Stärkung der Medienvielfalt: Historische Kooperation zwischen SRG und VSM
Die SRG und der Verlegerverband Schweizer Medien VSM haben eine Einigung erzielt, um die Medienlandschaft in der Schweiz zu stärken und die Versorgung der Bevölkerung mit fundierten, unabhängigen Informationen zu sichern. Im Fokus stehen die digitale Ausrichtung der SRG und eine verstärkte Zusammenarbeit mit privaten Medien.
In einer historischen Vereinbarung haben die SRG und der Verlegerverband gemeinsam Massnahmen beschlossen, um die Medienvielfalt in der Schweiz zu fördern. Es ist das erste Mal, dass öffentliche und private Medien in der Schweiz eine derartige Zusammenarbeit eingehen.
Diese Kooperation umfasst unter anderem die Reduzierung des digitalen Angebots der SRG, die künftig verstärkt auf Audio- und Videoformate setzt. Zudem wird sie weiterhin auf Werbung im Online-Angebot verzichten und «ausländische Plattformen wie YouTube oder Instagram nur ausnahmsweise» nutzen, wie es heisst. Auch werde die SRG ihre Textbeiträge auf 2400 Zeichen begrenzen und auf textbasierte Liveticker bei exklusiv übertragenen Sportereignissen verzichten. Ergänzend wird die SRG, wo redaktionell sinnvoll, auf Beiträge privater Schweizer Medien verlinken und damit deren Reichweiten stärken.
Bei Sportübertragungen wird sich die SRG auf Inhalte konzentrieren, die von kommerziellen Anbietern nicht abgedeckt werden, und nimmt bei der Auswahl von Rechten verstärkt Rücksicht auf private Anbieter. Die SRG prüft hier aktiv Kooperationen wie beispielsweise Bietergemeinschaften, immer unter der Berücksichtigung der kartellrechtlichen Vorgaben. Auch werden Kooperationen gezielt ausgebaut, indem die SRG nutzbares Rohmaterial zur Verfügung stellt und sich an einer Replay-TV-Branchenlösung beteiligt. Zudem investiert sie den Grossteil ihrer Online-Marketingmittel bei privaten Schweizer Medienhäusern und setzt damit ein wichtiges Zeichen zur Stärkung des Werbemarkts Schweiz.
Streaming stärken, KI regulieren
Des Weiteren wurde vereinbart, dass die SRG ihre Streaming-Technologie teilt und auch private Medien ihre Inhalte auf der neuen digitalen SRG-Plattform mit dem Arbeitstitel «PlayNext» verbreiten können sollen. Zudem beteiligt sich die SRG an der Login-Allianz und deren Weiterentwicklung, unterstützt die regulatorischen Abklärungen für eine Login-Pflicht im eigenen Onlineangebot.
Auch wird eine gemeinsame koordinierte Haltung gegenüber der Künstlichen Intelligenz eingenommen: Die SRG wird ihre Inhalte für KI-Plattformen sperren, wenn auch die führenden Verlage dies tun. Zudem unterstützt sie regulatorische Initiativen des VSM zum Schutz journalistischer Inhalte im Urheberrecht (Leistungsschutzrecht und KI).
Durch die Vereinbarung schränkt sich die SRG also in zentralen Bereichen ein. Im Gegenzug bekennt sich der VSM zur Gebührenfinanzierung der SRG und spricht sich gegen die Halbierungsinitiative aus. Als nächstes wird die Vereinbarung der Wettbewerbskommission Weko zur kartellrechtlichen Prüfung vorgelegt. Die TX Group trägt die Vereinbarung nicht mit, wird aber weiterhin an den Gesprächen beteiligt sein – Ziel sei ein komplementäres Mediensystem zwischen privaten und öffentlichen Anbietenden. Zudem sollen die Schwesterorganisationen Médias Suisses und Stampa Svizzera die Einigung ebenfalls unterzeichnen.

