Zu guter Letzt: Hack Dir Deine Zeitung

Was in Bloggerkreisen als intelligente Betätigung schon lange beliebt ist, das Daranherumtüfteln nämlich, wie man an geschützte Zeitungsinhalte herankommen könnte, ohne dafür bezahlen zu müssen, hat einen grösseren Kreis von Nachahmern gefunden.

Schnäppchen kommen immer gut an und besonders beliebt ist auch bei den Schweizern alles, was gratis ist. Besonders interessant in der letzten Zeit sind die Zeitungsarchive, die den Nutzern ihre Informationen nicht kostenlos zur Verfügung stellen. Was in einschlägigen Bloggerkreisen als intelligente Betätigung schon lange beliebt ist, das Daranherumtüfteln nämlich, wie man an geschützte Zeitungsinhalte herankommen könnte, ohne dafür bezahlen zu müssen, hat nun einen grösseren Kreis von Nachahmern gefunden. Der Grund: Im Blog der Pendlerzeitung Heute wurde kürzlich die Erfolgsmeldung des Hacks des Weltwoche- und Tagi-Archivs gepostet und schon hagelte es in den Blogs eine ganze Serie derartiger Veröffentlichungen. Jeder wollte der erste gewesen sein, auch wenn es damit hiess: Byebye Gratis-E-Paper.Denn den Zeitungen war’s recht. Löcher, die bekannt sind, können schneller gestopft werden. So freuten sich über die Veröffentlichungen Weltwoche, Tages-Anzeiger, Facts, Sonntagszeitung, Netzwoche und NZZ. Das Pendlerblatt Heute, das sich betont cool geben will, hat aus dem E-Paper-Hacking ein Spielchen gemacht. Wer versucht, die ohnehin kostenlose E-Paper-Ausgabe von Heute zu hacken und den Link der letzten Ausgabe in das Adressfeld des Browsers kopiert und im Filenamen das Datum (z.B. 20102006_ZH) auf den aktuellen Tag (23102006_ZH) setzt, erhält den freundlichen Hinweis: «Liebe Blogger. Ab 15.30 Uhr dürft ihr unsere Zeitung so oft downloaden wie ihr wollt ;-)». Und 15.30 Uhr ist immerhin auch eine halbe Stunde Lese-Vorsprung vor der grossen Masse.

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