Trendtagung 2025: Einblicke in die Zukunft der Fach- und Spezialmedien – Q-Award an Das Wandern

An der Trendtagung 2025 des Verbands Schweizer Medien trafen sich rund 80 Vertreterinnen und Vertreter der Fach- und Spezialmedien im Westhive Zürich. Sie diskutierten über Innovation, KI, Community-Building – und feierten die Q-Award-Vergabe an das Magazin Das Wandern.

An der Trendtagung 2025 im Westhive Zürich beleuchteten rund 80 Fachleute aus Verlagen, Redaktionen und Medienunternehmen die wichtigsten Entwicklungen der Fach- und Spezialmedienbranche. Im Zentrum standen nutzerzentrierte Innovationen, der verantwortungsvolle Einsatz von KI sowie die Rolle von Communities und Printprodukten in einer digitalen Medienwelt.

Pia Guggenbühl eröffnete die Tagung mit einem Update aus dem Verlegerverband Schweizer Medien – darunter zur Kampagne «Glaubwürdigkeit wirkt besser», zum Leistungsschutzrecht, zur Medienförderung und zu laufenden Regulierungsfragen rund um künstliche Intelligenz.

VSM-Direktorin (links) mit mit allen Gewinnern des Abends
Pia Guggenbühl

Mut zur Nische

In ihrer Keynote zeigte Medienexpertin Anita Zielina, wie Fachmedien von reiner Berichterstattung zu serviceorientierten Ökosystemen werden. Entscheidend sei der «Mut zur Nische»: klare Fokussierung, Nähe zur Community und ein konsequent nutzerzentriertes Innovationsverständnis.

Anita Zielina

KI kann nicht Wahrheit, sondern nur Wahrscheinlichkeit

Reto Vogt vom MAZ gab einen umfassenden Überblick über Chancen und Risiken von KI in Redaktionen. KI könne Prozesse unterstützen und Qualität erhöhen, setze aber klare Richtlinien, Transparenz und sorgfältige Kontrolle voraus – insbesondere in spezialisierten Fachgebieten. Wahrheiten könne man bei der Abfrage der KI nicht erwarten, nur Wahrscheinlichkeiten. Da die KI gespeist wird von Menschen, werden deren Biases von der KI übernommen.

Reto Vogt

Print für Mädchen von 8 bis 13 Jahren

Martina Polek

Mit einem inspirierenden Best Practice sorgte Martina Polek, Co-Geschäftsleitung und Chefredaktorin von Kaleio, für besondere Aufmerksamkeit. Sie zeigte, weshalb ein Printmagazin für Mädchen zwischen 8 und 13 Jahren heute wichtiger ist denn je: Kaleio erweitert Rollenbilder, stärkt Selbstbewusstsein und setzt bewusst auf Haltung, Gestaltung und Werbefreiheit. Eine Leserinnenumfrage bestätigte die Wirkung – 80 Prozent der Mädchen fühlen sich nach der Lektüre mutiger.

Weitere Einblicke bot Corsin Zander mit der Erfolgsgeschichte des Radsportmagazins Gruppetto, das sich dank Community-Aufbau und klarer Identität nachhaltig etablieren konnte.

Corsin Zander

Abgerundet wurde der Anlass durch eine lebhafte Podiumsdiskussion, moderiert durch Matthias Ackeret, an dem Vertreter des Fachjournalismus und des Verbands Schweizer Fachjournalisten (SFJ) teilnahmen. Klar wurde, dass die Erschliessung von Zielgruppen bei Nischen-Produkten, wie sie Fach- und Spezialmedien darstellen, enormes Potenzial bieten. In diesem Zusammenhang wurde der Wert von Print-Publikationen als greifbares Produkt betont – ebenso wie die Chancen crossmedialer Angebote.

Jury vor der Qual der Wahl: Zwei Sonderpreise nötig

Als krönender Abschluss der Tagung wurde der renommierte Q-Award 2025 verliehen. Die Fachjury prämierte «Das Wandern / La Randonnée» als herausragende Fachpublikation des Jahres. Das Magazin überzeugte mit einem inhaltlich, gestalterisch und strategisch ganzheitlichen Konzept, das die Leserinnen und Leser mit einem Content-first-Ansatz auf allen Kanälen – Print, Online und Community – mitnimmt und begeistert. Zudem wurden zwei weitere Fach- und Spezialmedien mit Innovationspreisen geehrt: Die Autozeitschrift «radical» im XXL-Format und das Mädchenmagazin «Kaleio».

 

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