KI-Inhalte Kennzeichnung: 83 Prozent fordern Pflicht

Eine repräsentative Studie von Marketagent Schweiz zeigt: Die Bevölkerung nutzt KI aktiv, steht KI-Inhalten aber skeptisch gegenüber. Vier von fünf Personen verlangen eine verpflichtende Kennzeichnung – und das Phänomen «AI Slop» breitet sich aus.

Qualität der KI-Inhalte als grösstes Risiko wahrgenommen. Quelle: zvg

KI-Inhalte Kennzeichnung: Was die Schweizer Bevölkerung wirklich will

Künstliche Intelligenz ist in der Schweiz längst Alltag – doch die Forderung nach einer klaren KI-Inhalte Kennzeichnung wächst. Eine repräsentative Studie des digitalen Research Instituts Marketagent Schweiz unter 1.000 Befragten aus der Deutsch- und Westschweiz zeigt ein deutliches Spannungsfeld: Während KI als Technologie auf breite Akzeptanz stösst, wächst gleichzeitig die Skepsis gegenüber den Inhalten, die sie produziert. Die Erhebung fand zwischen dem 29. Juli und dem 7. August 2026 statt.

63 Prozent der Schweizer nutzen KI wöchentlich. Quelle: zvg

Breite Nutzung, ambivalente Haltung

Die Mehrheit der Befragten gibt an, KI aktiv zu nutzen (89 Prozent), 63 Prozent davon mindestens einmal pro Woche. Besonders die jüngeren Generationen treiben diese Entwicklung voran: Mehr als drei Viertel der Vertreter:innen der Generation Z (77 Prozent) und der Millennials (75 Prozent) greifen regelmässig auf KI-Anwendungen zurück. Schweizweit werden ChatGPT und vergleichbare Tools vor allem zur schnellen Recherche und Informationsbeschaffung eingesetzt (56 Prozent).

Die Haltung gegenüber der Technologie bleibt indes gespalten: Zwar stehen 41 Prozent der Bevölkerung KI grundsätzlich positiv gegenüber – bei der Generation Z sind es sogar 50 Prozent, bei Millennials 53 Prozent –, jede fünfte Person äussert jedoch eine klare Ablehnung (22 Prozent).

43 Prozent stehen KI-Inhalten eher negativ gegenüber. Quelle: zvg

Masse statt Klasse: KI-Inhalte überzeugen qualitativ nicht

Mit der zunehmenden Nutzung steigt auch die Präsenz von KI-generierten Inhalten: Sechs von zehn Schweizer:innen geben an, solchen Inhalten regelmässig zu begegnen (62 Prozent). Doch wachsende Sichtbarkeit führt nicht automatisch zu Akzeptanz. Vier von zehn Befragten bewerten die zunehmende Masse an KI-generierten Bildern und Texten als negativ (43 Prozent), und ebensoviele konsumieren entsprechende Inhalte eher ungern (43 Prozent). Auch die wahrgenommene Qualität bleibt hinter den Erwartungen zurück und wird durchschnittlich nur als mittelmässig eingestuft (Mittelwert: 3,3).

Schweizer sind kritisch zur Qualität von KI-Inhalten. Quelle: zvg

Unsicherheit beim Erkennen – und massiver Wunsch nach KI-Inhalte Kennzeichnung

Als zentrales Problem kristallisiert sich die mangelnde Erkennungssicherheit heraus: Nur rund ein Drittel der Bevölkerung fühlt sich in der Lage, KI-generierte Inhalte zuverlässig zu identifizieren (34 Prozent). Selbst unter jungen Menschen, die sich besonders intensiv mit digitalen Technologien beschäftigen, bleibt diese Sicherheit begrenzt (49 Prozent bei der Generation Z).

Um KI-Inhalte zu identifizieren, achten Nutzer:innen vor allem auf unnatürlich wirkende Elemente (47 Prozent), eine explizite Kennzeichnung (40 Prozent) oder inhaltliche Unstimmigkeiten (39 Prozent). 30 Prozent werden misstrauisch, wenn der Content zu glatt oder perfekt wirkt. Vor diesem Hintergrund spricht sich eine überwältigende Mehrheit von 83 Prozent für eine verpflichtende Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten aus.

«AI Slop»: Wenn Content zu minderwertiger Massenware wird

Sieben von zehn Schweizer:innen nehmen bereits eine Zunahme belangloser oder austauschbarer Inhalte wahr (73 Prozent), und sechs von zehn befürchten, dass hochwertige, von Menschen erstellte Inhalte dadurch verdrängt werden. «Ein wachsendes Phänomen ist die sogenannte ‹Content-Flut› durch KI», sagt Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent.

Der Begriff «AI Slop» – massenhaft produzierte, oft oberflächliche KI-Inhalte – ist hierzulande noch nicht breit bekannt (33 Prozent kennen ihn; bei der Generation Z sind es 54 Prozent). Das dahinterstehende Phänomen nehmen jedoch 73 Prozent bereits aktiv wahr. Als grösste Risiken gelten sinkende Qualität von Online-Inhalten (47 Prozent), gezielte Manipulation (41 Prozent) sowie die Verbreitung von Desinformation (40 Prozent). Drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass diese Entwicklung in Zukunft weiter zunehmen wird (74 Prozent).

Mehrheit fordert klare Kennzeichnung von KI-Inhalten. Quelle: zvg

Die Studie wurde als Online-Befragung (CAWI) über die Marketagent reSEARCH Plattform durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren, repräsentativ für die Schweizer Bevölkerung in der Deutsch- und Westschweiz.

Weitere Informationen zur Studie und zu den Angeboten von Marketagent Schweiz sind verfügbar unter https://www.marketagent-schweiz.ch.

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