«Don’t chase Butterflies» – Warum Marken Zuversicht brauchen, um relevant zu bleiben
Baut Gärten und lasst die Schmetterlinge Gefallen daran finden – warum Marken Zuversicht brauchen, um relevant zu bleiben. Ein Beitrag von Andy Bartneck, Head of Media bei iundf.
Es gibt in unserer Branche einen Reflex, der tief sitzt: Wenn es schwierig wird, greifen wir zu mehr Aktivität. Mehr Kampagnen. Mehr Kanälen. Mehr Performance. Wir rennen dem nächsten Impuls hinterher – immer in der Hoffnung, dass er der Entscheidende ist.
Chasing Butterflies
Vor einiger Zeit bin ich auf ein Zitat von Brianna Wiest gestossen: «In German, they don’t say ’spend your time wisely.‘ They say: If you chase butterflies, they fly away. But if you build a beautiful garden, they come.»
Marketing fühlt sich oft an wie das ständige Hinterherrennen nach Schmetterlingen – immer in Bewegung, immer mit dem Blick auf das, was gerade entwischt. Ein Garten, so wie ihn Brianna Wiest beschreibt, funktioniert anders. Er entsteht, wenn man das Richtige pflanzt, pflegt und den Raum dafür schafft, dass Leben wachsen kann. Manche Dinge gedeihen schnell, andere brauchen Zeit. Manches überrascht, manches kommt nie. Und trotzdem bleibt etwas: ein Ort, der einlädt und anzieht.
Marken, die Zuversicht leben, handeln wie Gärtner:innen. Sie investieren in das, was Bestand hat – in klare Werte, in eine erkennbare Haltung, in das Vertrauen ihrer Kund:innen. Sie schaffen Erlebnisse, die nicht nur heute wirken, sondern bleiben. Patagonia. Rituals. Rivella. NZZ. Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Zielgruppen – aber eine gemeinsame Sprache: Beständigkeit in einer sich verändernden Welt. Das Gegenteil davon ist nicht falsches Marketing, sondern ein anderer Rhythmus. Marken, die ständig auf der Suche nach dem nächsten flüchtigen Moment sind, geraten in eine Dauerbewegung, die keine Wurzeln schlägt. Sie erreichen Aufmerksamkeit – aber kaum Bindung.
Zuversicht im Marketing bedeutet, den Blick zu weiten: von der nächsten Kampagne hin zum übergeordneten Ziel. Es bedeutet, die eigene Markenidentität so klar zu kennen, dass jede Aktivität – ob Branding, Media, Kreation, Datenanalyse oder POS-Erlebnis – diesen Kern spürbar macht. Es bedeutet, Mut zu zeigen: neue Formate zu erproben, KI als kreativen Partner zu nutzen, ungewohnte Allianzen einzugehen und KPIs so zu hinterfragen, dass sie Wachstum ermöglichen, statt es zu hemmen. Das ist kein Rückzug aus der Performance-Welt. Im Gegenteil. Eine starke Marke verkauft nicht trotz langfristiger Arbeit, sondern wegen ihr. Kampagnen, die auf einem gefestigten Markenkern aufbauen, sind effizienter, wirkungsvoller und nachhaltiger – weil sie auf Vertrauen treffen, das schon da ist.
Zuversicht ist kein Luxus
Zuversicht ist kein Gefühl. Es ist eine Entscheidung: das zu bauen, was Bestand hat – auch wenn gerade niemand hinschaut. Marken, die ihren Garten pflegen, ernten nicht nur heute – sie schaffen einen Ort, an den Menschen immer wieder zurückkehren. So wie Schmetterlinge, die «wissen», welcher Garten am besten für ihr Leben geeignet ist und wo sie Sicherheit haben.
Bei iundf Media arbeiten wir genau in diesem Spannungsfeld: Marken so zu entwickeln, dass sie heute verkaufen – und gleichzeitig langfristig wachsen. Wir nennen das Building the Brand while Making the Sale. Das gelingt nur, wenn wir nicht bei der Schaltung von Kampagnen stehen bleiben, sondern tiefer gehen: in die Identität einer Marke, in die Kultur ihrer Zielgruppen, in Daten und Insights, in kreative Ansätze, die relevant bleiben.
Zuversicht ist kein Luxus, sondern ein Werkzeug. Sie erlaubt es, Entscheidungen nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung zu treffen. Sie schafft die Grundlage, um Medienbudgets nicht nur für kurzfristige Peaks einzusetzen, sondern für nachhaltige Wirkung. Und sie macht den Unterschied zwischen einer Marke, die ständig um Aufmerksamkeit kämpft – und einer, zu der Menschen immer wieder freiwillig zurückkehren.

