Mut zu Klasse: Die TUNA-Soirée als Weckruf für echtes Storytelling
Die erste TUNA-Soirée bot Filmhandwerk, Humor und überraschend viel Tiefgang. Im Zentrum: ein Sofagespräch mit Michael Steiner und Joel Basman – und das m&k-Video, das mit Steiner, Wolfgang Beltracchi und Tufan Tuna drei erfrischend ehrliche, pointierte und teilweise sehr witzige Interviews einfängt.
TUNA productions wollte mit seiner neuen Veranstaltungsreihe einen offenen Blick hinter die Kulissen ermöglichen – und schuf gleich zum Auftakt einen Abend, der selten geworden ist: einen Raum voller Menschen, die noch für Geschichten brennen.
Tufan Tuna betonte, wie wichtig Qualität in einer Zeit geworden ist, in der Short-Formate und Algorithmen den Ton angeben. Gute Geschichten, sagt er, schlagen jede temporäre Trendwelle.
Michael Steiner sekundierte: Eine Idee müsse einen Catch haben, der sofort greift – sonst verpuffe sie. Wolfgang Beltracchi brachte es mit seinem unverblümten Ton auf den Punkt: „Die brennen nicht dafür.“ Leidenschaft fehle vielerorts, und genau das spüre man in der Wirkung.

Der Sofatalk: Steiner und Basman über Kompromisslosigkeit und die Kunst guter Geschichten
Moderatorin Manuela Wenger führte durch den Hauptteil des Abends – ein Gespräch, das die besondere kreative Verbindung zwischen Schauspieler Joel Basman und Regisseur Michael Steiner sichtbar machte. Beide kennen einander seit Jahren, arbeiten eng zusammen und teilen ein tiefes Verständnis dafür, wie Geschichten funktionieren. Basman sprach darüber, wie selten ein Drehbuch so präzise und organisch sei, dass jedes Wort trägt:
«Alles ist gut. Nichts, nichts kein kein Satz war Arbeit.»
Er sprach über die besondere Kraft stummer Rollen, die körperliche Präsenz statt Text verlangen. Über die psychologische Recherche, die es braucht, um Wahrhaftigkeit herzustellen. Und über Steiners Fähigkeit, mit musikalischen Metaphern Emotionen zu dirigieren – manchmal mit einer Anweisung so kryptisch wie „12% weniger“, die er dennoch intuitiv versteht.
Aktuell arbeiten beide erstmals auf der Bühne zusammen. «Sonja» als Stück ist ein Monolog über eine Heroinabhängige – ein Stück, das nicht karikiert, sondern aufrichtig erzählt. Basman bezeichnet es als ein „f**** tribute“** an jene, die oft unsichtbar bleiben. Ein Werk, das durch zweijährige Recherche entstanden ist und durch seine Rohheit berührt.

Werbefilme als härteste Kurzform des Erzählens
Im m&k-Interview sagte Steiner: «Werbefilme sind Fingerübungen für den Film», denn beide hätten dieselben Anforderungen, so der Schweizer Blockbuster-Regisseur:
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Dramaturgie
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Charakter
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Spannung
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Emotion
Damit eine Idee im Strom der digitalen Snippets nicht verdampft, müsse sie entweder unerwartet wenden oder emotionale Tiefe besitzen. Das grösste Problem sieht Steiner aber im Mut: Viele Kunden scheuen radikale, markante Ideen – und genau diese seien nötig, um überhaupt aufzufallen. Storytelling ist demnach eine Falle, aber eine, die man klug stellen muss: Eine Idee muss haften – sonst existiert sie nicht. Vertiefendes vom Starregisseur im ausführlichen m&k-Inteview…
Wolfgang Beltracchi: «Geiz ist alles andere als geil.»
Im m&k-Interview zeigt Beltracchi, bekannt geworden durch seine Fälscherkunst, für die er lange einsass, jene Mischung aus Klarheit, Witz und überraschender Weisheit, die ihn so interessant macht. Er spricht über radikale Werbeideen, über Verantwortung in der Kommunikation – und warum schlechte Claims ganze Gesellschaften prägen können. Vor allem aber geisselt er eine Haltung:
«Geiz ist nicht geil. Überhaupt nicht. Geiz ist alles andere als geil.»
Seine Wunschkampagne? Eine Werbung für Bücher. Wissen, sagt er, sei der beste Rohstoff, den wir haben. Mehr Pointiertes von Wolfgang Beltracchi gibt es im exklusiven m&k-Interview.


Tufan Tuna: Die Kunst, gross und klein zugleich zu sein
Tufan Tuna bringt im m&k-Interview die Produktionsseite auf den Punkt: Seit 17 Jahren ist TUNA production so gebaut, dass man sich aufpumpen kann, wenn es grosse Projekte verlangt – und wieder fokussieren kann, wenn kleine, präzise Produktionen anstehen. Diese Flexibilität sei selten – und ein Grund für langfristige Beziehungen. Alle Regisseure sind exklusiv unter Vertrag. Die Soirée selbst versteht Tuna als Fenster in die Branche:
«Dä Lüt z‘zeigä, wie es im Film isch hinter dä Kulisse.»

Warum dieser Abend ein Gegenentwurf zur KI-Konfektionsware ist
Die TUNA-Soirée war kein Branchentalk von vielen, sondern ein Plädoyer: Ein Abend, der zeigte, dass Erzählen Können braucht – und Haltung. Während die Werbewelt immer stärker von KI-Bildern, schnell produzierten Clips und Creator-Massenware überschwemmt wird, ging es hier um etwas anderes: um Leidenschaft, um Handwerk, um das Brennen für die Idee.
Und genau deshalb passt dieser Abend zu m&k: Wir unterstützen Formate, in denen Qualität sichtbar wird – und in denen Menschen sprechen, die etwas zu sagen haben. Denn Werbung, die bleibt, entsteht nicht durch Tempo. Sie entsteht durch Wahrheit, Klugheit und Augenzwinkern 😉 aus Menschenhand..

