Zürcher Journalistenpreis 2025: Martin Stoll erhält Preis für Gesamtwerk
Am Dienstag wurde der Zürcher Journalistenpreis 2025 verliehen. Neben vier prämierten Reportagen wurde Martin Stoll für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Im Rahmen des Zürcher Journalistenpreis 2025 wurden am Dienstagabend vier Journalist:innen für ihre herausragenden Arbeiten geehrt. Bundesrat Albert Rösti thematisierte in seiner Rede und im anschliessenden Gespräch mit Stiftungsratspräsident Hannes Britschgi die Bedeutung des Journalismus in der Demokratie: «Journalistinnen und Journalisten erfüllen eine Schlüsselrolle in unserer Demokratie – sie ermöglichen informierte Entscheidungen und fördern den öffentlichen Diskurs. Sie tragen Verantwortung dafür, dass die Öffentlichkeit nicht nur informiert, sondern auch befähigt ist, mitzureden und mitzuentscheiden. Journalistisches Handwerk verlangt mehr denn je einen klaren inneren Kompass. Wer präzise recherchiert, fair einordnet und mit sprachlicher Schärfe schreibt, stärkt das Vertrauen in die Medien», so der Medienminister an der Preisverleihung in Zürich.
Für den Zürcher Journalistenpreis 2025 wurden 217 Arbeiten aus der Deutschschweiz eingereicht. Daraus hat die siebenköpfige Fachjury aus Journalisten und Publizisten neun Geschichten für den Zürcher Journalistenpreis und drei für den Newcomer-Preis nominiert.
Martin Stoll erhält den Preis für das Gesamtwerk für sein jahrzehntelanges Wirken im Schweizer Investigativjournalismus. Der Preis würdigt Stolls unermüdliches Engagement für Transparenz und seine oft brisanten Enthüllungen, die nicht selten politische Konsequenzen nach sich zogen. Unter anderem ist der 63-Jährige als Gründer von Öffentlichkeitsgesetz.ch bekannt, was die Arbeitsbedingungen für viele Journalist:innen verbessert hat.
Weiter wurden Barbara Achermann von Das Magazin, Kaspar Surber von Woz, Ivo Mijnssen von der NZZ und die freie Medienschaffende Lea Ernst ausgezeichnet. Achermann erhielt den Preis für ihre Reportage über eine Rettungsaktion während des Genozids in Ruanda. Kaspar Surber wurde für seinen Bericht über das Schicksal eines ausgeschafften Secondos geehrt, der kurz vor seiner Ausreise starb. Mijnssen erhielt die Auszeichnung für seine Berichterstattung aus der umkämpften ukrainischen Stadt Pokrowsk. Und Ernst erhielt den Newcomer-Preis für ihre Reportage «Cinema Sarajevo», in der sie die Geschichte der legendären Bar Cinema Bosna in Sarajevo erzählte.
Der Zürcher Journalistenpreis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Journalismus in der Schweiz. Seit 1981 werden herausragende journalistische Leistungen aus Print- und Onlinemedien prämiert. Jeder der Hauptpreise ist mit 10’000 Franken dotiert, der Newcomer-Preis mit 5000 Franken. Die Stiftung wird getragen von den Medienhäusern CH Media, NZZ, Ringier und Tamedia. Weitere namhafte Unternehmen und Institutionen unterstützen die Veranstaltung finanziell.

