Schweizer Bibliotheksstatistik: E-Medien im Aufwind
Die Schweizer Bibliotheksstatistik 2026 zeigt: Bibliotheken geben mehr für elektronische Medien aus, während die Besucherzahlen konstant hoch bleiben.

Die Schweizer Bibliotheksstatistik 2026 belegt einen klaren Trend: Bibliotheken investieren zunehmend in elektronische Medien. Gleichzeitig bleiben die Besucherzahlen stabil hoch, was zeigt, dass die Digitalisierung des Angebots die Attraktivität der Bibliotheken als physischer Aufenthaltsort nicht schmälert.
Mehr als sechzig Prozent bieten E-Medien an
991 Bibliotheken sind der Einladung des Berufsverbands Bibliosuisse gefolgt und haben ihre Zahlen aus dem Jahr 2025 für die Bibliotheksstatistik erfasst. Das sind etwas weniger als 2024. Trotz der geringeren Teilnahme lassen die Zahlen einige Rückschlüsse zu. So zeigt die eindrückliche Anzahl Eintritte – 2025 waren es 29’334’324 – dass Bibliotheken als Aufenthaltsort geschätzt werden. Die Besucherzahlen sind trotz Digitalisierung und anderweitiger Angebote seit Jahren konstant. Bibliotheken werden als Orte zum Verweilen, Lernen und Begegnen nach wie vor geschätzt.
Ein Anstieg zeigt sich bei den Ausgaben für E-Medien. Einerseits ist dies erklärbar durch die Teuerung: Die Kosten für elektronische Medien wie E-Books oder E-Zeitungen sind gestiegen. Andererseits bieten immer mehr Bibliotheken solche Medien an. Hatten 2024 noch 52,8 Prozent der Institutionen E-Books im Bestand, so lag der Anteil 2025 bei mehr als 60,4 Prozent. Bei den E-Zeitungen ist ein Anstieg von 50,4 auf 57,6 Prozent zu verzeichnen.
Neue Methodik erschwert Vergleich
Die Vergleichbarkeit der Daten mit jenen der vergangenen Jahre ist nur bedingt möglich. Das Bundesamt für Statistik, das die Bibliotheksstatistik bis 2024 führte, setzte statistische Schätzverfahren ein. Die veröffentlichten Gesamtwerte waren somit Schätzungen für alle Bibliotheken – auch wenn nicht alle an der Erhebung teilgenommen oder vollständige Angaben geliefert hatten. Die heutige Auswertung durch die Hochschule ZHAW im Auftrag von Bibliosuisse folgt dagegen einem deskriptiven Ansatz. Die Kennzahlen werden direkt aus den plausibilisierten Daten jener Bibliotheken berechnet, die an der Erhebung teilgenommen und verwertbare Angaben geliefert haben. Umso wichtiger ist, dass möglichst alle Bibliotheken an der Erhebung teilnehmen.
«Wir arbeiten mit grossem Engagement daran, die Bibliotheken zum Mitmachen zu bewegen», sagt Heike Ehrlicher, Direktorin von Bibliosuisse. Bibliotheken erfüllen nach ihren Angaben wichtige gesellschaftliche Aufgaben – diese durch möglichst aussagekräftige Zahlen sichtbar zu machen, sei das Ziel der Bibliotheksstatistik.
Weitere Informationen zur Bibliotheksstatistik und einen Link zu den detaillierten Zahlen gibt es unter https://bibliotheksstatistik.bibliosuisse.ch/.
