Edit-a-thon: 209 Teilnehmende verbessern Sichtbarkeit von Frauen im Sport

Der 14. Edit-a-thon «Für mehr Sichtbarkeit auf Wikipedia» verzeichnete mit 209 Teilnehmenden eine Rekordbeteiligung. An vier Standorten und online entstanden 185 neue oder verbesserte Wikipedia-Artikel über Frauen im Sport. Erstmals wurde ein Pilotprojekt zur KI-Nutzung beim Erstellen von Wikipedia-Einträgen getestet.

Foto: Zamir Loshi, 25.11.2025, Zürich (CH) Ringier, Equal Voice, Wikimedia, Editathon

Der Edit-a-thon «Für mehr Sichtbarkeit auf Wikipedia» hat am 25. November 2025 seine 14. Ausgabe durchgeführt. Organisiert von Wikimedia CH, der EqualVoice-Initiative, der ETH, Ringier und Somedia fand der Anlass mit insgesamt 209 Teilnehmenden zeitgleich in Zürich, Basel, Chur, Davos sowie online statt. Im Fokus standen erneut Frauen im Sport, deren Leistungen online weiterhin unterrepräsentiert sind.

Pilotprojekt zur KI-Nutzung beim Edit-a-thon

Am Standort Zürich wurde auf Initiative von Edit-a-thon-Partner Ringier ein Pilotprojekt zur Nutzung gängiger KI-Tools als Unterstützung für das Erstellen, Aktualisieren oder Übersetzen von Wikipedia-Artikeln gestartet. Ziel des Tests ist, zu erfahren, ob und wie die Teilnehmenden des Edit-a-thon KI-Tools nutzen und ob die Zahl und die Qualität von Artikeln dadurch gesteigert werden kann.

Bewusst wurde darauf geachtet, dass die finale Artikelbearbeitung durch die Autorinnen und Autoren selbst erledigt wird. Dies soll sicherstellen, dass das Ergebnis den strengen Kriterien der Wikipedia-Community gerecht wird. «Es ist für uns selbstverständlich, dass die finale Faktenrecherche und die inhaltliche Prüfung vollständig manuell bleiben muss», betonen die Vertreterinnen der Edit-a-thon-Partner EqualVoice und Ringier. KI soll den Menschen unterstützen, aber keinesfalls ersetzen. Mit dem Pilot wollen die Organisatorinnen einen Bezug zur aktuellen Mediennutzung schaffen, speziell Frauen animieren, KI-Tools zu nutzen, und zur Grundidee des Edit-a-thons beitragen, mehr Frauen in die Wikipedia zu schreiben.

Neue Partner erweitern das Patronat

Mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW (HGK Basel) ist der Edit-a-thon 2025 weiter gewachsen. Die Hochschule trat als Patronatspartnerin auf und bot den Anlass erstmals in Basel an. Studierende des Masterstudio Design verbessern lückenhafte Wikipedia-Einträge zu Sportlerinnen, Künstlerinnen und Designerinnen.

Prof. Nicole Schneider von der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW: «Designerinnen und Künstlerinnen sind auf Wikipedia nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Mit unserer Teilnahme am Edit-a-thon leisten wir als Hochschule einen aktiven Beitrag, diese Sichtbarkeit zu erhöhen und die Leistungen nachhaltig im digitalen Raum zu verankern. Gleichzeitig vermitteln wir unseren Studierenden die Grundlagen, um auch künftig selbstständig zur Wikipedia beizutragen.»

Ebenfalls neu im Patronat ist alliance F mit dem Projekt «Helvetia rennt!», das sich für mehr Gleichstellung im Sport und für eine stärkere Präsenz von Frauen in leitenden Funktionen einsetzt.

Sandra Plaza von alliance F: «‹Helvetia ruft!› hat gezeigt, wie wir mit gemeinsamer Kraft den Frauenanteil in der Politik erhöhen konnten. Mit ‹Helvetia rennt!› möchten wir diese Dynamik in den Sport übertragen und mehr Frauen in leitenden Funktionen stärken. Gleichstellung im Sport lässt sich nicht einfach beschliessen – sie muss aktiv erarbeitet werden. Umso schöner, Teil dieses Edit-a-thons zu sein.»

Gemeinsamer Einsatz gegen digitale Lücken

Die Teilnehmenden erstellten insgesamt 185 neue Artikel oder Ergänzungen zu bestehenden Einträgen und stärkten damit die Sichtbarkeit von Frauen auf Wikipedia. Gleichzeitig reichten sie erneut Vorschläge für Frauen ein, die als relevant für einen Wikipedia-Eintrag gelten. Der Edit-a-thon hilft, digitale Lücken zu schliessen und Verzerrungen in einem zunehmend KI-geprägten Informationsumfeld abzubauen.


Der Termin der nächsten Ausgabe steht bereits fest: Am 21. April 2026 wird der 15. Edit-a-thon «Für mehr Sichtbarkeit auf Wikipedia» stattfinden. Weitere Informationen unter www.editathon.ch.

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