungen in die Druckerei für FSC-Papiere. Geschäftsführer
Robert Sticher: «Heute bestimmen die Kunden oft aus Kostengründen die
Papierqualität für ihre Druckaufträge. Wir können deshalb nicht immer
auf FSC-Papier drucken.» Es bleibt zu hoffen, dass mit steigendem
Bekanntheitsgrad des FSC-Labels auch die Zahl der Drucksacheneinkäufer
steigt, die bereit sind, für das Ziel einer nachhaltigen Waldwirtschaft
auf FSC-Papiersorten zu wechseln.

Denn mit dem FSC-Label auf ihren Prospekten und Katalogen zeigen die
Unternehmen, dass sie die Bemühungen für eine umweltverträgliche und
nachhaltige Holzproduktion mittragen. Zugleich unterstützen sie damit
Unternehmen wie Sticher Printing beim Beweis, dass eine hochmoderne,
industrielle Produktion die ökologischen Aspekte des Umweltschutzes
einschliessen kann.  

Kurt K. Wolf

More articles on the topic