JourTag.25: Der Journalismus trotzt der schlechten Stimmung in der Branche mit einem Bekenntnis zur Qualität
120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben am Donnerstag den JourTag besucht. Die Diskussionen lassen den Schluss zu: Verloren ist trotz allem Pessimismus nichts.

Bullshit in Medienmitteilungen ist ein Ärgernis, mit dem sich alle Journalistinnen und Journalisten herumärgern müssen. «Warum eigentlich?», fragte TEDx-Talkerin Ivana Leiseder im Rahmen eines Panels des JourTags 2025. Sie kreuzte die Klingen mit Andreas Hugi, Gründer und CEO der Beratungsagentur Furrerhugi.

Das war zwar lustig, aber nicht ganz unfalsch. Und trotzdem zeigte sich in den folgenden Panels ein durchaus anderes Bild der Branche: Exponenten aus verschiedenen Firmen und mit verschiedenen Aufgaben waren sich einig darin, dass gerade wegen KI Qualitätsjournalismus der einzige Weg aus der Krise ist.
Nähe hilft immer noch
Zum Beispiel die Jugend: Simona Boscardin (On fire) und Tizian Schöni (WNTI) erklärten, dass der traditionelle Journalismus nicht schlecht sei. Während Boscardin aber die Übersetzungsleistung für die Jungen machen und aus ernsten Themen “geilen Scheiss” produzieren will, erklärte Schöni freimütig: “Wir machen nichts Neues oder Verrücktes. Aber wir machen es, das ist der Unterschied.” Die beiden formulierten als Erfolgsrezepte dann auch Dinge, die für alle machbar sind: Freude am Machen und Ausprobieren und Nähe zur Kundschaft.
Tina Huber (Tamedia), Leo Helfenberger (Watson) und Flavio Razzino (Blick) waren sich aber trotzdem einig, dass die Vorbereitung auf eine Welt ohne Google nur über gute Inhalte funktionieren kann. “Artikel nur für Google zu schreiben, macht keinen Sinn”, sagte zum Beispiel Helfenberger. Es gehe darum, die Menschen via Google zu erreichen. Und das geschehe über gute Inhalte. «Überraschende Zugänge zu einem Thema» ist das Erfolgsrezept von Tina Huber. Und alle drei waren sich einig: Bei aller Bedeutung von SEO gibt es auch Themen, die man machen muss, auch wenn sie nicht optimale Zahlen erreichen werden. Es seien Themen und Formate, mit de
Das Beste steht am Schluss
Christoph Zimmer ist Leiter Produkt beim Spiegel in Hamburg. Auch er betonte in seiner Closing Keynote: «Wir stehen nicht im Wettbewerb mit irgendeinem Chatbot, sondern mit der Beliebigkeit.» Und daraus generierte er seine Learnings für die Zukunft von Medienfirmen. Es gehe darum das Profil zu schärfen und Einordnung zu bieten. Zudem müssten Medien nahbarer werden und die Wichtigkeit von Communitys beachten. Und das könne im Übrigen digital wie physisch verstanden werden.
Die Diskussion zwischen Andreas Hugi und Ivana Leiseder lieferte übrigens keine wirkliche Antwort darauf, warum Medienmitteilungen sind, wie sie sind. Ein paar Gemeinsamkeiten haben die beiden dann aber trotzdem gefunden. Unter anderem, dass die besten Inhalte immer am Ende einer Medienmitteilung zu finden sind.

Der JourTag wird vom Verein Qualität im Journalismus (QuaJour) organisiert. Der Verein wird im Co-Präsidium von Alexandra Pavlović und Reto Vogt geführt.

