Nicht jeder Cann es
Pierre C. Meier über Kreativwettbewerbe, Big Business und Agenturratings.
Fussballweltmeisterschaft haben dieses Jahr einen Höchststand erreicht.
Allein die Fernseh- und Kommerzrechte bringen mehr als
2 Milliarden in die Kasse. Fussball ist Big Business.
Auch die Einsendungen für die Kreativ-WM Cannes-Festival stiegen
gegenüber dem Vorjahr um markante 12,5 Prozent. Die Einsendungen der
Schweizer nahmen sogar um rekordverdächtige 25 Prozent zu.
Kreativwettbewerbe sind eben auch Business.
Da erstaunt es nicht, dass gemäss einer Studie von Advertising Age die
Werbeagenturen satte 37 Millionen Dollar für die Teilnahme an Award
Shows ausgeben. Und zwar nur für Cannes Lions, die One
Show, D&AD und die Andy’s. Die Teilnahmekosten für alle anderen
Kreativwettbewerbe – und von solchen gibt es ja genug – sind in dieser
Zahl nicht enthalten. Genauso wenig wie die unzähligen Arbeitsstunden,
die in den einzelnen Agenturen speziell für die Einsendungen
aufgewendet wurden. Es wäre einmal interessant, zu wissen, wie viel die
Schweizer Agenturen für die Teilnahme an allen Kreativwettbewerben
ausgeben.
Einen ersten Eindruck vom diesjährigen Cannes-Festival vermitteln wir
Ihnen auf den Seiten 10 und 11. Auf werbewoche.ch berichtet Beat
Fritsch, unser Mann vor Ort, täglich über die angesagtesten Partys.
Cannes ist neben Business eben auch Fun.
Passend zur Kreativ-WM in Cannes erscheint das Agenturrating,
das innerhalb der jährlichen Werbemarktstudie erhoben wird. Die
Top500-Werbeauftraggeber der Schweiz haben ihre Werbeagenturen
bewertet. Die Ergebnisse finden Sie auf Seite 8. Wir sind der festen
Überzeugung, dass neben dem alljährlichen Kreativranking auch eine
Bewertung der Werbeagenturen durch die Auftraggeber zu einem
umfassenden Bild der Branche gehört. Die letztjährige Studie führte zum
Teil zu heftigen Diskussionen. Einige der Anregungen wurden im
Studiendesign aufgenommen. Aber auch dieses Jahr werden die Ergebnisse
sicher Anlass zu Diskussionen geben.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
