79 Vorstösse: KS/CS Kommunikation Schweiz unter Druck

An der 101. Mitgliederversammlung von KS/CS Kommunikation Schweiz in Bern diskutierten rund 50 Teilnehmende über wachsenden politischen Druck, stagnierende Werbeumsätze und die Herausforderungen durch KI – und erneuerten ihr Bekenntnis zur Werbefreiheit.

Gregor Rutz, Nationalrat und Präsident der Parlamentarischen Gruppe «Markt und Werbung»

An der diesjährigen Mitgliederversammlung von KS/CS Kommunikation Schweiz in Bern machte Verbandspräsident Jürg Bachmann deutlich, wie stark der politische Druck auf die Schweizer Werbebranche gestiegen ist. Aktuell sind 79 werberelevante politische Vorstösse hängig – ein Zeichen, das die Branche zum Handeln zwingt.

Werbefreiheit als demokratische Frage

Bei der 101. Mitgliederversammlung mit rund 50 Teilnehmenden unterstrichen die Mitglieder von KS/CS ihr Bekenntnis zu verantwortungsvoller und transparenter Kommunikation. Die politische Interessenvertretung bleibt ein zentraler Schwerpunkt der Verbandsarbeit. KS/CS verfolgt regulatorische Entwicklungen auf allen Ebenen systematisch, analysiert deren Auswirkungen auf die Branche und erarbeitet in enger Abstimmung mit dem Vorstand fundierte Positionen – insbesondere mit Blick auf freien Marktzugang und die Wahlfreiheit der Konsument:innen.

Gregor Rutz, Nationalrat und Präsident der Parlamentarischen Gruppe «Markt und Werbung», brachte die Kernbotschaft des Abends auf den Punkt: «Wer qualitatives Wachstum möchte, muss sich für die Werbung einsetzen. Diese ist auch Ausdruck des liberalen Rechtsstaats und ein wichtiger Teil der Kommunikationsfreiheit.» Rutz wies darauf hin, dass Werbeverbote die Demokratie unbemerkt in Frage stellen würden.

Jürg Bachmann, KS/CS Präsident

Auch der Schweizer Weinhändler und Weinfachjournalist Philipp Schwander hob in seinem Grusswort die Wichtigkeit eines liberalen Marktes hervor: «Immer wie mehr Richtlinien von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen dieser freien Marktwirtschaft im Weg.»

Dank der Unterstützung seiner Mitglieder konnte sich der Verband im vergangenen Jahr bei 24 parlamentarischen Diskussionen sowie sechs Vernehmlassungen aktiv einbringen und die Positionen der Branche weitgehend erfolgreich vertreten.

KI und die Verschiebung von Werbeumsätzen ins Ausland

Andrea Masüger, Präsident des Verlegerverbandes Schweizer Medien (VSM), beleuchtete in seinem Kurzreferat die strukturellen Herausforderungen für den Schweizer Werbemarkt. Internet und Social Media hätten die Werbung in der Schweiz grösstenteils ins Ausland verschoben: Dreiviertel des Online-Werbevolumens fliesst heute nach Kalifornien und China. Dieser Umsatz fehle der Schweizer Werbewirtschaft.

Masüger sieht durch die künstliche Intelligenz eine weitere Verschärfung des Problems: «Mit der künstlichen Intelligenz (KI) verschärft sich das Problem, weil auch journalistische Inhalte abgesogen werden. Doch KI trifft nicht nur die Medienbranche, sondern wird auch bei der klassischen Werbung zu einer höchst ungemütlichen Entwicklung führen.»

Netto-Werbeumsätze stagnieren bei KS/CS-Mitgliederversammlung im Fokus

Roland Ehrler, Vize-Präsident der Stiftung für Werbestatistik, präsentierte zum Abschluss der Versammlung die neusten Zahlen: Insgesamt nahmen die Netto-Werbeumsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht ab. Umsatzsteigerungen verzeichneten die Bereiche Aussenwerbung, Kinowerbung, Onlinewerbung sowie Werbeartikel. Alle anderen Mediengattungen – Print, TV und Radio – konnten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr nicht erhöhen.

KS/CS-Mitgliederversammlung stimmt Anträgen des Vorstands zu. Quelle: zvg

Statutarische Geschäfte und neues Vorstandsmitglied

Die Mitglieder stimmten allen Anträgen des Vorstands zu und hiessen die Jahresrechnung gut, die mit einer schwarzen Null abschliesst. Neu in den Vorstand gewählt wurde Roger Baur, Inhaber der Netprofit GmbH. Baur ist Mitgründer der IAB Switzerland Association und war elf Jahre deren Geschäftsführer.

Weitere Informationen zu KS/CS Kommunikation Schweiz sind zu finden unter: https://www.ks-cs.ch

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