Politisch korrekt
René Worni über die mostindische Presselandschaft.
René Worni über die mostindische Presselandschaft. Ziemlich genau vor einem Jahr hat sich das Bietverfahren um die Thurgauer Zeitung (TZ) zwischen den beiden Konkurrenten aus Zürich, NZZ-Gruppe und Tamedia, zu Gunsten von Tamedia entschieden. Bei der NZZ zeigte man sich herb enttäuscht über die plötzliche Geldgier der TZ-Aktionäre, die ihr Blatt einfach an den Meistbietenden verhökerten. Dabei hatten die NZZ-Verantwortlichen bereits weit gediehene Modelle entwickelt, wie ihr St. Galler Tagblatt mit der Thurgauer Zeitung zusammenarbeiten könnte. Und auch die Thurgauer Regierung hätte ihr Hausblatt lieber im Umfeld der NZZ gesehen als bei den Herren Coninx und Kall. Denn der zumindest in der Vergangenheit als tendenziell linksliberal geltende Verlag passt nicht so recht ins Bild. Das erfordert von Tamedia ein tastendes Vorgehen, wo man sonst eher unzimperlich expandiert. Die Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit der Thurgauer Zeitung als governementales Identifikationsblatt ist deshalb oberstes Gebot.
Jetzt sollen die Kooperationspläne zwischen TZ und St. Galler Tagblatt trotzdem wahr werden. Doch der zu erwartende Synergiegewinn ist nicht auf beiden Seiten gleich gross. Das St. Galler Tagblatt zieht sich von seiner sechsjährigen Offensive gegen die stark verankerte TZ zurück und streicht gegen zehn Stellen. Auch die TZ baut redaktionelle Ressourcen ab. Beide Blätter ergänzen stattdessen gegenseitig die Lücken mit Artikeln aus ihren Kerngebieten.
Doch ist die Kooperation eine reine Angelegenheit zwischen den beiden Regionalzeitungen, wie man in Zürich zu insinnuieren sucht? Publizistisch gesehen verändert sich kaum etwas, buchhalterisch hingegen schon. Denn Tamedia braucht günstige Lösungen für die TZ. Coninx soll die TZ für teure 60 Millionen gekauft haben, die er mit dem Blatt allein nicht refinanzieren kann.
Eine Kooperation der TZ mit dem angrenzenden Zürcher Landboten ist daher zwingend. Doch bevor das passiert, braucht es Frieden im Thurgau. Die Kooperation von TZ und St. Galler Tagblatt ist daher nichts weiter als ein – politisch korrekter – Nichtangriffspakt.
René Worni, Redaktor
Jetzt sollen die Kooperationspläne zwischen TZ und St. Galler Tagblatt trotzdem wahr werden. Doch der zu erwartende Synergiegewinn ist nicht auf beiden Seiten gleich gross. Das St. Galler Tagblatt zieht sich von seiner sechsjährigen Offensive gegen die stark verankerte TZ zurück und streicht gegen zehn Stellen. Auch die TZ baut redaktionelle Ressourcen ab. Beide Blätter ergänzen stattdessen gegenseitig die Lücken mit Artikeln aus ihren Kerngebieten.
Doch ist die Kooperation eine reine Angelegenheit zwischen den beiden Regionalzeitungen, wie man in Zürich zu insinnuieren sucht? Publizistisch gesehen verändert sich kaum etwas, buchhalterisch hingegen schon. Denn Tamedia braucht günstige Lösungen für die TZ. Coninx soll die TZ für teure 60 Millionen gekauft haben, die er mit dem Blatt allein nicht refinanzieren kann.
Eine Kooperation der TZ mit dem angrenzenden Zürcher Landboten ist daher zwingend. Doch bevor das passiert, braucht es Frieden im Thurgau. Die Kooperation von TZ und St. Galler Tagblatt ist daher nichts weiter als ein – politisch korrekter – Nichtangriffspakt.
René Worni, Redaktor
