Streit um Überschneidungen von DRS 1 und 3
DRS 1 wildert zusehends im Revier seines jüngeren Schwestersenders. Radiomacher und Musiker protestieren; die SRG sieht kein Problem.
Die Aargauer Zeitung beleuchtet heute auf
einer ganzen Seite die SRG-Medienlandschaft. Besonderes Gewicht gelegt
wird auf den Zwist zwischen den Radiosendern DRS1 und DRS 3. Letzterer
fühle sich benachteiligt, da DRS 1 zum einen viel mehr Mittel erhalte,
zum anderen seit einem Strategiewechsel im letzten Jahr vermehrt in die
Gefilde des eigentlichen Pop- und Rocksenders vorstosse. Die AZ hat von
Insidern erfahren, dass DRS 1 rund doppelt so viel Geld wie DRS 3
erhalte, und auch DRS 2 – mit einem Marktanteil von gerade 4,6 % –
kriege immer noch ein Drittel mehr als DRS 3. Laut Programmchef
Bendicht Luginbühl brauche aber DRS 3 mehr Mittel, «um seine
Grundsubstanz zu stabilisieren».
Die Kritik an der neuen Ausrichtung
von DRS 1 kommt aber auch aus den Reihen der ehemaligen Zielklientel,
der Volksmusik. Der Sänger und Produzent Vic Eugster beklagt in der AZ,
dass die Volksmusik zum Sender Musigwälle abgeschoben worden sei und
dort quasi ghettoisiert würde. Er fordert drastisch, dass die Musigwälle
sofort abgeschafft gehöre, denn «sie klingt wie eine permanente
Gratulationssendung für die 95- bis 100-Jährigen.» Der Sender biete
kaum Platz für die junge, aktive Szene in der Volksmusik und komme
völlig verstaubt daher. Davon will man bei SR DRS allerdings nichts
wissen: «Wir haben aus der Volksmusik-Branche keine negativen Signale
erhalten», liess der Programmleiter von DRS 1 und DRS-«Musigwälle»,
Christoph Gebel, der AZ über die Kommunikationsstelle ausrichten.
Die Doppelspurigkeiten innerhalb der DRS-Familie werden auch von
anderer Seite kritisiert, zum Beispiel vom Geschäftsführer von «Action
Swiss Music», Bruno Marty: «Die Annäherung von DRS 1 an DRS 3 gefährdet
die Existenzgrundlage von DRS 3.» Ähnlich argumentiert Tomislav Mustac,
der Produzent von Schlagersängerin Francine Jordi, der ein schärferes
Profil und weniger Überschneidungen zwischen den einzelnen Sendern
fordert. Bruno Marty stösst ins gleiche Horn und meint, dass die
DRS-Radios ihre Gebührenfranken durch Vielfalt und nicht Einfalt
legitimieren sollten. Eine andere Sichtweise auf die Lage der Dinge hat
auch hier die SRG: Gemäss Kommunikationschef Simon Meyer sind alle 16
Radioprogramme «vom Bund bewilligt und entsprechen gesamthaft wie auch
einzeln der Gesamtstrategie der SRG SSR». Die «Schnittmengen» seien
«durchaus gewollt» und «halten sich in engen Grenzen».
einer ganzen Seite die SRG-Medienlandschaft. Besonderes Gewicht gelegt
wird auf den Zwist zwischen den Radiosendern DRS1 und DRS 3. Letzterer
fühle sich benachteiligt, da DRS 1 zum einen viel mehr Mittel erhalte,
zum anderen seit einem Strategiewechsel im letzten Jahr vermehrt in die
Gefilde des eigentlichen Pop- und Rocksenders vorstosse. Die AZ hat von
Insidern erfahren, dass DRS 1 rund doppelt so viel Geld wie DRS 3
erhalte, und auch DRS 2 – mit einem Marktanteil von gerade 4,6 % –
kriege immer noch ein Drittel mehr als DRS 3. Laut Programmchef
Bendicht Luginbühl brauche aber DRS 3 mehr Mittel, «um seine
Grundsubstanz zu stabilisieren».
Die Kritik an der neuen Ausrichtung
von DRS 1 kommt aber auch aus den Reihen der ehemaligen Zielklientel,
der Volksmusik. Der Sänger und Produzent Vic Eugster beklagt in der AZ,
dass die Volksmusik zum Sender Musigwälle abgeschoben worden sei und
dort quasi ghettoisiert würde. Er fordert drastisch, dass die Musigwälle
sofort abgeschafft gehöre, denn «sie klingt wie eine permanente
Gratulationssendung für die 95- bis 100-Jährigen.» Der Sender biete
kaum Platz für die junge, aktive Szene in der Volksmusik und komme
völlig verstaubt daher. Davon will man bei SR DRS allerdings nichts
wissen: «Wir haben aus der Volksmusik-Branche keine negativen Signale
erhalten», liess der Programmleiter von DRS 1 und DRS-«Musigwälle»,
Christoph Gebel, der AZ über die Kommunikationsstelle ausrichten.
Die Doppelspurigkeiten innerhalb der DRS-Familie werden auch von
anderer Seite kritisiert, zum Beispiel vom Geschäftsführer von «Action
Swiss Music», Bruno Marty: «Die Annäherung von DRS 1 an DRS 3 gefährdet
die Existenzgrundlage von DRS 3.» Ähnlich argumentiert Tomislav Mustac,
der Produzent von Schlagersängerin Francine Jordi, der ein schärferes
Profil und weniger Überschneidungen zwischen den einzelnen Sendern
fordert. Bruno Marty stösst ins gleiche Horn und meint, dass die
DRS-Radios ihre Gebührenfranken durch Vielfalt und nicht Einfalt
legitimieren sollten. Eine andere Sichtweise auf die Lage der Dinge hat
auch hier die SRG: Gemäss Kommunikationschef Simon Meyer sind alle 16
Radioprogramme «vom Bund bewilligt und entsprechen gesamthaft wie auch
einzeln der Gesamtstrategie der SRG SSR». Die «Schnittmengen» seien
«durchaus gewollt» und «halten sich in engen Grenzen».
